- Wenn die Noten hinter den Erwartungen zurückbleiben, sollte man zuerst die Lernmethode ändern; ausgehend davon, dass Lernen eine breitere Tätigkeit ist als Hausaufgaben, müssen Zeitmanagement, Mitschriften, Lesen, Prüfungsvorbereitung und Schreiben gemeinsam betrachtet werden
- Schularbeit sollte wie ein 40-Stunden-Job pro Woche geplant werden; wer 15 Credits belegt, sollte neben 15 Stunden Unterricht etwa 25 Stunden zu Hause oder in der Bibliothek einplanen
- Effektives Lernen beginnt mit aktivem Mitschreiben: im Unterricht viel notieren und zu Hause neu ordnen; Lehrbücher oder Vorlesungsnotizen einfach nur erneut zu lesen, kann für die Prüfungsvorbereitung kaum hilfreich sein
- Lesen sollte als langsames Lesen erfolgen, bei dem man Satz für Satz prüft, ob man ihn verstanden hat; für die Prüfungsvorbereitung wird empfohlen, statt Bulimielernen eine Woche vorher Gliederungen, Musterantworten und Selbsttests zu erstellen
- Man muss nicht alle Ratschläge auf einmal umsetzen, aber wer den Stoff wirklich lernen und gute Noten erreichen will, braucht statt eines schnellen, einfachen Wegs zeitaufwendige aktive Arbeit
Ausgangspunkt des Lernens: Noten sind ein Signal für die Methode
- Es heißt zwar, dass Menschen unterschiedliche Lernstile haben, aber es gibt wenig Belege dafür, dass deren Anwendung im Unterricht Studierenden Vorteile bringt
- Pashler et al. 2009 wird als zentrale Studie behandelt
- Willingham sieht keinen kognitiven Vorteil darin, auf die bevorzugte Weise denken zu wollen
- Die aktuellen Noten dienen als Maßstab dafür, ob die Lernmethode passt
- Wenn die gewünschten Noten ausbleiben, ist die bisherige Methode möglicherweise nicht passend
- Man kann sie individuell anpassen, aber zunächst Methoden ausprobieren, die erfolgreiche Studierende nutzen
- Lernen und Hausaufgaben sind nicht dasselbe
- Hausaufgaben können Teil des Lernens sein, aber Lernen ist eine viel umfassendere Tätigkeit
- Es ist falsch zu glauben, man müsse nicht lernen, nur weil es keine Hausaufgaben gibt
Zeitmanagement: Schule wie einen Vollzeitjob behandeln
- Schule sollte wie ein Vollzeitjob behandelt werden; dafür ist eine Zeitverteilung nötig, die Bildung priorisiert
- Ein Job nach der Schule oder außerschulische Aktivitäten verringern die Lernzeit
- Wer arbeiten muss, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, hat entsprechend weniger Zeit für das Studium
- Der Grundwert liegt bei 40 Stunden pro Woche
- 1 Credit entspricht grob 1 Unterrichtsstunde
- Bei 15 Credits muss man neben 15 Unterrichtsstunden etwa 25 Stunden zu Hause oder in der Bibliothek lernen
- Wenn man von Sonntag bis Donnerstag an 5 Tagen lernt und Freitag und Samstag frei nimmt, sind das etwa 5 Stunden pro Tag
- Auch Teilzeitstudierende können so rechnen
- Wer 9 Credits belegt und 20 Stunden pro Woche arbeitet, hat von 40 Stunden abzüglich 20 Arbeitsstunden noch 20 Stunden für das Studium
- Nach Abzug von 9 Unterrichtsstunden bleiben 11 Stunden pro Woche zum Lernen zu Hause
- Bei 5 Tagen sind das etwa 2,2 Stunden pro Tag; bei 3 Fächern etwa 42 Minuten pro Fach
- Wenn man die Zielnoten nicht erreicht, muss man nicht-akademische Aktivitäten reduzieren
- Wenn man die Arbeit nicht reduzieren kann, kann ein Teilzeitstudium in Betracht kommen
Mitschriften: im Unterricht viel notieren und zu Hause neu schreiben
- Das Lernen zu Hause beginnt mit guten Mitschriften aus dem Unterricht
- Da Lehrkräfte unterschiedlich vortragen, diskutieren oder praktisch arbeiten lassen, kann sich die Mitschriftmethode je nach Situation unterscheiden
