Google verklagt zwei Männer, die DMCA-Meldungen als Waffe nutzten, um Wettbewerber zu zerschlagen
(torrentfreak.com)Google verklagt Personen wegen DMCA-Missbrauchs, der Wettbewerbern schadet
- Google hat in Kalifornien zwei Männer verklagt. Sie sollen mit 65 Google-Konten gefälschte Urheberrechts-Löschanträge (DMCA) an Google gesendet haben, die auf bis zu 620.000 URLs abzielten.
- Laut Google störte dieses Vorgehen die Geschäfte von Konkurrenzunternehmen und schadete Googles Geschäft sowie seinen Kunden. Mit der Klage wolle das Unternehmen ein Zeichen setzen, dass nun Schluss sei.
Beklagte machten Löschanträge nach dem DMCA zur Waffe
- Googles Klage richtet sich gegen Nguyen Van Duc und Pham Van Thien, die mutmaßlich in Vietnam leben. Sie sollen das System systematisch mit gefälschten Urheberrechts-Löschanträgen missbraucht haben, um URLs von Wettbewerbern aus den Google-Suchergebnissen entfernen zu lassen.
- Sie sollen mindestens 65 Google-Konten erstellt und nachweislich gefälschte Meldungen zu 117.000 URLs eingereicht haben; zusätzlich vermutet Google weitere Meldungen zu 500.000 URLs.
- Die Beklagten sollen mit Websites verbunden sein, die T-Shirts verkaufen, und Googles Richtlinien sowie das DMCA-Löschverfahren ausgenutzt haben, um Wettbewerbern gezielt zu schaden.
Google will den Missbrauch beenden und die Beklagten zur Verantwortung ziehen
- Google ist als wichtiger Vermittler jährlich mit DMCA-Meldungen zu rund 600 Millionen URLs befasst und verpflichtet, als urheberrechtsverletzend gemeldete Inhalte schnell zu entfernen oder zu deaktivieren.
- Durch gefälschte DMCA-Meldungen können Inhalte zu Unrecht entfernt werden, was Googles Suchmaschinen-Werbegeschäft und den Geschäftsbetrieb beeinträchtigt, den Kunden erwarten.
- Laut Google führten die Beklagten eine Kampagne durch, um mithilfe des Missbrauchs von Googles Systemen und dem DMCA-Löschverfahren Konkurrenzunternehmen zu schwächen.
Falsche Namen, betrügerische Behauptungen
- Die an Google gesendeten gefälschten DMCA-Meldungen können auch anderen Parteien schaden.
- Die Beklagten sollen fälschlich behauptet haben, große Unternehmen wie Amazon, Twitter und NBC News sowie Sportteams wie die Philadelphia Eagles, Los Angeles Lakers und San Diego Padres zu vertreten.
- Zudem sollen sie fälschlich angegeben haben, Prominente wie Elon Musk, Taylor Swift, LeVar Burton und Kanye West zu vertreten.
- Google weist außerdem darauf hin, dass die beiden in Vietnam offen mit ihrem „SEO“-Plan geworben haben, einer Strategie zur unfairen Unterdrückung von Websites und Produkten von Wettbewerbern in den Google-Suchergebnissen.
Die Beklagten zur Rechenschaft ziehen
- Wer in einer DMCA-Mitteilung vorsätzlich falsche Angaben macht, kann für Schäden, Kosten und Anwaltsgebühren haftbar gemacht werden.
- Google gibt an, durch das Verhalten der Beklagten wirtschaftlichen Schaden erlitten zu haben, darunter entgangene Werbeeinnahmen, beschädigte Geschäftsbeziehungen und der erhebliche Ressourceneinsatz zur Untersuchung des Fehlverhaltens.
- Google fordert Anwaltsgebühren und Schadensersatz und wirft den Beklagten vor, ihre Verträge mit Google verletzt und vorsätzlich in die Vertragsbeziehungen zwischen Google und Werbekunden eingegriffen zu haben.
- Außerdem beantragt Google eine Anordnung, die den Beklagten untersagt, weitere gefälschte Löschmeldungen einzureichen oder Gmail-Konten zu erstellen, und sie daran hindert, Googles Produkte oder Dienste zur Werbung für Websites oder Produkte zu nutzen.
Meinung von GN⁺
Der wichtigste Punkt an diesem Artikel ist, dass Google rechtlich gegen den Missbrauch des DMCA-Systems für Urheberrechts-Löschanträge vorgeht, wenn dadurch Wettbewerber geschädigt werden. Solche Klagen zeigen Googles Willen, fairen Wettbewerb im Online-Geschäftsumfeld aufrechtzuerhalten, und könnten einen wichtigen Wendepunkt bei der Verhinderung des Missbrauchs des Urheberrechts markieren. Für alle, die sich für digitales Copyright-Management und den Betrieb von Online-Business interessieren, ist das ein spannendes Thema.
6 Kommentare
Interessant.
Ehrlich gesagt hatte ich beim Erhalt von DMCA-Meldungen stark den Eindruck, dass einfach erst mal alles Mögliche mit DMCA gemeldet wird.
Und auch aus Sicht der Verwaltung entfernt man etwas, sobald eine Anfrage eingeht, oft einfach, ohne es zu prüfen.
Besonders seltsam fand ich, dass ein koreanisches Unternehmen auf einer koreanischen Website eine DMCA-Meldung einreicht.
Wenn es die Google-Suche nicht gäbe ...
Es ist sehr wichtig, bei der Google-Suche weit oben zu erscheinen, deshalb passiert so etwas ständig.
Hier geht es um T-Shirts, aber selbst bei Websites, die koreanische Video-/Comic-Inhalte illegal teilen, kommt es sehr häufig vor, dass sie die Originalseiten melden.
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