Warum Kinder Risiko, Angst und Aufregung beim Spielen brauchen
- Kinder entwickeln durch riskantes Spiel körperliche und kognitive Fähigkeiten, überwinden Ängste und lernen, schwierige Situationen eigenständig zu bewältigen.
- Riskantes Spiel bringt Kinder dazu, Dinge auszuprobieren, die sie zuvor nicht gewagt haben, und gleichzeitig Nervenkitzel und Angst in Situationen mit ungewissem Ausgang zu erleben.
- Die Canadian Paediatric Society erkennt die Bedeutung riskanten Spiels an und hat eine Stellungnahme veröffentlicht, die es im Leben von Kindern unterstützt.
Warum riskantes Spiel aus dem Leben von Kindern verschwindet
- Der seit den 1980er Jahren aufgekommene intensive Erziehungsstil ermutigt Eltern dazu, das Leben ihrer Kinder bis ins Detail zu steuern, alle Hindernisse zu beseitigen und sie für verschiedene strukturierte Aktivitäten anzumelden.
- Dieser Erziehungsstil ist in Nordamerika weit verbreitet, und Studien zufolge steht die Teilnahme an strukturierten Aktivitäten nicht mit besseren Entwicklungsresultaten in Zusammenhang, während der Verlust freier Zeit die Entwicklung grundlegender exekutiver Funktionen beeinträchtigen kann.
- Eltern erhalten fortlaufend die Botschaft, dass es der Weg zu „guter Elternschaft“ sei, ihre Kinder jederzeit sicher zu halten.
Drei Elemente, um riskantes Spiel und die Freiheit von Kindern zurückzugewinnen
- Zeit: Tägliche Zeit für das Spielen im Freien sollte Priorität haben, und auch in der Schule sollten Unterricht im Freien und Pausen einen hohen Stellenwert haben.
- Raum: Kinder brauchen flexible Spielräume, in denen sie ihre Vorstellungskraft nutzen und Risiken erkunden können.
- Freiheit: Kinder brauchen die Freiheit, so zu spielen, wie sie möchten; dafür müssen Eltern lernen, mit ihren eigenen Ängsten umzugehen.
Die Meinung von GN⁺
- Die Forschung zur Bedeutung riskanten Spiels bietet eine neue Perspektive auf die körperliche, emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern. Sie deutet darauf hin, dass Überbehütung und eine Fixierung auf Sicherheit in der modernen Gesellschaft den natürlichen Entwicklungsprozess von Kindern behindern können.
- Der Rückgang riskanten Spiels spiegelt auch wider, dass Kinder im digitalen Zeitalter mehr Zeit vor Bildschirmen verbringen. Das kann Probleme verursachen, die mit abnehmender körperlicher Aktivität zusammenhängen.
- Dieser Artikel erinnert Eltern und Pädagog:innen daran, wie wichtig es ist, Kindern mehr Freiheit und Unabhängigkeit zuzugestehen. Das hilft ihnen, Fähigkeiten zur eigenständigen Problemlösung und zum Umgang mit Risiken zu entwickeln.
- Kritisch betrachtet kann die Förderung riskanten Spiels Eltern vor die Schwierigkeit stellen, ihre eigenen Ängste und den gesellschaftlichen Druck zu überwinden. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, dabei ein angemessenes Maß an tatsächlichem Risiko zu finden.
- Ein ähnliches Konzept sind Waldkindergärten oder Naturlernprogramme in skandinavischen Ländern, die Kinder dazu ermutigen, in natürlichen Umgebungen spielerisch zu lernen. Solche Programme schaffen ein Umfeld, in dem Kinder durch Erfahrungen mit Risiken und durch die Interaktion mit der Natur Unabhängigkeit und Selbstregulation entwickeln können.
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