- Das Grundprinzip, das in den meisten Situationen funktioniert, lautet: so viel wie möglich notieren
- Im Unterricht darf das Festhalten Vorrang vor vollständigem Verstehen haben
- Wer viel notiert, konzentriert sich, bleibt wach und muss später weniger aus dem Gedächtnis rekonstruieren
- Das Verständnis kann später beim Durchsehen der Notizen folgen; was nicht notiert wurde, ist später schwerer zu lernen
- Um schnell zu schreiben, sind Abkürzungen sinnvoll
- Abkürzungen müssen nur für einen selbst verständlich sein
- Spontan gebildete Abkürzungen kann man am Rand der Notizen mit einem Schlüssel versehen
- Bei Mitschriften ist wichtiger, dass man sie später lesen kann, als dass sie ordentlich aussehen
- Es reicht, wenn sie so lesbar sind, dass man sie einige Stunden oder Tage später neu schreiben kann
- Fragen und Meinungen sollte man immer in den Notizen festhalten
- Man kann sie direkt im Unterricht stellen oder später Lehrkräfte oder Mitstudierende fragen
- Für Unklarheiten muss man sich nicht schämen; andere Studierende haben möglicherweise dieselbe Frage
Warum Umschreiben echtes Lernen ist
- Unterrichtsnotizen sollte man zu Hause nicht einfach lesen, sondern neu schreiben
- Einfaches Lesen ist passiv; die Konzentration kann nachlassen oder man wird müde
- Notizen können unvollständig oder schwer zu entziffern sein und werden mit der Zeit noch schwerer verständlich
- Für jedes Fach sollte man ein separates dauerhaftes Notizbuch anlegen und es möglichst schnell ausarbeiten
- Empfohlen wird, die ursprünglichen Notizen am Abend des Unterrichtstags oder am nächsten Tag in dauerhafte Notizen zu übertragen
- Der Akt des Abschreibens selbst wird zu einer wichtigen Lernmethode
- Beim Umschreiben kann man Lücken füllen, solange die Erinnerung noch frisch ist
- Unklares oder Ausgelassenes wird als Frage markiert
- Das kann man im nächsten Unterricht oder im Gespräch mit der Lehrkraft klären
- Das Umschreiben ist eine Gelegenheit, die Notizen logischer neu zu strukturieren
- Man muss sich nicht an ein formales Gliederungsschema klammern
- Hauptideen und Details lassen sich mit Einrückungen und Nummerierungen ordnen
Grenzen von Computer-Mitschriften und Vorlesungsnotizen
- Mitschreiben mit dem Laptop im Unterricht wird im Allgemeinen nicht empfohlen
- Es ist nur geeignet, wenn man sehr schnell tippen kann und die Werkzeuge sicher beherrscht
- Tippgeräusche können andere Studierende stören
- Computerdateien haben Vorteile bei Ordnung und Suche, aber Bearbeiten ist nicht dasselbe wie Umschreiben
- Reines Bearbeiten hat einen schwächeren Effekt darauf, alle Notizen erneut zu lesen und zu übertragen
- Wenn man per Ausschneiden und Einfügen zusammenfasst, kann der Lerneffekt des Umschreibens geringer werden
- Computer im Unterricht können zu Ablenkungen wie Internet, E-Mail und Chat führen
- Störquellen wie Computer, iPod, Handy oder Pager sollte man besser ausschalten
- Von Lehrkräften bereitgestellte Vorlesungsnotizen sind nützlich, aber man sollte sich nicht auf sie verlassen
- Sie auszudrucken, einmal zu lesen und abzuheften bleibt eine passive Nutzung
- Man sollte sie wie eigene Notizen umschreiben oder verwenden, um Lücken und Fehler in den eigenen ausgearbeiteten Notizen zu finden
Schwierige Fächer und eine ruhige Umgebung zuerst sichern
- Wenn man mit Lernen oder Hausaufgaben beginnt, sollte man mit den schwierigen Fächern anfangen
- Fächer, die Wachheit und Energie erfordern, werden zuerst erledigt
- Einfachere oder interessantere Fächer verschiebt man auf später
- Man sollte möglichst an einem ruhigen Ort mit wenig Ablenkung lernen
