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Preismanipulation durch Algorithmen bleibt Preismanipulation
- Vermieter und Immobilienverwalter dürfen sich nicht bei Mietpreisen absprechen, und an diesem grundlegenden kartellrechtlichen Prinzip ändert sich auch durch den Einsatz neuer Technologien nichts.
- Wenn Unternehmen Algorithmen zur Preisfestsetzung einsetzen, bietet eine kurze Leitlinie der FTC und des Justizministeriums nützliche Orientierung für die Einhaltung des Kartellrechts: „Ein Algorithmus darf nichts tun, was illegal sein könnte, wenn es ein echter Mensch täte.“
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Maßnahmen gegen algorithmische Absprachen auf dem Wohnungsmarkt
- Die FTC und das Justizministerium haben eine gemeinsame rechtliche Stellungnahme eingereicht, die erläutert, dass Preismanipulation mittels Algorithmen weiterhin Preismanipulation ist.
- Die Stellungnahme hebt zentrale Aspekte des Wettbewerbsrechts hervor, die für Unternehmen aller Branchen wichtig sind: (1) Algorithmen dürfen nicht genutzt werden, um Verbote gegen Preisabsprachen zu umgehen, und (2) Vereinbarungen über gemeinsame Preisfestsetzung, Listen, Berechnungen oder den Einsatz von Algorithmen können weiterhin rechtswidrig sein, selbst wenn die Beteiligten einen Teil ihrer Preisentscheidungshoheit behalten oder von der Vereinbarung abweichen.
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Die Bedeutung des Kampfs gegen steigende Wohnungsmieten
- Die Mieten für Wohnraum sind seit 2020 um fast 20 % gestiegen, wobei die stärksten Anstiege auf Wohnungen im unteren und mittleren Segment entfallen, die von einkommensschwachen Verbrauchern gemietet werden.
- Etwa die Hälfte aller Mieter zahlt mehr als 30 % ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten, und die steigenden Wohnkosten machten mehr als zwei Drittel der Inflation im Januar aus.
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Der Einsatz algorithmischer Preisfestsetzung und seine Risiken
- Vermieter setzen zunehmend Algorithmen zur Preisfestsetzung ein und verwenden Software ähnlich wie
RENTMaximizer, um die Mieten für Millionen Wohnungen im ganzen Land festzulegen. - Die potenziellen Risiken algorithmischer Preisabsprachen werden durch Fusionen zwischen von Private Equity unterstützten Vermietern und Immobilienverwaltungsfirmen noch bedeutsamer.
- Vermieter setzen zunehmend Algorithmen zur Preisfestsetzung ein und verwenden Software ähnlich wie
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Die Botschaft an andere Unternehmen
- Der Zustimmung zur Nutzung eines Algorithmus liegt eine Vereinbarung zugrunde. Bei algorithmischen Preisabsprachen kombiniert ein Preisalgorithmus Daten von Wettbewerbern, um für bestimmte regionale Bedingungen maximal rentable Mieten vorzuschlagen.
- Sobald unabhängige Preisentscheidungen durch einen gemeinsamen Algorithmus ersetzt werden, ist Ärger vorprogrammiert. Einen gemeinsamen menschlichen Agenten zur Preisfestsetzung zu nutzen, ist rechtswidrig.
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Preisabweichungen entlasten die Beteiligten nicht
- Es kann rechtswidrig sein, Preise entsprechend den Empfehlungen der Software festzulegen oder zu empfehlen, auch wenn die Beteiligten von den empfohlenen Preisen abweichen.
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Nicht nur die Wohnungsbranche nutzt potenziell rechtswidrige Absprache-Algorithmen
- Das Justizministerium hat bereits Schuldeingeständnisse wegen Preisabsprachen beim Einsatz von Preisalgorithmen im Online-Wiederverkauf erreicht und führt laufende Verfahren wegen des Austauschs preisbezogener und anderer sensibler Informationen zwischen konkurrierenden Fleischverarbeitern.
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Das Versprechen der Technologie und ihre Risiken
- Richtig eingesetzt kann Technologie unser Leben gesünder, sicherer und effizienter machen. Sie kann aber auch von böswilligen Akteuren genutzt werden, um den Wettbewerb zu unterdrücken oder Verbraucher auf neue Weise zu täuschen.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Die Software YieldStar hilft dabei, Wohnungsmieten in den gesamten USA festzulegen, indem sie einen Algorithmus verwendet, um Daten zu analysieren, die RealPage von seinen Kunden gesammelt hat.
Ein Nutzer sagte, dass das Gebäude, in dem er wohnte, einem Hedgefonds gehörte und algorithmische Preisfestsetzung nutzte, was ihn frustrierte.
Ein anderer Nutzer sagte, er könne nicht verstehen, warum es nicht als illegale Absprache gilt, dass alle großen Kanzleien dasselbe Einstiegsgehalt anbieten, während die Nutzung eines Marktschätzungsdienstes zur Mietpreisfestsetzung als illegale Absprache betrachtet wird.
Ein weiterer Nutzer äußerte die Hoffnung, dass das Vorgehen der Federal Trade Commission (FTC) in einem ungesunden Mietmarkt zu einer bedeutenden Veränderung führen werde, zeigte sich jedoch besorgt, dass die Situation bereits außer Kontrolle geraten sei.
Ein Nutzer sagte, dass diese Situation nur deshalb überraschend wirke, weil wir sie lange als selbstverständlich hingenommen hätten, und bewertete es positiv, dass die FTC nun mit der Rechtsdurchsetzung beginne, obwohl es sich um illegales Verhalten handle.
Ein anderer Nutzer sagte, nach seinem Verständnis sei es weiterhin zulässig, Algorithmen zur Preisempfehlung zu verwenden, aber eine Absprache darüber, denselben Algorithmus wie Wettbewerber zu verwenden, sei nicht erlaubt, und stellte die Frage, ob bereits ein Algorithmus problematisch sei, der die Preise von Wettbewerbern berücksichtigt.
Ein weiterer Nutzer fragte sich, ob diese Veränderung Auswirkungen auf die Gehaltsfestsetzung im Tech-Bereich haben könnte, und erwähnte, dass viele Unternehmen ihre Gehaltsstufen danach festlegen, was „ähnliche“ Unternehmen tun.
Ein Nutzer wies darauf hin, dass diese Software Vermietern ermögliche, mithilfe eines Algorithmus Preisabsprachen zu treffen, was gesetzlich nicht erlaubt sei.
Ein anderer Nutzer erklärte, der Kern des Problems sei die gemeinsame Nutzung einer nicht öffentlichen Preisdatenbank, und argumentierte, dass öffentliche Daten etwas anderes seien als die proprietäre kundenübergreifende Preisdatenbank, die diese Software nutze.
Abschließend äußerte ein Nutzer den Wunsch, dass Mieter die illegal eingezogenen Mieterhöhungen aus Tausenden von Wohnungen zurückerstattet bekommen.