1 Punkte von GN⁺ 2024-05-06 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • MIT stellt die Nutzung von DEI-Statements (Diversity, Equity, Inclusion; Vielfalt, Gerechtigkeit, Inklusion), die bisher bei der Studierendenzulassung, der Professorenberufung sowie bei Anträgen auf Fördermittel wissenschaftlicher Fachgesellschaften verlangt wurde, ein.
  • DEI-Statements sind verpflichtende Stellungnahmen, in denen Bewerber:innen ihre DEI-Überzeugungen, ihr bisheriges Engagement und Pläne zur Umsetzung von DEI-Initiativen im Auswahlprozess darstellen.
  • Diese Aussagen sind problematisch, weil sie eine erzwungene Rede darstellen, nicht auf den eigentlichen Bewerbungsinhalt bezogen sind und übersehen, dass es neben DEI zahlreiche andere Wege gibt, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.
  • Einige DEI-Statements könnten außerdem mit jüngsten Entscheidungen des Supreme Court zu rassistisch geprägten Zulassungsentscheidungen kollidieren.

Berichte zur Abschaffung der DEI-Statements bei MIT

  • MIT setzt die Abschaffung der DEI-Statements still und leise um und bemüht sich, diese Entscheidung öffentlich zu machen.
  • Zunächst berichtete die satirische Website The Babbling Beaver darüber; der Sachverhalt wurde anschließend bestätigt.
  • MIT-Präsidentin Sally Kornbluth hat die Nutzung von DEI-Statements für die Professorenberufung und -beförderung an allen Schools und Fachbereichen des Instituts verboten.
  • Eine anonyme Umfrage ergab, dass rund zwei Drittel der MIT-Professorinnen und Professoren DEI-Statements ablehnen.
  • Ob einzelne Fachbereiche weiterhin die Erstellung von DEI-Statements für Bewerbungen an andere Hochschulen verlangen werden, ist unklar.
  • Befürworter von DEI haben bisher kaum reagiert.
  • Ein Mitglied der MIT-Fakultätsvertretung teilte den Professor:innen mit, dass die Pflicht zur Vorlage von DEI-Statements beendet wurde, für eine öffentliche Ankündigung gegenüber Studierenden bestünden jedoch keine Pläne.
  • Ein Vorstandsmitglied der MIT Press Freedom Group begrüßte, dass der Ruf nach einem Ende erzwungener Stellungnahmen stattgefunden hat.

GN⁺-Kommentar

  • Die Abschaffung von DEI-Statements ist ein wichtiger Schritt im Schutz von Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit. Da sie jedoch bislang nur intern bei MIT bekannt wurde, bleibt zu beobachten, wie MIT sie offiziell kommuniziert und welche Folgemaßnahmen folgen.
  • Die Ziele von DEI sind an sich wichtig. Eine verpflichtende oder quotenbasierte Umsetzung kann jedoch Reverse-Discrimination-Debatten auslösen und eher Widerstand provozieren. Was nötig ist, sind freiwillige und langfristige Bewusstseinswandel.
  • Dass ein naturwissenschaftlich-technisches Institut wie MIT DEI-Statements aufgibt, ist symbolisch bedeutsam. Es dürfte auch andere Hochschulen beeinflussen, und man darf erwarten, dass sich künftig Bewertungsmaßstäbe stärker an der akademischen Leistung orientieren.
  • Es besteht jedoch die Gefahr, dass dies von konservativen Akteuren als politisches Instrument missbraucht werden könnte, ähnlich wie die von der Trump-Administration eingeführte Exekutivorder gegen angebliche Benachteiligung aufgrund der Rasse. Dabei werden die Sicherung universitärer Autonomie und die Bildung eines gesunden gesellschaftlichen Konsenses als notwendig erscheinen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-05-06
Hacker News Kommentare

Kurz gesagt:

  • Auf HN ist es sinnvoller, einen neugierigen Austausch zu führen, statt ideologische Auseinandersetzungen zu führen. Je ideologischer ein Thema ist, desto bedachter und substantieller sollten die Kommentare sein.

  • Ich würde gern gut begründete Argumente hören, die die DEI-Erklärung (Diversität, Chancengleichheit, Inklusion) unterstützen; viele Menschen stehen ihr skeptisch gegenüber.

  • Aus der Perspektive, in einem kleinen europäischen Land zu leben, trifft mich die US-typische Betonung von Rassen- und Geschlechtsvielfalt nicht besonders. Selbst zwischen Menschen mit ähnlichem Hintergrund kann es sehr unterschiedliche Weltanschauungen geben.

  • Der technische Unterricht sollte auf Technik fokussiert sein. Unabhängig von der Hautfarbe sollte jeder zur technologischen Entwicklung beitragen.

  • Extreme Einzelfälle zu sammeln, um eine Position zu rechtfertigen, überzeugt nicht. Es braucht Argumente, die auf realen Statistiken und Kontext basieren.

  • Das Verfassen von DEI-Texten kann für Introvertierte unangenehm sein. Manche Menschen möchten persönliche Informationen nicht offenlegen.

  • DEI sollte nicht in Richtung gehen, dass Hautfarbe wichtiger ist als die Fähigkeiten einer einzelnen Person.

  • Dass MIT das SAT wieder eingeführt und einen evidenzbasierten Ansatz gewählt hat, begrüße ich. Die ethnische Zusammensetzung einer Organisation allein bestimmt nicht ihre Qualität.

  • Die DEI-Erklärungen, die einige Universitäten einfordern, sind schwer zu verstehen. Sie werden eher Ziel von Spott und Ironie.