Die Grundursache von Alzheimer könnte eine Fettansammlung in Gehirnzellen sein, legt eine Studie nahe
- Ein Team aus Neurolog:innen, Stammzellexpert:innen und Molekularbiolog:innen der Stanford University School of Medicine hat Hinweise darauf gefunden, dass eine Fettansammlung in Gehirnzellen die grundlegende Ursache der Alzheimer-Krankheit sein könnte.
- Die Studie wurde in der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Frühere Studien hatten vorgeschlagen, dass Alzheimer durch die Ansammlung von Beta-Amyloid verursacht wird, das zwischen Nervenzellen wächst.
- Das Forschungsteam konzentrierte sich auf die Funktion des APOE-Gens, das bekanntermaßen ein Protein codiert, das am Transport von Fetttröpfchen in Gehirnzellen beteiligt ist.
Forschungsmethode und Ergebnisse
- Das Forschungsteam führte mehrere Experimente durch, um herauszufinden, ob Unterschiede in APOE-Genvarianten das Risiko für die Entstehung von Alzheimer beeinflussen.
- Im ersten Experiment wurden mithilfe von Single-Cell-RNA-Sequenzierung Proteine in Test-Neuronen identifiziert und dies anschließend auf Gewebeproben von Menschen angewandt, die an Alzheimer verstorben waren.
- In den Gehirnen von Menschen mit dem APOE4-Gen fanden sich mehr Immunzellen mit Enzymtypen, die Fetttröpfchen in Gehirnzellen transportieren.
- In einem weiteren Experiment stellte das Team fest, dass Gehirnzellen von Menschen mit der APOE4- oder APOE3-Variante mehr Fett ansammelten, wenn Amyloid auf die Zellen angewandt wurde.
Bedeutung der Studienergebnisse
- Die Forschenden legen nahe, dass die Ansammlung von Amyloid im Gehirn einen Prozess auslöst, bei dem Fett in Gehirnzellen gedrückt wird, was schließlich zu Alzheimer führt.
Meinung von GN⁺
- Diese Studie könnte einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Alzheimer leisten. Aktuelle Therapien konzentrieren sich vor allem darauf, die Ansammlung von Beta-Amyloid und Tau-Proteinen zu verringern, doch diese Studie präsentiert mit der Fettansammlung ein neues Ziel.
- Angesichts der Komplexität von Alzheimer ist unklar, ob Therapien wirksam sein werden, die sich auf nur eine einzelne Ursache konzentrieren. Möglicherweise ist ein vielschichtiger Ansatz nötig, der verschiedene Ursachen und pathologische Merkmale gleichzeitig adressiert.
- Die Studie könnte sich auch auf die Früherkennung und Prävention von Alzheimer auswirken. Wenn man versteht, wie APOE-Genvarianten die Tendenz zur Fettansammlung beeinflussen, eröffnet das die Möglichkeit, Personen mit hohem Risiko frühzeitig zu identifizieren und einzugreifen.
- Ein ähnliches Verfahren bzw. Produkt ist der PET-Scan, mit dem sich die Ansammlung von Amyloid und Tau-Proteinen mithilfe bildgebender Verfahren des Gehirns sichtbar machen lässt. Diese Technik wird derzeit breit zur Diagnose von Alzheimer eingesetzt.
- Bei der Einführung dieser Technik ist zu berücksichtigen, dass neue Biomarker oder Bildgebungsverfahren entwickelt werden müssen, um Fettansammlungen präzise messen und überwachen zu können. Ein möglicher Vorteil wäre die Entdeckung neuer therapeutischer Ziele bei Alzheimer und eine höhere Genauigkeit der Früherkennung.
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