- Die E-Commerce-Plattform Shopify hat Klage gegen eine unbekannte Person eingereicht, die zahllose gefälschte Urheberrechtsbeschwerden verschickt haben soll.
- Der Beklagte, ein „John Doe“, nutzte den Account „Sacha Go“, um Dutzende Digital-Millennium-Copyright-Act-(DMCA)-Takedown-Anträge gegen verschiedene Verkäufer einzureichen, die Parfümprodukte verkaufen.
- Das DMCA-Takedown-Verfahren ist ein Werkzeug, mit dem Urheberrechtsinhaber rechtsverletzende Inhalte aus dem Web entfernen lassen können, und nimmt täglich Millionen von URLs offline.
- Shopify erhält jeden Monat Tausende Takedown-Mitteilungen und verarbeitet sie automatisch, stellte jedoch fest, dass alle Takedown-Anträge von „Sacha Go“ gefälscht waren.
- Durch die gefälschten DMCA-Mitteilungen wurden legitime Produkte offline genommen, und Verkäufer liefen Gefahr, wegen mehrerer falscher Behauptungen ihre gesamten Accounts zu verlieren.
- Shopify behauptet, dass der Beklagte keines der in den Mitteilungen beanspruchten Urheberrechte besitzt und dass die falschen Behauptungen tatsächlich zu Entfernungen und Strikes gegen die betroffenen Shops geführt haben.
- Händler können Strikes entfernen lassen, wenn sie erfolgreich eine Gegendarstellung einreichen, doch dieser Prozess kann bis zu zwei Wochen dauern. Wer sein Einspruchsrecht nicht kennt, riskiert den Verlust seines Accounts.
- Dem Beklagten wird vorgeworfen, zwischen dem 5. und 13. Oktober mehr als 70 betrügerische Takedown-Mitteilungen verschickt und dadurch 52 Strikes gegen verschiedene Shops verursacht zu haben.
- Shopify leitete eine Untersuchung ein, stellte alle Artikel wieder her und entfernte alle Strikes, was für das Unternehmen jedoch erhebliche Kosten verursachte.
- Das Unternehmen fordert Schadensersatz und eine Unterlassungsverfügung, um künftige gefälschte DMCA-Mitteilungen zu verhindern. Shopify will den Beklagten durch Discovery identifizieren und für den DMCA-Missbrauch zur Verantwortung ziehen.
2 Kommentare
DMCA-Meldungen werden sehr häufig auch zu böswilligen Zwecken eingesetzt.
Bei der Google-Suche werden Meldungen allzu oft eingereicht, um konkurrierende Websites aus den Suchergebnissen auszuschließen; deshalb wird das massenhafte Melden teils nur wichtigen Partnern ermöglicht.
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