- Musik oder Fernseher sollten besser ausgeschaltet bleiben
- Lernen und andere Dinge gleichzeitig zu tun, ist praktisch schwierig
- Hausaufgaben sollte man möglichst früh beginnen
- Wenn man bis zum letzten Moment wartet, können Aufgaben auftauchen, die länger dauern als erwartet
- Grundsatz ist, erst die Arbeit zu erledigen und dann Pause zu machen; dafür wird die Metapher „iss nicht zuerst das Dessert“ verwendet
- Tagsüber oder nach einer kurzen Pause nach dem Unterricht ist man wacher als kurz vor dem Einschlafen
- Zwischen Unterrichtsende und Beginn der Hausaufgaben kann eine Pause liegen
Lesen: langsam, aktiv und mit Markierungen
- Lehrbücher, Romane, Gedichte, Aufsätze, Zeitschriftenartikel und Unterrichtsmaterialien sollte man grundsätzlich langsam und aktiv lesen
- Man sollte vermeiden, gedankenlos von Anfang bis Ende zu lesen
- Den fixierten Text auf Papier behandelt man wie ein interaktives Medium im Gespräch mit dem Autor
- Langsames Lesen erfolgt Satz für Satz
- Den nächsten Satz langsam lesen
- Wenn man ihn nicht versteht, den vorherigen Teil und diesen Satz erneut langsam lesen
- Wenn man es immer noch nicht versteht, Mitstudierende, TAs oder Lehrkräfte fragen
- In fortgeschrittenen Kursen kann ein Problem, das man immer noch nicht versteht, auch zu einem Schreibthema werden
- Diese Methode verhindert, dass man unverstandene Stellen einfach übergeht
- Bevor man zum nächsten Satz weitergeht, denkt man über jeden Satz nach
- Man kann der Lehrkraft genau zeigen, wo man hängen geblieben ist
- Ob man etwas verstanden hat, prüft man, indem man sich nach jedem Satz fragt: „Warum?“
- Materialien, die die Wirksamkeit von Speed Reading infrage stellen, werden ebenfalls behandelt
- Adams 1992 sowie Zacks & Treiman 2016 werden als Referenzen zu Speed Reading erwähnt
Markierungen, Randnotizen und Lesenotizen
- Wichtige Sätze mit einem Textmarker zu markieren, wird als die schlechteste Methode behandelt
- Wenn fast jeder Satz wichtig erscheint, ist die ganze Seite markiert und die Markierung verliert ihre Bedeutung
- Unterstreichen hat ähnliche Grenzen
- Wenn man jeden Satz unterstreicht, gewinnt man nichts
- Empfohlen wird, am Rand vertikale Linien zu ziehen
- Am rechten Rand zeichnet man eine klammerartige Linie, um einen Abschnitt zu markieren
- Beim erneuten Lesen kann man wichtigere Stellen auf andere Weise markieren
- Wenn das Buch einem selbst gehört und Rand vorhanden ist, sollte man Randnotizen machen
- Man kann verwandte Seiten gegenseitig referenzieren oder Schlüsselwörter notieren
- Um sie später wiederzufinden, kann man im Index des Buches oder auf einer leeren Seite einen Index der Randnotizen anlegen
- Die beste Methode für aktives Lesen ist das Anfertigen von Lesenotizen
- Wichtige Passagen werden wortgetreu abgeschrieben und mit Seitenzahl versehen
- Zu diesen Passagen schreibt man ausführlich die eigene Meinung
- Später kann man sie für eine Seminararbeit oder Forschungsarbeit nutzen
- Für Notizen wird eine identifizierbare Nummerierung vorgeschlagen
- Notizseiten können mit römischen Zahlen, Zitate mit arabischen Zahlen und zugehörige Kommentare mit Buchstaben unterschieden werden
- Beispiel: XIV-7-b verweist auf Kommentar b zu Zitat 7 auf Seite XIV
Literatur und Lesen vor und nach dem Unterricht
- Literarische Werke kann man ausnahmsweise beim ersten Mal schnell und passiv lesen
- Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Gedichte liest man zunächst bis zum Ende, um das Ganze und die literarische Qualität zu erfassen
