1 Punkte von GN⁺ 2023-12-16 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Schutz von Handy-Passcodes

  • Laut einem einstimmigen Urteil des Obersten Gerichtshofs des US-Bundesstaats Utah müssen Tatverdächtige ihren Passcode der Polizei nicht mitteilen.
  • Das Urteil stützt sich auf das Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen, das im 5. Verfassungszusatz der USA verankert ist, und könnte vom Obersten Gerichtshof der USA überprüft werden.

Der Fall Alfonso Valdez

  • Alfonso Valdez wurde wegen des Verdachts festgenommen, seine Ex-Freundin entführt und misshandelt zu haben.
  • Die Polizei erhielt einen Durchsuchungsbeschluss, um den Inhalt von Valdez’ Handy zu durchsuchen, konnte den Passcode jedoch nicht knacken.
  • Valdez weigerte sich, der Polizei den Passcode zu geben, und im Prozess führte diese Weigerung zusammen mit dem Mangel an Beweisen zu einer Verurteilung.

Entscheidung des Berufungsgerichts

  • Das Berufungsgericht entschied, dass Valdez nach dem 5. Verfassungszusatz das Recht habe, die Herausgabe des Passcodes zu verweigern, und dass seine Verwendung im Prozess einen Verstoß darstelle.
  • Der Oberste Gerichtshof von Utah bestätigte die Entscheidung des Berufungsgerichts.

Mögliche Prüfung durch den Supreme Court

  • Es wurden wichtige Fragen dazu aufgeworfen, wie der 5. Verfassungszusatz auf die Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden um verschlüsselte Informationen auf elektronischen Geräten anzuwenden ist.
  • Im Fall Valdez geht es nicht um eine Anordnung, ein Gerät aktiv zu entsperren, sondern um eine moderne Technologiesituation, mit der sich der Supreme Court bisher noch nicht befasst hat.
  • Der Oberste Gerichtshof von Utah urteilte, dass die mündliche Preisgabe eines Passcodes eine testimonialen Kommunikation im Sinne des 5. Verfassungszusatzes darstellt.

Meinung von GN⁺

  • Dieser Fall spielt eine wichtige Rolle dabei, ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Privatsphäre des Einzelnen und der Strafverfolgung zu finden.
  • Die Sicherheit persönlicher elektronischer Geräte wie Handys wird immer wichtiger, und solche Urteile können die Sicherheit dieser Geräte stärken.
  • Der Fall könnte dem Obersten Gerichtshof der USA die Gelegenheit geben, rechtliche Fragen rund um die Sicherung digitaler Beweise zu präzisieren, und damit ein interessantes Beispiel für das Zusammenspiel von Technologie und Recht werden.

2 Kommentare

 
ndrgrd 2023-12-16

Sollte das nicht möglich sein, wenn ein Durchsuchungsbefehl vorliegt? Wenn das so ist, was bedeutet der Durchsuchungsbefehl dann überhaupt?

 
GN⁺ 2023-12-16
Hacker-News-Kommentare
  • Frage zu Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit verschlüsselten Daten oder geheimen Codes
    • Es wird die Frage aufgeworfen, ob man rechtlich dazu gezwungen werden kann, die Bedeutung zu erklären, wenn man über eine abgehörte Telefonleitung verschlüsselte Sprache verwendet.
  • Rat, keine sensiblen Informationen auf dem Handy zu speichern
    • Ein Handy ist niemals der Freund des Nutzers, und ein schlichtes Linux-Gerät ohne Biometrie, Telemetrie, Public Cloud und Unternehmens-Überwachungssoftware könnte sicherer sein.
  • Fragen zu mehreren Profilen und Verschlüsselung
    • Frage dazu, was passiert, wenn man durch Eingabe eines Codes das Profil wechselt und ein anderes Profil verschlüsselt.
  • Pflicht zur Herausgabe von Passwörtern im Vereinigten Königreich
    • Im Vereinigten Königreich muss man auf Anordnung Passwörter herausgeben.
  • Regionaler Geltungsbereich des Gerichtsurteils
    • Das Urteil gilt nur für den Bundesstaat Utah, und in anderen Bundesstaaten könnte anders entschieden werden. Man muss auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA warten, das landesweite Auswirkungen hat.
  • Warnung vor Biometrie und numerischen Passcodes
    • Da diese rechtlich erzwungen werden könnten, wird empfohlen, statt Biometrie oder numerischen Passcodes ein Passwort mit einer Mischung aus Buchstaben und Zahlen zu verwenden.
  • Historischer Wandel und Debatte über die Offenlegung von Passwörtern
    • Früher konnten persönliche Besitztümer niemanden selbst zum Kriminellen machen, doch inzwischen ist die Frage der Preisgabe von Passwörtern Gegenstand von Debatten.
  • Missverständnisse über das Urteil in Utah und Erklärung seines Kerns
    • Bei dem Urteil geht es nicht um ein Recht, die Herausgabe des Passworts zu verweigern, sondern um die feinere Frage, ob die Verweigerung der Passwortherausgabe im Prozess als belastender Beweis verwendet werden darf.
  • Warnung zu Zeichen, die bei der Passworteingabe auf dem Bildschirm erscheinen
    • Man sollte Handys vermeiden, die während der Eingabe Klartext-Zeichen des Passworts auf dem Bildschirm anzeigen, da diese von umliegenden Videokameras aufgezeichnet werden könnten.
  • Frage zur Möglichkeit, Passwörter anhand persönlicher Informationen zu erraten
    • Es wird gefragt, ob ein Large Language Model (LLM), das mit den persönlichen Informationen einer Zielperson gefüttert wird, Passwörter schneller als Menschen erraten könnte. Im Fall eines auf das Erraten von Passwörtern spezialisierten LLMs könnte das das Ende des Passworts bedeuten.