1 Punkte von GN⁺ 2024-01-26 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Drei Jahre auf dem Mars: NASAs Ingenuity-Helikoptermission beendet

  • NASAs historischer Mars-Helikopter Ingenuity hat seine Mission auf dem Mars beendet, nachdem er die Erwartungen übertroffen und weit mehr Flüge als geplant absolviert hat.
  • Der Helikopter steht weiterhin aufrecht und kommuniziert mit der Bodenkontrolle, ist aber nach einer Beschädigung der Rotorblätter bei der Landung während eines Flugs am 18. Januar nicht mehr flugfähig.
  • Er wurde als Technologiedemonstrator konzipiert und sollte in 30 Tagen bis zu fünf Testflüge absolvieren. Tatsächlich war er jedoch fast drei Jahre auf der Marsoberfläche im Einsatz, führte insgesamt 72 Flüge durch, flog mehr als das 14-Fache der geplanten Distanz und erreichte eine Gesamtflugzeit von über zwei Stunden.

NASA spricht heute in einem Medien-Call über die Ingenuity-Mission

  • Zusammen mit einem Videokommentar von NASA-Administrator Bill Nelson zum Missionsende veranstaltet die NASA am 25. Januar um 17:00 Uhr EST eine Medien-Telefonkonferenz, um ein Update zum Mars-Helikopter Ingenuity zu geben.
  • An der Telefonkonferenz nehmen Lori Glaze, Direktorin der Abteilung für Planetenwissenschaften am NASA-Hauptquartier, Laurie Leshin, Direktorin des Jet Propulsion Laboratory (JPL), und Ingenuity-Projektmanager Teddy Tzanetos teil.

Erfolge und Herausforderungen

  • Während der verlängerten Missionsdauer von fast 1.000 Marstagen, also mehr als 33-mal länger als ursprünglich geplant, entwickelte Ingenuity die Fähigkeit, in gefährlichem Gelände autonom Landeplätze auszuwählen, mit einem ausgefallenen Sensor umzugehen, sich nach Staubstürmen selbst zu reinigen, von 48 verschiedenen Flugfeldern aus zu operieren, drei Notlandungen durchzuführen und den harten Marswinter zu überstehen.
  • Ingenuity war für den Betrieb im Frühling ausgelegt, konnte in den kältesten Phasen des Winters aber die Heizung nachts nicht durchgehend betreiben, wodurch der Flugcomputer regelmäßig einfror und zurückgesetzt wurde. Wegen dieser Strom-"Brownouts" gestaltete das Team den Winterbetrieb von Ingenuity neu, damit der Helikopter weiterfliegen konnte.
  • Mit dem Ende des Flugbetriebs wird das Ingenuity-Team abschließende Tests am Helikoptersystem durchführen und die noch im Bordspeicher verbliebenen Bilder und Daten herunterladen. Der Perseverance-Rover ist derzeit zu weit entfernt, um das Flugfeld zu fotografieren, auf dem der Helikopter zuletzt gelandet ist.

Weitere Informationen zu Ingenuity

  • Der Mars-Helikopter Ingenuity wurde vom NASA JPL gebaut, das das Projekt im Auftrag des NASA-Hauptquartiers leitete. Das Ames Research Center und das Langley Research Center der NASA lieferten während der Entwicklung von Ingenuity wichtige Analysen der Flugleistung und technische Unterstützung. AeroVironment Inc., Qualcomm und SolAero stellten ebenfalls Designunterstützung und wichtige Fahrzeugkomponenten bereit. Lockheed Space entwarf und fertigte das Mars Helicopter Delivery System. Am NASA-Hauptquartier ist Dave Lavery Programmverantwortlicher für den Mars-Helikopter Ingenuity.

Einschätzung von GN⁺

  • Der Helikopter Ingenuity war mehr als nur eine Technologiedemonstration: Er bewies die Möglichkeit des Fliegens auf dem Mars und lieferte wichtige Daten für zukünftige Weltraumforschung und bemannte Marsmissionen.
  • Die Mission ist bedeutsam, weil sie künftige Luftfahrzeugeinsätze auf dem Mars oder anderen Welten inspiriert und ein neues Kapitel der Weltraumforschung eröffnet hat.
  • Der Erfolg von Ingenuity zeigt den Innovationsgeist der NASA und wird ein wichtiger Bezugspunkt für die künftige Entwicklung von Technologien zur Weltraumforschung sein.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-01-26
Hacker-News-Kommentare
  • Ein Hacker-News-Nutzer schrieb, er habe als Praktikant im NASA Ames Research Center gearbeitet, dort wesentliche Teile des Mars-Helikopters „Ingenuity“ entworfen und an Flugplanung sowie Analyse mitgewirkt. An dem Projekt seien herausragende Talente beteiligt gewesen, und der Erfolg von „Ingenuity“ habe neue Mars-Rotorcraft-Missionen inspiriert, die ein wichtiger Teil der Mars Sample Return Mission sein würden. Außerdem werde Fliegen bei künftigen Erkundungsbemühungen im Sonnensystem eine große Rolle spielen, und „Ingenuity“ habe dafür den Weg bereitet.

  • Ein anderer Nutzer teilte ein Video von Timothy Canham, das die Struktur der Software zum Betrieb von „Ingenuity“ sowie Aspekte des Hardware-Designs erklärt, einschließlich der Verwendung kommerzieller Bauteile, und erwähnte, dass das Video sehr gut und wenig bekannt sei.

  • Ein Nutzer schlug vor, „Ingenuity“ zu versteigern, natürlich nur mit Abholung vor Ort. Er würde gern den ersten Helikopter auf dem Mars besitzen.

  • Ein anderer Nutzer meinte, das „Ingenuity“-Projekt habe sich allein schon wegen seines Marketingwerts gelohnt, und hoffte, dass es bei heutigen Jugendlichen Interesse an der Weltraumerkundung wecke.

  • Ein Nutzer fragte sich, ob Bilder der beschädigten Rotorblätter von „Ingenuity“ veröffentlicht wurden.

  • Zu den mehr als 70 Flügen von „Ingenuity“ über drei Jahre hinweg sagte ein Nutzer, das sei schlicht erstaunlich, und wünschte „Ingenuity“ RIP.

  • Ein Nutzer merkte an, dass 72 Flüge für ein Experimentalfluggerät, das auf dem Mars Linux ausführt, eine beachtliche Zahl seien.

  • Ein weiterer Nutzer bewertete positiv, dass der Ausfallpunkt von „Ingenuity“ die Propellerblätter und nicht billige Elektronik gewesen seien, und hoffte, dass man trotz der Unmöglichkeit weiterer Flüge mit der Kamera Wetterdaten sammeln und die Laufzeit verschiedener Komponenten und der Batterie messen könne. Außerdem fragte er sich, ob sich CPU und MCU für andere Aufgaben wie Bildanalyse weiterverwenden ließen. Die Einsatzgeschichte von „Ingenuity“ sei ein starkes Argument dafür, wie wichtig Experimente im Vergleich zu vollständig im Voraus geplanter Entwicklung seien.

  • Ein Nutzer erwähnte, dass es beeindruckende Ingenieurskunst sei, im Vergleich zu irdischen Drohnen, die oft nicht einmal einige Dutzend Flüge überstehen, das Sonnensystem zu durchqueren und 72 Flüge zu absolvieren.

  • Abschließend schrieb ein Nutzer aus persönlicher Erfahrung mit dem Fliegen von Drohnen, dass 72 Flüge ohne Beschädigung der Rotorblätter schwer zu schaffen seien, und würdigte die Leistung von „Ingenuity“ sehr.