- Wenn eine Aufnahme vorhanden ist, kann es hilfreich sein, beim Lesen mitzuhören; bei Shakespeare soll das besonders nützlich gewesen sein
- Ab dem zweiten, dritten und vierten Lesen wendet man die langsame, aktive Methode an
- Auch Sachtexte kann man zuerst schnell überfliegen, um einen Gesamtüberblick zu bekommen, und dann per langsamem Lesen studieren
- Filme oder Videos können hilfreich sein, ersetzen das Lesen aber im Allgemeinen nicht
- Theaterstücke werden als Ausnahme behandelt, weil sie ursprünglich zum Anschauen gedacht sind
- Wenn man Video und Lesen kombiniert, wird bevorzugt, zuerst zu schauen und später zu lesen
- Idealerweise liest man einen Text mindestens zweimal
- Vor dem Unterricht schnell lesen, um mit dem Inhalt vertraut zu werden
- Nach dem Unterricht erneut langsam und aktiv lesen
- Wenn die Zeit knapp ist, kann man nur nach dem Unterricht langsam und aktiv lesen
Hausaufgaben: nicht nur die Antwort, sondern den Lösungsweg festhalten
- Hausaufgaben müssen pünktlich erledigt werden
- In Fächern wie Naturwissenschaften, Mathematik oder Fremdsprachen, in denen Aufgaben gelöst werden müssen, sollte man nicht einfach die Aufgaben lösen und abgeben
- Zuerst auf Schmierpapier lösen und überprüfen, dann sauber übertragen
- Eine saubere Kopie abgeben und den Namen darauf schreiben
- Man kann eine Kopie behalten, falls die Lehrkraft sie verliert oder vor dem Lernen für die Prüfung nicht zurückgeben kann
- Nicht nur die Antwort, sondern auch die Aufgabe und den vollständigen Lösungsweg notieren
- Man muss zeigen, wie man zur Antwort gekommen ist
Prüfungsvorbereitung: Verteilung und Selbsttests statt Bulimielernen
- Man sollte nicht nur für Prüfungen lernen, sondern für Lernen und Verstehen
- Wenn man dennoch eine Prüfung vorbereiten muss, braucht es eine eigene Strategie
- Die erste Regel lautet: kein Bulimielernen
- Etwa 1 Woche vor der Prüfung mit dem Lernen beginnen
- Jeden Tag mindestens 1 Stunde für die Prüfungsvorbereitung aufwenden
- Am Abend vor der Prüfung oder am Prüfungstag möglichst auf diese Prüfung konzentrieren
- Während der Abschlussprüfungsphase teilt man die Zeit entsprechend der Zahl der Prüfungen auf
- Wenn es E Prüfungen und D verfügbare Lerntage gibt, weist man jeder Prüfung ungefähr D/E Tage zu
- Die Nacht unmittelbar vor der Prüfung oder den Prüfungstag plant man für das Lernen für diese Prüfung ein
- Auch bei mehreren Prüfungen sollte man das Lernen für spätere Prüfungen nicht aufschieben, sondern von Anfang an mit allen beginnen
- Lernen sollte verteilt statt auf einmal gebündelt werden
- Dunlosky 2013 fasst zusammen, dass geballtes Üben zu schnellem Lernen und schnellem Vergessen führt, während verschachteltes und verteiltes Üben das Lernen verlangsamt, aber die Behaltensleistung deutlich erhöht
- Das erneute Lesen des Lehrbuchs kann beim Lernen für Prüfungen wenig oder gar keinen Nutzen haben
- Einfaches Wiederlesen kann eine „Illusion der Kompetenz“ erzeugen, bei der man glaubt, mehr zu wissen, als man tatsächlich weiß
- Lesen-Rezitieren-Wiederholen, wiederholtes Testen und Selbsttests werden als bessere Methoden behandelt als wiederholtes Lesen
Konkrete Methoden für das Lernen auf Prüfungen
- Aus den neu geschriebenen Unterrichtsnotizen, den markierten Lehrbüchern und den Lesenotizen erstellt man eine Lerngliederung
- Wenn möglich, viele Inhalte auf den Vorderseiten von 1 bis 2 Blättern verdichten
- Danach richtet sich das Lernen nach dieser Gliederung
- Für Essay-Prüfungen schreibt man vorab Musterantworten
- Man sagt mögliche Fragen voraus oder besorgt alte Prüfungen, um tatsächliche Fragen zu参考?
