1 Punkte von GN⁺ 2024-01-30 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Evergrandes Zerschlagung: ein "Big Bang"-Ende nach Jahren von Fehlentscheidungen

  • Ein Gericht in Hongkong hat die Einstellung des Geschäftsbetriebs von Evergrande angeordnet, einst Chinas größtem Immobilienunternehmen.

  • Evergrande geriet 2021 wegen Geldmangels in Zahlungsverzug; danach kauften Investoren die Schuldtitel mit Abschlag in der Hoffnung auf eine Rettung durch die chinesische Regierung.

  • Die Gerichtsentscheidung wird voraussichtlich einen Wettlauf unter Anwälten auslösen, alle verkäuflichen Vermögenswerte von Evergrande aufzuspüren.

  • Evergrandes Anwälte versuchten in letzter Minute noch einen Deal und argumentierten, eine Zerschlagung würde dem Geschäft des Unternehmens schaden und den Gläubigern nicht helfen, ihr Geld zurückzubekommen.

  • Nach 40 Minuten Anhörung ordnete die Insolvenzrichterin Linda Chan jedoch die Zerschlagung an und verwies darauf, dass Evergrande dem Gericht in anderthalb Jahren keinen konkreten Vorschlag vorgelegt habe.

  • Die Anordnung bedeutet, dass Evergrande, das trotz Zahlungsunfähigkeit und fehlender normaler Funktionsfähigkeit weiterhin operierte, nun einen langwierigen Prozess der Abwicklung seines riesigen Geschäfts in Hunderten von Städten sowie unverbundener Sparten wie eines Elektroauto-Unternehmens durchlaufen wird.

GN⁺-Einschätzung:

  • Der Zusammenbruch von Evergrande steht sinnbildlich für die Überhitzung des chinesischen Immobilienmarkts und das Problem exzessiver Verschuldung, was weltweit Auswirkungen auf Immobilien- und Finanzmärkte haben könnte.
  • Der Fall dient Investoren als Warnung, dass Erwartungen an staatliche Rettungsmaßnahmen nicht immer Realität werden.
  • Der Abwicklungsprozess von Evergrande dürfte auch andere Immobilienentwickler aufrütteln und die Bedeutung von Finanz- und Schuldenmanagement unterstreichen.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-01-30
Hacker-News-Kommentare
  • Der Zusammenbruch der chinesischen Immobilienblase ist langfristig zwar eine gute Nachricht für alle, könnte kurzfristig aber eine Kette von Zahlungsausfällen anderer Immobilienentwickler und großes Leid für viele Menschen verursachen. Es besteht Unsicherheit darüber, ob die chinesische Regierung Insolvenzen zulassen wird, wie die Verluste zwischen ausländischen Aktionären und chinesischen Bürgern verteilt werden und welche Auswirkungen diese Lage auf den Kryptomarkt haben wird.
  • Dieser Fall betrifft nur das Hongkong-Geschäft und hatte keine größeren Auswirkungen als erwartet.
  • Das unvollendete Hochhaus in Downtown Los Angeles konnte wegen Problemen bei der EB-5-Finanzierung und wegen Oceanwide nicht fertiggestellt werden und wird angesichts der Lage am Markt für Gewerbeimmobilien seit Corona wohl vorerst so stehen bleiben.
  • Der Verkauf unfertiger Gebäude dürfte schwierig sein; wenn die Bauarbeiten mangels Marktnachfrage eingestellt wurden, können solche Gebäude sogar einen negativen Wert haben.
  • Dass die Liquidation von Evergrande drei Jahre gedauert hat, liegt an der Unterstützung durch Eliten der Kommunistischen Partei Chinas, wodurch sich die Abwicklung verzögert hat. Die Vermögenswerte von Evergrande bestehen größtenteils aus Grundstücken in China, was den Rückgang der Immobilienpreise im ganzen Land beschleunigen wird. Außerdem werden Auswirkungen auf die drei Säulen der chinesischen Wirtschaft (Immobilien, Konsumausgaben, Exporte) sowie Informationen zum kurzfristigen Leerverkaufsverbot in China genannt.
  • Nachdem China Evergrande wegen Geldmangels in den Zahlungsausfall geraten war, kauften Investoren die stark verbilligten Schuldtitel in der Erwartung staatlicher Rettungsmaßnahmen durch die chinesische Regierung. Die chinesische Regierung könnte ausländische Investoren jedoch benachteiligen, und die veränderte Politik Pekings gegenüber ausländischen Investitionen in Hongkong sollte Investoren eine Lehre sein.
  • Hoffentlich bleiben die internationalen Auswirkungen der Evergrande-Krise begrenzt, aber tatsächlich könnte sich die Angelegenheit als kompliziert erweisen. Die entscheidende Frage ist, ob Evergrande über genügend Vermögenswerte verfügt, um seine Schulden zurückzuzahlen.