Verizon fällt auf gefälschten „Durchsuchungsbefehl“ herein und gibt Handy-Daten eines Opfers an Stalker weiter
(arstechnica.com)- Verizon wurde von einem falschen Polizisten und einem gefälschten Durchsuchungsbefehl getäuscht und gab die Adresse sowie Anrufprotokolle des Opfers an einen Stalker weiter
- Der Stalker Robert Michael Glauner wurde in der Nähe des Hauses des Opfers festgenommen und hatte dabei ein Messer bei sich
- Glauner hatte mit dem Opfer eine romantische Online-Beziehung, versuchte aber auch nach dem Ende der Beziehung weiter Kontakt aufzunehmen
Falscher Polizist, gefälschte Richterunterschrift
- Glauner täuschte Verizon, indem er dem Verizon Security Assistance Team (VSAT) gefälschte E-Mails und einen gefälschten Durchsuchungsbefehl schickte.
- Obwohl die E-Mail von einer Proton Mail-Adresse gesendet wurde, erkannte Verizon nicht, dass es sich bei der Anfrage um Betrug handelte
- Der Durchsuchungsbefehl enthielt den Namen eines nicht existierenden Polizeibeamten sowie eine gefälschte Richterunterschrift
Verizon gibt Adresse und Anrufprotokolle heraus
- Nach Prüfung der gefälschten Dokumente gab Verizon die Adresse und Anrufprotokolle des Opfers an Glauner weiter.
- Laut der Verizon-Website bearbeitet VSAT rechtliche Anfragen vertraulich und unter Einhaltung aller geltenden Gesetze
- Verizon erklärte, man arbeite in dem Fall mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen
Meinung von GN⁺
Der wichtigste Punkt dieses Artikels ist, dass Verizon durch einen falschen Polizisten und einen gefälschten Durchsuchungsbefehl zur Herausgabe persönlicher Informationen eines Opfers verleitet wurde. Solche Vorfälle machen Schwachstellen beim Datenschutz und in den Systemen von Unternehmen zur Bearbeitung rechtlicher Anfragen sichtbar, was für viele Menschen ein interessantes Thema sein kann. Besonders für Personen mit Interesse an Cybersecurity und Datenschutz kann dieser Fall ein wichtiges Lehrbeispiel sein.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentar
Gerichtsbeschlüsse zu fälschen ist sehr einfach
Ein Verizon-Sprecher erklärte, man arbeite in diesem Fall mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen
Jemand, der nebenbei bei einem kleinen Community-ISP arbeitet, hatte zweimal mit dem Rechtssystem zu tun
In der TV-Serie "Mr. Robot" wird ein ähnlicher Fall dargestellt
Die wichtigste Methode, die Gültigkeit eines von einem Richter unterschriebenen Beschlusses zu prüfen, besteht darin, eine Unterschrift anzusehen, die sich leicht fälschen lässt
Die E-Mail enthielt die Proton-Mail-Standardsignatur "Sent with Proton Mail secure email"
Solche Dokumente werden sehr häufig gefälscht
Abgesehen vom Wahnsinn der eigentlichen Geschichte überrascht vor allem, dass sich der Fall über die Dating-Funktion der Pornowebsite Hamster.com entwickelte
Große Unternehmen wie Verizon sollten ein klar definiertes Verfahren haben, um auf Anfragen von Strafverfolgungsbehörden zu reagieren
E-Mails sollten wohl mit PGP signiert sein
Beim Ordnen des Nachlasses meiner Mutter war es erschreckend zu sehen, wie viel Schaden man mit zwei einfachen Dokumenten ohne überprüfbare Unterschrift anrichten könnte (Sterbeurkunde und Erbschein)