- Auch wenn die eigentlichen Prüfungsfragen anders sind, kann man zentrale Ideen aus den vorbereiteten Musteressays wiederverwenden
- Für Prüfungen mit Aufgabenlösungen oder Beweisen löst man viele Beispielaufgaben
- Schaum's Outline Series wird als Beispielmaterial erwähnt
- Empfohlen wird, eine Lerngruppe aus mindestens 2 Personen zu bilden, dieselben Aufgaben zu lösen und die Antworten zu vergleichen
- Wenn Antworten voneinander abweichen, bringt man konkrete Fragen zu TA oder Lehrkraft
- Karteikarten kann man statt mit Indexkarten auch mit normalem Papier im Format 8,5×11 Zoll erstellen, das man halbiert
- Links schreibt man die Frage, rechts die Antwort
- Man deckt die rechte Seite ab, schreibt die Antwort selbst auf und überprüft sie anschließend
- Falsche Antworten schreibt man erneut, bis man alle richtig hat
- Da man in einer Prüfung tatsächlich Antworten schreiben muss, ist schriftliches Üben besser geeignet als mündliches Rezitieren
- Bei einer mündlichen Prüfung kann Rezitieren besser sein
- Dennoch verhindert Schreiben, dass man Details auslässt
- Man hört nicht auf zu lernen, wenn man müde ist oder einmal alles überflogen hat
- Man sollte erst aufhören, wenn man sich sicher und vorbereitet fühlt, egal was in der Prüfung drankommt
Am Prüfungstag: erst Überblick, dann die einfachen Aufgaben
- Wenn man den Prüfungsbogen erhält, liest man ihn zuerst vollständig durch
- Essay-Fragen beginnt man mit einem Mind Dump
- Auf Schmierpapier notiert man Schlüsselwörter, an die man sich zum Thema erinnert
- Danach erstellt man eine Antwortgliederung und schreibt den Essay
- Wenn man einen beim Lernen erstellten Musteressay aus dem Gedächtnis niederschreiben kann, ist das von Vorteil
- Bei Prüfungen mit Aufgabenlösungen oder Beweisen löst man zuerst die einfachen Aufgaben
- Nachdem alles erledigt ist, überprüft man die Antworten sorgfältig
Recherche und Essay-Schreiben
- Das Thema wird sorgfältig gewählt
- Zu breite oder sehr bekannte Themen mit zu viel Material sollte man vermeiden
- Zu enge oder wenig bekannte Themen mit zu wenig Material sollte man ebenfalls vermeiden
- Wenn die Themenwahl schwierig ist, sollte man sich mit der Lehrkraft beraten
- Nachdem man Material gefunden hat, liest man langsam und aktiv und macht Notizen
- Quellen und Seitenzahlen für zitierbares Material werden genau festgehalten
- Gliederung und Sortieren der Notizen können mehrfach wiederholt werden
- Man kann zuerst eine Gliederung erstellen und dann die Notizen sortieren
- Man kann auch zuerst die Notizen sortieren und daraus eine Gliederung entwickeln
- Eine Gliederung beginnt damit, dass man die Hauptthemen in einigen Schlüsselwörtern notiert und ihre Reihenfolge festlegt
- Man legt große Abschnitte wie intro, topic1, topic2, topic3, conclusion an
- Unter jedem Abschnitt notiert man Unterideen und die Kennnummern zugehöriger Notizen
- Dieser Prozess wird Top-down-Design und schrittweise Verfeinerung genannt
- Beim Entwurf sollte man nicht zu viel Zeit mit Bearbeitung verbringen, sondern zunächst schreiben
- Wenn man Abschnitte und Unterabschnitte benennt, erkennen sowohl Autor als auch Leser leichter, wo man sich gerade befindet
- Nach dem Entwurf liest man den eigenen Text langsam und aktiv erneut und überarbeitet ihn
- Man lässt ihn von einem Freund lesen, holt Feedback ein und überarbeitet ihn erneut
- Danach bereitet man die Endfassung vor
- Als Ressource zum Schreiben wird auch Kurt Vonneguts „How to Write with Style“ behandelt
- Ein Thema finden, das einen interessiert
- Nicht weitschweifig schreiben
- Einfach schreiben
- Entschlossen kürzen
- Wie man selbst sprechen
- Sagen, was man sagen will
- Rücksicht auf die Leser nehmen
Muss man alles tun?
- Man muss nicht alle Methoden auf einmal anwenden
- Man kann verschiedene Vorschläge ausprobieren und herausfinden, was zu einem passt
- Man kann sie an die persönliche Situation oder Arbeitsweise anpassen
- Langfristig gibt es beim Lernen keinen schnellen und einfachen Weg
- Lernen ist harte Arbeit und kostet viel Zeit
- Wer den Stoff wirklich lernen und gute Noten erreichen will, braucht diese oder sehr ähnliche Methoden
- Rückmeldungen von Studierenden und Lesern enthalten Beispiele, bei denen einige Methoden tatsächlich geholfen haben
- Erwähnt wird ein Fall, in dem jemand von Noten im 70er-Bereich in der Highschool auf einen Schnitt von 3,00 an der Universität kam
- Enthalten sind auch Vorschläge wie Lerngruppen, grundlegende Fragen formulieren, Gespräche mit Lehrkräften, Nutzung von Kinderbibliotheksmaterial sowie ausreichend Schlaf und Essen
1 Kommentare
Meinungen auf Hacker News
Wenn es darum ging, ob ich mich auf „Mitschreiben“ oder auf „Verstehen“ konzentrieren sollte, habe ich immer Letzteres gewählt.
Ich war damit eindeutig in der Minderheit, und es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, warum niemand Fragen stellte oder Fehler hinterfragte.
Alle schrieben einfach mit, um es später zu verarbeiten, aber das wirkte auf mich wie eine allzu offensichtliche verpasste Chance. Wenn das der Zweck ist, weiß ich nicht, warum man überhaupt in die Vorlesung geht; dann könnte man sich doch einfach die Notizen geben lassen.
