Entdeckung eines Ein-/Aus-Schalters für die Metastasierung von Brustkrebs
- Eine neue Studie der Stanford University und des Arc Institute könnte zu neuen und wirksameren Immuntherapien führen und dabei helfen, die Reaktion von Patienten auf bestehende Medikamente besser vorherzusagen.
- Das Forschungsteam entdeckte, dass ein Protein namens ENPP1 als Schalter fungiert, der die Resistenz von Brustkrebs gegen Immuntherapien und seine Fähigkeit zur Metastasierung steuert.
- Hohe ENPP1-Werte stehen mit Resistenz gegen Immuntherapien und anschließender Metastasierung in Verbindung; die Studie könnte zur Entwicklung neuer Immuntherapien und zu einer besseren Vorhersage der Patientenreaktion auf bestehende Medikamente beitragen.
Kalte Tumoren auftauen
- Immuntherapien wirken bei „heißen“ Tumoren wie Melanomen und einigen Lungenkrebsarten, doch viele „kalte“ Tumoren wie Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sprechen wegen mangelnder T-Zell-Infiltration nicht darauf an.
- Li nahm das Molekül cGAMP als Ausgangspunkt und zeigte, dass es von Zellen mit geschädigter DNA produziert wird und über den STING-Signalweg eine Immunreaktion aktiviert, die Tumoren heiß machen kann.
- Daraus entstand die Hypothese, dass das Protein ENPP1 cGAMP abbaut und so dazu beiträgt, dass kalte Tumoren kalt bleiben.
Ein Ein-/Aus-Schalter
- Li arbeitete mit zwei Professoren der University of California, San Francisco zusammen und analysierte Daten von Patienten, die an der I-SPY 2-Brustkrebsstudie teilnahmen.
- Es zeigte sich, dass Patienten mit hohen ENPP1-Werten schlechter auf Immuntherapien ansprachen und ein höheres Metastasierungsrisiko hatten, während Patienten mit niedrigen Werten stark ansprachen und keine Metastasen entwickelten.
- Studien an Mäusen belegten, dass das Entfernen von ENPP1 oder das gezielte Ausschalten seiner Funktion direkten Einfluss auf die Verringerung von Tumorwachstum und Metastasierung hat.
Am oberen Ende des Wasserfalls stehen
- Immunwege werden oft als „Wasserfall“ beschrieben, bei dem eine Kette von Signalen nachgelagerte Prozesse auslöst, die eine Reaktion hervorrufen.
- Es zeigte sich, dass ENPP1 wie ein großer Damm wirkt, der verhindert, dass das Immunsystem die Signale wahrnimmt.
- Das bedeutet, dass medizinisches Personal besser entscheiden könnte, welche Behandlung für Brustkrebspatienten geeignet ist, und dass Medikamente, die ENPP1 blockieren, die Wirkung bestehender Therapien verstärken könnten.
- Obwohl sich die Studie auf Brustkrebs konzentrierte, ist Li überzeugt, dass ENPP1 auch bei anderen Arten kalter Tumoren eine wichtige Rolle spielt.
Meinung von GN⁺
- Diese Studie gibt Brustkrebspatienten, bei denen Immuntherapien nicht wirksam sind, neue Hoffnung. Da das Protein ENPP1 eine zentrale Rolle bei der Regulierung der Immunreaktion spielt, könnte die Entwicklung von Therapien möglich werden, die gezielt darauf abzielen.
- Einen Weg zu finden, kalte Tumoren in heiße zu verwandeln, könnte neue Perspektiven in der Krebsbehandlung eröffnen und wäre eine bedeutende Entdeckung, die sich auf verschiedene Krebsarten anwenden ließe.
- Dass sich über den ENPP1-Spiegel die Reaktion von Patienten auf eine Behandlung vorhersagen lässt und sich darauf aufbauend personalisierte Therapiestrategien entwickeln lassen, ist eine äußerst spannende und wichtige Entwicklung.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Li begann eine Zusammenarbeit mit zwei Professoren der University of San Francisco, von denen eine die Klinikerin Laura Van’t Veer ist, die die innovative Brustkrebsstudie I-SPY 2 Trial leitet. Tatsächlich sind diese Forscher jedoch nicht an der University of San Francisco, sondern an der UCSF tätig, und die UCSF ist im Bereich der Brustkrebsforschung ein weitaus einflussreicherer Vorreiter als Stanford.
Patienten mit hohen ENPP1-Werten reagierten schlechter auf pembrolizumab und hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für Metastasen, während Patienten mit niedrigen ENPP1-Werten besser auf pembrolizumab ansprachen und keine Metastasen aufwiesen. ENPP1 sagt die Reaktion auf Immuntherapie und die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls voraus.
Diese Forschung ist keine Neuigkeit und seit einigen Jahren ein laufendes Forschungsthema. Es gibt auch eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 2022.
Die Forscher fanden eine Korrelation zwischen dem ENPP1-Protein und Brustkrebsmetastasen, was als starker Indikator für eine Resistenz gegen die pembrolizumab-Immuntherapie gilt. Diese Information könnte helfen, schneller die angemessene Dosierung eines Medikaments zu finden oder bestimmte Medikamentenklassen ganz zu vermeiden. Außerdem hofft man, nach weiterer Forschung feststellen zu können, ob neue Medikamente dieses Protein angreifen können, damit das Immunsystem Krebs besser bekämpfen kann.
Als Nebenaspekt wird es vermutlich Menschen geben, die die in Experimenten verwendeten Mäuse im industriellen Maßstab produzieren. Wie weit ist der Zeitpunkt noch entfernt, an dem man eine ganze Maus modellieren kann? Soweit zuletzt bekannt, konnte man einen kleinen Wurm vollständig kartieren, aber eine Maus ist weitaus komplexer. Die Rechenleistung steigt jedoch weiter.
Ich entscheide mich für die Antwort „off“.
Es gibt einen Kommentar mit „in mice“.
Es gibt einen als [flagged] markierten Kommentar.
Es wird gehofft, dass bald eine Therapie verfügbar sein wird.