2 Punkte von GN⁺ 2023-11-26 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ab Juni 2024 wird Google Chrome beginnen, Einschränkungen für Werbeblocker-Erweiterungen einzuführen
  • Die Einführung des neuen Erweiterungsformats „Manifest V3“ wurde nach einer einjährigen Unterbrechung wieder aufgenommen
  • Aktuelle Chrome-Erweiterungen, die das Format Manifest V2 verwenden, werden ab Juni 2024 in instabilen Versionen (Beta-, Entwickler- und Canary-Kanal) nicht mehr nutzbar sein

Googles Argumente und Gegenpositionen

  • Google behauptet, dass Manifest V3 den Ressourcenverbrauch des Browsers senkt und die Privatsphäre der Nutzer vor Entwicklern schützen kann
  • Die Electronic Frontier Foundation (EFF) kritisiert Googles Behauptungen jedoch als „irreführend und bedrohlich“
  • Auch der Manager für Add-ons bei Firefox teilt Googles Datenschutzargumentation nicht, und die EFF stellt zudem Googles Behauptung zur „Ressourceneinsparung“ infrage

Auswirkungen von Manifest V3

  • Alle sind sich einig, dass Manifest V3 Auswirkungen auf Werbeblocker-Erweiterungen haben wird
  • Google wird die Zahl der Filterregeln willkürlich begrenzen und damit die Werbeblocker-Funktionalität abschwächen
    • Ursprünglich wurde ein Limit von 5.000 vorgeschlagen, nach Widerstand jedoch auf 30.000 erhöht
    • Allerdings enthält uBlock Origin derzeit mehr als 300.000 Filterregeln, und durch zusätzliche Blocklisten könnte diese Zahl noch weiter steigen
  • Firefox plant im Gegensatz zu Chrome, Manifest V3 ohne Einschränkungen bei Filterung und anderen Funktionen zu implementieren

Meinung von GN⁺

Der wichtigste Punkt dieses Artikels ist, dass Google ab Juni 2024 mit Manifest V3 eine neue Richtlinie einführen will, die Werbeblocker-Erweiterungen im Chrome-Browser einschränkt. Diese Änderung könnte erhebliche Auswirkungen auf das Surferlebnis und den Datenschutz der Nutzer haben und dazu führen, dass einige auf andere Browser wechseln. Der Politikwechsel ist ein Beispiel für das Spannungsverhältnis zwischen Datenschutz und Werbeeinnahmen in der Technologiebranche.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2023-11-26
Hacker-News-Kommentare
  • Wenn ich mich schon von Chrome lösen will und es dann keine vernünftige Erweiterung zum Blockieren von Werbung gibt, werde ich zu einem anderen Browser wechseln. Ich habe Firefox ausprobiert und fand ihn gut. In den Kommentaren wurde mir Librewolf empfohlen, das werde ich mir ansehen. Da das Ad-Blocking bisher ausgereicht hat, habe ich die Einrichtung von Pi-hole aufgeschoben, aber jetzt werde ich es installieren. Dank Google werde ich mein Blocking also noch verstärken.
  • Nicht nur auf YouTube, die meisten Anzeigen sind bösartig, und ohne Werbeblocker ist das Web weder sicher noch gut benutzbar. Sogar das FBI empfiehlt die Nutzung von Werbeblockern für die Sicherheit im Netz.
  • Wenn Chrome Werbeblocker einschränkt und zugleich eine klare Möglichkeit bietet zu erkennen, ob es Chrome ist oder nicht, frage ich mich, ob Websites anfangen werden, Firefox oder andere Browser zu blockieren.
  • Aus geschäftlicher Sicht ist Google nachvollziehbar, weil der Großteil der Einnahmen aus Werbung kommt. Langfristig wird das aber den Such- und Medienprodukten von Google wie YouTube schaden, und die Leute werden Wege suchen, mehr Geld auszugeben, um Google-Werbung zu vermeiden. Auf menschlicher Ebene fühlt sich das wie die seltsamste Form von Corporate Bullying an.
  • Ich bin überrascht, dass nicht mehr Menschen Firefox aus pragmatischer Sicht nutzen. Ich verwende hauptsächlich Firefox, um Privates und Berufliches zu trennen.
  • Wenn es damit beginnt, dass Chrome Werbeblocker blockiert, und dann dazu übergeht, andere Browser absichtlich zu verlangsamen, könnte das zu Verstößen gegen das Kartellrecht führen. Das könnte wegen Missbrauchs von Marktmacht problematisch werden, ähnlich wie bei den Maßnahmen der Regierung gegen Microsoft.
  • Solange es Computer für allgemeine Zwecke gibt, werden Werbeblocker gewinnen. Selbst wenn es ein ManifestV4 gäbe, das Netzwerkfilterung vollständig blockiert, könnte man einen GPU-Treiber mit einem AI-Modell laufen lassen, der alles blockiert, was wie Werbung aussieht.
  • Ich empfehle, Lösungen zu verwenden, die Werbung außerhalb des Browsers auf Computer- oder Router-Ebene blockieren. Allerdings werden das nur sehr wenige Menschen tatsächlich umsetzen.
  • Auch unter Manifest V3 blockiert UBOL weiterhin mehr als 99 % der Werbung. Erweiterte Funktionen gehen zwar verloren, aber ob viele Menschen das überhaupt bemerken, ist fraglich.
  • Wird das der letzte oder der erste Nagel für Google sein? Es wäre auf jeden Fall ein klares Argument für eine Zerschlagung.