So habe ich es gegen Ende des Bachelorstudiums genau in einem Fach gemacht; davor im Bachelor und später im Master/Graduiertenstudium war ich schon viel zu sehr damit beschäftigt, überhaupt durchzukommen, um so gründlich zu lernen.
Verstehen erfordert konzentrierte Anstrengung über längere Zeit, aber traditionelle Bildungsformen, insbesondere Live-Vorlesungen, eignen sich schlecht dazu, Verständnis zu vermitteln.
Ich wünschte, es hätte damals schon YouTube gegeben oder wenigstens Vorlesungsaufzeichnungen, bei denen man die Stellen anhalten und zurückspulen konnte, die man beim ersten Mal nicht verstanden hatte.
Der Autor sagt, man solle alles mitschreiben, aber wenn man von Hand schreibt, kann man mit dem Sprechtempo nicht mithalten, also entscheidet man ständig, was man notiert und was man überspringt.
Ein Grund, warum Notizen am Computer für das Behalten von Informationen weniger gut sind, ist, dass man fast alles aufzeichnen kann, während man mit dem Tempo des Professors mithält, und dadurch nicht mehr aktiv über das Gesagte nachdenkt.
Auch der Professor schreibt ein bis zwei Stunden lang ohne Interaktion nur vor sich hin. Das ist wirklich traurig, und es ist erstaunlich, dass das Land trotzdem ziemlich gut abschneidet.
Zur Einordnung: Das ist die französische Universität. Vielleicht ist die Schulbildung vor der Uni tatsächlich gut, und die Leistungsstarken gehen nicht an die Universität, sondern an die grandes écoles, also Schulen auf Ivy-League-Niveau.
Das Einzige, was es sich zu notieren lohnte, waren Hinweise für Prüfungen.
Ein guter Leitfaden; ich wünschte, ich hätte so etwas im Bachelor gekannt.
In der Grund- und weiterführenden Schule war ich klug genug, auch ohne richtiges Lernen ganz gut durchzukommen, aber sobald ich an die Universität kam, merkte ich schnell: 1) Diese Methode funktioniert nicht mehr, und 2) ich weiß eigentlich nicht, wie man lernt. Das erste Jahr war entsprechend ziemlich hart.
Am Ende habe ich mir das meiste aus diesem Leitfaden selbst beigebracht, aber es wäre viel besser gewesen, wenn es mir einfach jemand gesagt hätte.
Alle sagten, das werde in der nächsten Bildungsstufe passieren, und ich wünschte fast, es wäre so gewesen. Dann hätte ich wenigstens gelernt, was zu tun ist, ohne das Risiko, nach einem Scheitern draußen irgendwie überleben zu müssen.
Besonders deutlich wurde das bei einem Semester-Abschlussprojekt: Tägliche Aufgaben konnte ich mit Last-Minute-Aktionen noch schaffen, aber es fiel mir schwer, kontinuierlich auf ein Ziel hinzuarbeiten, das am Anfang noch sehr weit weg lag.
Ich wünschte, Mittel- und Oberstufenkurse hätten einen Ansatz gewählt, der über das ganze Semester hinweg Fortschrittsschritte verlangt.
Vor der Universität hatte ich das nie nötig gehabt.
Ein interessanter Beitrag. Ich war ein ziemlich erfolgreicher Student, habe mit dem höchsten GPA meiner Klasse abgeschlossen, promoviert und bin jetzt Professor, aber ich habe ganz anders gelernt als hier beschrieben.
Das zeigt, dass die nötigen Lernstile von Person zu Person sehr unterschiedlich sein können.
Die Lernzeit pro Woche im Voraus berechnen? Habe ich nie gemacht. Ich habe so viel gelernt, wie nötig war. In leichten Semestern weniger, in schwierigen mehr, und nur gelegentlich im Nachhinein die Stunden gezählt, um den Fortschritt zu sehen.
Die Schwierigkeit von Fächern schwankt so stark, dass eine feste Zeiteinteilung manchmal zu wenig ist und manchmal dazu führt, dass man zu viel lernt. Zeit mit Lernen zu verbringen, obwohl es nicht nötig ist, statt lieber einen Roman zu lesen, Sport zu treiben oder etwas trinken zu gehen, ist Zeitverschwendung.
Notizen neu schreiben? Habe ich nie gemacht. Die Notizen aus der Vorlesung waren die Endfassung; höchstens habe ich ergänzt, was ich verpasst hatte, aber ich habe sie nicht neu geschrieben. Allerdings stimme ich zu, dass ich dem Mitschreiben Vorrang vor dem unmittelbaren Verständnis gegeben habe. Ein Füller half, und weil ich fast alles notierte, waren meine Notizen in der Klasse ziemlich beliebt.
