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Die Immuntherapie verändert die Krebsbehandlung dauerhaft
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Sein Gehirntumor galt als hoffnungsloser Fall. Doch ein experimentelles Medikament ließ ihn schmelzen
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Ende April 2023 erhielt die Krebsforscherin Marcela Maus am Mass General in Boston einen Anruf von ihrem Kollegen Bryan Choi. Choi rief aufgeregt: "Oh mein Gott, oh mein Gott!" Choi und Maus hatten den ersten Patienten in einer klinischen Studie zu Glioblastomen, einer aggressiven Form von Hirnkrebs, behandelt. Der 74-jährige Mann erhielt genetisch veränderte weiße Blutkörperchen direkt in die Flüssigkeit rund um sein Gehirn. Ein MRT zeigte, dass der Tumor, der wenige Tage zuvor noch so groß wie eine Erdbeere gewesen war, fast verschwunden war.
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Einige Wochen später behandelten sie den zweiten Patienten, Tom Fraser, und derselbe Ablauf wiederholte sich. Auch der dritte Patient zeigte eine ähnliche Reaktion, worauf Maus die Studie stoppte und die Ergebnisse aufschrieb.
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Das Glioblastom ist der häufigste bösartige Hirntumor, kann in jedem Alter auftreten und ist tödlich. Die durchschnittliche Überlebenszeit nach der Diagnose liegt bei etwas mehr als einem Jahr. Der erste Schritt der Behandlung ist eine Operation, bei der so viel Tumorgewebe wie möglich entfernt wird. Doch der Tumor dringt tief ins Gehirn ein und lässt sich daher nur schwer vollständig entfernen.
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Die Revolution der Immuntherapie
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In den vergangenen 20 Jahren hat die Immuntherapie in der Onkologie alle Erwartungen übertroffen. Das Immunsystem ist äußerst gut darin, alles anzugreifen, was es als Krankheit erkennt. Auf Krebs angewendet kann es Tumoren gründlicher beseitigen als eine Operation oder Chemotherapie.
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Maus und Choi fanden einen Weg, T-Zellen, die universellen Killer des Immunsystems, so einzusetzen, dass sie Krebs wie ein Virus erkennen und zerstören. Dazu entnahmen sie T-Zellen aus dem Blut der Patienten, bearbeiteten deren DNA und injizierten sie anschließend wieder in die Tumorregion, sodass der Krebs als Virus erkannt wird.
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Fraser erhielt die Behandlung am Tag der Injektion in einem Raum voller Ärzte, Pflegekräfte und Wissenschaftler. 24 Tage später verließ er das Krankenhaus in nahezu vollständiger Remission.
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Grenzen und Zukunft der Immuntherapie
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Die Immuntherapie hat große Erfolge bei Leukämie, Lymphomen und Hautkrebs erzielt, stößt bei soliden Tumoren jedoch weiterhin auf Schwierigkeiten. Wenn die frühen Ergebnisse beim Glioblastom Bestand haben, wäre das ein historisches Ereignis.
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Nachdem Choi und Maus ihre Ergebnisse im März 2023 im New England Journal of Medicine veröffentlicht hatten, wurden sie von Onkologen aus der ganzen Welt kontaktiert. Die bisherigen Behandlungsmethoden waren miserabel.
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Patienten mit Glioblastom werden nach der Diagnose oft innerhalb weniger Tage operiert. Das liegt an der Aggressivität der Krankheit und an den Besonderheiten des Gehirns. Wenn der Tumor zu wachsen beginnt, wird normales Gewebe verdrängt, und die neurologischen Auswirkungen nehmen rasch zu.
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Herausforderungen und Kosten der Immuntherapie
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Immuntherapie ist teuer und komplex. Bei der CAR-T-Therapie müssen zum Beispiel T-Zellen aus dem Blut des Patienten entnommen, genetisch verändert und anschließend wieder infundiert werden. Dieser Prozess ist arbeitsintensiv und kostspielig.
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Im Labor von Maus sind mehrere Schritte erforderlich, um CAR-T-Zellen herzustellen. Das dauert mehrere Wochen und erfordert viel Ausrüstung und Personal.
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Die Kosten und Effizienz der Immuntherapie könnten sich künftig verbessern. Forschende arbeiten an Methoden, T-Zellen direkt im Körper der Patienten genetisch zu verändern.
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Zusammenfassung von GN⁺
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Dieser Artikel behandelt die revolutionären Auswirkungen der Immuntherapie auf die Krebsbehandlung. Besonders anhand früher Erfolge bei soliden Tumoren wie dem Glioblastom zeigt er das Potenzial der Immuntherapie.
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Obwohl Immuntherapie mit Herausforderungen wie hohen Kosten und großer Komplexität verbunden ist, könnte sie durch künftige technologische Fortschritte verbessert werden.
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Der Artikel gibt Krebspatienten und ihren Familien Hoffnung und steigert die Erwartungen an die Zukunft der Immuntherapie.
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