1 Punkte von GN⁺ 2024-05-21 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

3Ms ewige Chemikalien: Wie Führungskräfte eine Wissenschaftlerin täuschten

Vor Jahrzehnten zeigte Kris Hansen, dass sich die PFAS-Chemikalien von 3M im menschlichen Körper befinden. Ihre Vorgesetzten stoppten ihre Forschung. Jetzt, da die EPA die Entfernung dieser Chemikalien aus dem Trinkwasser erzwingt, ringt sie mit den Geheimnissen, die 3M vor ihr und der Welt verborgen hielt.

  • Kris Hansen arbeitete etwa ein Jahr als Chemikerin bei 3M, als ihr Vorgesetzter Jim Johnson ihr die merkwürdige Aufgabe gab, chemische Verunreinigungen im menschlichen Blut zu testen.
  • Mehrere erfolgreiche Produkte von 3M enthielten fluorierte Verbindungen. Diese Verbindungen schützten Leder und Textilien vor Flecken, hielten Lebensmittelverpackungen trocken und wurden in Löschschaum verwendet.
  • Johnson erklärte Hansen, dass eine Chemikalie namens PFOS häufig in die Körper von Beschäftigten in 3M-Werken gelangte, und dass ein externes Labor kürzlich die Konzentration in ihrem Blut gemessen hatte. Doch der Schadstoff wurde auch im Blut der allgemeinen Bevölkerung gefunden.

Hansens Forschung und Entdeckungen

  • Hansen analysierte im Labor Blutproben und bestätigte, dass PFOS im Blut vorhanden war.
  • Sie meldete die Ergebnisse ihrem Vorgesetzten, doch dieser sagte nur: „Das verändert alles“ und ging ohne weitere Erklärung in sein Büro.
  • Hansen dachte, ihre Forschung bei 3M würde ähnlich vorsichtig behandelt werden wie Untersuchungen zu anderen Chemikalien wie PCBs.

Die Reaktion von 3M

  • Johnson kündigte seinen Vorruhestand an, und Hansen blieb ohne Anleitung zur weiteren Forschungsrichtung zurück.
  • 3M hatte bereits 20 Jahre zuvor Tierversuche durchgeführt, die die Toxizität von PFOS zeigten, hielt die Ergebnisse jedoch geheim.
  • Hansens Vorgesetzte zweifelten ihre Forschungsergebnisse an und ließen die Versuchsausrüstung und Methoden wiederholt überprüfen.

Die Geschichte von 3M und fluorierten Verbindungen

  • 3M wurde 1902 gegründet und entwickelte eine Vielzahl innovativer Produkte.
  • Fluorierte Verbindungen haben ihren Ursprung in den US-Bemühungen während des Zweiten Weltkriegs, eine Atombombe zu bauen.
  • 3M verkaufte nach dem Krieg PFOA an DuPont, wo es für Teflon verwendet wurde, und entwickelte später Scotchgard und Scotchban.

Hansens persönliche Erfahrungen

  • Hansen präsentierte die Forschungsergebnisse von 3M, stieß bei Kolleginnen und Kollegen jedoch auf Zweifel und Vorwürfe.
  • Man wies sie an, nur eingeschränkte Experimente durchzuführen, weil ihre Forschung dem Unternehmen schaden könnte.
  • 3M meldete der EPA, dass PFOS in Blutproben gefunden worden war, erwähnte die Ergebnisse der Tierstudien jedoch nicht.

3Ms Entscheidungen zu PFOS

  • 3M entschied im Jahr 2000, die Produktion von PFOS-bezogenen Chemikalien einzustellen.
  • Hansen freute sich über die Ankündigung von 3M, fühlte sich im Unternehmen jedoch isoliert und wechselte in eine andere Abteilung.
  • Als sie ihre eigene Blutprobe testen ließ, fand sie einen niedrigen PFOS-Wert und erkannte, dass die Chemikalie auf Föten übertragen werden konnte.

Hansens Reue und Erkenntnisse

  • Hansen schwieg 20 Jahre lang über PFOS, doch nach der Lektüre neuer Forschungsergebnisse empfand sie tiefe Reue.
  • Sie war wütend darüber, wie viele Informationen 3M verborgen hatte, und reflektierte über die Geheimhaltung des Unternehmens und ihre eigene Rolle.

Die Meinung von GN⁺

  • Warnung für Umwelt und Gesundheit: Dieser Artikel schärft das Bewusstsein für die Auswirkungen von Chemikalien auf Umwelt und menschliche Gesundheit. Besonders betont wird die Gefahr sogenannter „ewiger Chemikalien“ wie PFAS.
  • Verantwortung von Unternehmen: Er zeigt, wie wichtig es ist, dass Großunternehmen wie 3M die Sicherheit ihrer Produkte transparent offenlegen und auf potenzielle Risiken schnell reagieren.
  • Ethisches Dilemma für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Hansens Erfahrungen verdeutlichen das ethische Dilemma, mit dem Forschende innerhalb von Unternehmen konfrontiert sein können. Forschungsergebnisse zu verbergen oder zu verzerren, kann langfristig große Probleme verursachen.
  • Ähnliche Fälle: Ähnlich wie im DuPont-Teflon-Fall gibt es viele Fälle, in denen Unternehmen die Gefahren von Chemikalien trotz besseren Wissens vertuschen. Das deutet auf die Notwendigkeit strenger Aufsicht durch Regulierungsbehörden hin.
  • Worauf bei der Einführung von Technologien zu achten ist: Bei der Einführung neuer Chemikalien oder Technologien müssen langfristige Umweltauswirkungen und Folgen für die menschliche Gesundheit gründlich geprüft werden. Frühe Forschungsergebnisse zu ignorieren oder zu vertuschen, kann erhebliche Risiken nach sich ziehen.

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