Texthervorhebungen wie Textmarker oder Unterstreichungen habe ich nie verwendet.
Der Kern dessen, was bei meinem Lernen gut funktionierte, war eine Variante der im Text genannten „Lesen-Rezitieren-Wiederholen“-Methode. Ich kannte keinen offiziellen Namen dafür und machte es einfach intuitiv; dabei bedeutete „Rezitieren“ nicht bloßes Auswendigaufsagen, sondern das Erklären des Materials vor einem unsichtbaren Publikum.
Ich lief im Zimmer herum und erklärte den auf Spanisch geschriebenen Stoff auf Englisch, laut, mit ziemlich dramatischem Tonfall und Gesten.
Anfangs ging es mir wohl vor allem darum, Langeweile zu vermeiden, aber später merkte ich, dass die Notwendigkeit, den Stoff zu erklären und ihn insbesondere in Echtzeit in eine andere Sprache zu übertragen, das Gehirn dazu zwingt zu verstehen, statt im Autopilot-Modus auswendig zu lernen.
Ob das auch für andere funktioniert, weiß ich nicht; der Nachteil ist, dass man dafür ein eigenes Zimmer und Privatsphäre braucht. In der Bibliothek habe ich fast nie gelernt.
Er besteht auch nicht darauf, mit Textmarker zu markieren. Er spricht von einer bestimmten Hervorhebungsmethode, die eher daran erinnert, Notizen mit Quellenangaben für Forschung oder das Schreiben einer Arbeit zu sammeln, und wirkt ziemlich auf Aufgaben ausgerichtet.
Der Text behandelt auch Lesen-Rezitieren-Wiederholen.
Den Stoff jemand anderem zu erklären, ist eine gute Idee. Selbst wenn man es nicht tatsächlich tut: Wenn man ihn so umformulieren kann, als würde man zu einem anderen Publikum sprechen, hat man ihn wirklich verstanden. Ich denke, das ist auch einer der Gründe, warum vorgeschlagen wird, die Notizen nach der Vorlesung neu zu schreiben.
Wie man lernt: Man muss es erst einmal tatsächlich tun
Ich sehe Leute, die mehr Zeit mit Lernplänen verbringen als mit dem eigentlichen Lernen. Manche verbringen Stunden damit herauszufinden, was in der Prüfung drankommt und was nicht, statt das Material zu lernen
Man muss sich nur Arnold Rimmer ansehen
Das stimmt, ist aber nicht hilfreich
Die Frage ist, wie man sich tatsächlich dazu bringt, es zu tun, welche Hindernisse es gibt und wie man mit ihnen umgeht
Sie verbringen zu viel Zeit damit zu entscheiden, was die „richtige“ Sprache ist, welches die „besten“ Materialien sind und wie sie einen Plan aufstellen, um so schnell wie möglich zu lernen
Am Ende lernen sie viel weniger als diejenigen, die einfach angefangen haben
Ein bisschen Lernen lernen ist in Ordnung, aber man sollte aufpassen, es nicht als Mittel zu benutzen, um der harten Arbeit auszuweichen
Was ich an der Uni am meisten gehasst habe, waren Leute, die sagten: „Ich habe gestern 12 Stunden gelernt“, aber sich nie länger als 12 Minuten am Stück konzentriert hatten
Für mich persönlich funktioniert es am besten, ein paar Stunden konzentriert zu arbeiten und dann 30 bis 120 Minuten Pause zu machen – spazieren gehen, Billard, Mittagessen, Netflix oder was auch immer
Seine Mitbewohner bestätigten auch, dass er noch im Wohnheim war, wenn sie von Veranstaltungen zurückkamen; er war also nicht heimlich unterwegs
Wir hatten keine seltsamen Aufnahmerituale und kaum Pflichtveranstaltungen, und die Woche vor dem Beitritt war die erste Woche des nächsten Semesters, also weit weg von der Prüfungszeit
Als die Noten kamen, hatte er C oder schlechter, und in einigen Fächern war er durchgefallen. Deshalb bekam er den albernen Spitznamen Ferd, im Sinne von Fake-Nerd, und er verpasste all die schönen Momente, ohne irgendetwas gewonnen zu haben
Man braucht Zeit, um das Gelernte zu verdauen, besonders bei sehr dichtem Stoff oder Themen, die leicht an einem vorbeiziehen
In Adam Grants Hidden Potential wird vieles davon ebenfalls behandelt und untermauert
Ich habe gelernt, dass „Lernstile“ wie visuell versus auditiv unbelegt sind
Außerdem sind Experten oft die schlechtesten Lehrer. Sie sind zu weit von der Perspektive der Lernenden entfernt und können keine Empathie oder passende Stützstrukturen bieten, die Anfängern helfen, ein Thema zu verstehen
Die größten Erfolgsfaktoren für Lernerfolg sind Lerngruppen und jemand anderem etwas beizubringen, während man es gerade lernt oder kurz danach. Die Verantwortung, jemandem etwas erklären zu müssen, erhöht die Motivation, Nuancen zu verstehen, und der Akt des Lehrens selbst hilft beim Erinnern
Wer das Material wirklich versteht, zögert nicht, etwas zu erklären, selbst wenn es nicht exakt der eigenen tatsächlichen Verständnis- und Denkweise entspricht oder nicht in einer Form vorliegt, die man in einem Paper schreiben könnte
Genau diese Art hilft dabei, schnell ein tiefes Verständnis zu entwickeln. Wenn ein Professor das nicht tut, dauert es viel länger, ein Fach wirklich tief zu verstehen
Verwandte Beiträge:
How to Study: A Brief Guide - https://news.ycombinator.com/item?id=16202123 - Januar 2018, 58 Kommentare
How to Study (2016) - https://news.ycombinator.com/item?id=14088786 - April 2017, 71 Kommentare
Da es gerade um Schule und Wissenschaft geht: Meine Tochter bereitet sich auf den SAT vor, und sowohl sie als auch ich sind von den Textpassagen verwirrt
Die Texte sind sehr dicht, und weil man nicht weiß, welche Details man sich merken oder verwerfen soll, ist das Kurzzeitgedächtnis sofort mit Informationen überlastet
Gibt es Tipps, um die Fähigkeit zu entwickeln, durch die Details „hindurchzusehen“, den Kern des Textes zu erfassen und die Fragen zu beantworten? Sie liest auch Literatur, The Guardian, wissenschaftliche Artikel usw., aber das scheint nicht viel zu helfen
Es erklärt wirklich gut, wie man für die Prüfung lernen sollte und warum die Prüfung so konzipiert ist
Ich erinnere mich nicht daran, dass SAT-Fragen länger als ein paar Sätze waren, aber es ist lange her, dass ich ihn gesehen habe, und soweit ich weiß, wurde mindestens ein großer Abschnitt geändert
Großartig. Darin stecken viele der Kernpunkte, die ich an der Uni auf Umwegen lernen musste. Für mich war Notizen neu schreiben besonders wichtig
„3.7. Mach keine Notizen am Computer“ spricht mir sehr aus der Seele
Ich hatte sogar ein eigenes Skript gebaut, um in einem persönlich entworfenen Notizformat zu tippen und es zu einer statischen Website und PDF-Dokumenten zu kompilieren, aber die Menge an Notizen, die ich am Ende nie wieder angesehen habe, ist erstaunlich
Meine besten Notizen waren die auf Papier. Allein die Möglichkeit, das Gelernte zu zeichnen, macht getippte Notizen viel schwieriger
Besonders in der Informatik gibt es so vieles, das man zeichnen möchte. Es ist viel einfacher und besser, einen B-Baum auf Papier zu zeichnen, als spontan ASCII-Art zu bauen, während der Professor zur nächsten Folie weitergeht
Falls in diesem Thread Studierende sind: Ich hoffe, ihr befolgt unbedingt einige der Ratschläge aus dem verlinkten Artikel. Ihr könnt euch unnötige Mühe ersparen
Ich hatte viele Kommilitonen, die sich an Notizen, Vorlesungsfolien und Lehrbücher klammerten; sie hatten immer Mühe, den Stoff per Bulimielernen hineinzupressen, statt das Fach zu verstehen
Zusätzliche Literatur zu suchen und das Thema wirklich zu recherchieren, hat mir sehr geholfen. Ich lerne nicht für den Unterricht; ich nutze den Unterricht, um ein Verständnis der realen Welt aufzubauen
Eine weitere gute Ressource: https://www.coursera.org/learn/learning-how-to-learn
Den ganzen Kurs zu belegen, ist vielleicht etwas übertrieben, aber er enthält viel Weisheit, besonders zu Spaced Repetition
Die Theorie selbst war gut, aber die praktische Anwendung blieb den Teilnehmenden überlassen, und ich konnte diese Lücke nicht schließen. Deshalb hat er mir nicht viel geholfen
Mit Anwendung meine ich hier, abstrakte Theorie in konkrete Praxis zu übersetzen. Ich wusste nicht, was ich mit dem gerade Gelernten tun sollte