Die Farben verschwinden allmählich aus der Welt
(tumblr.macleodsawyer.com)-
Die Science Museum Group Collection hat 7.000 Objektfotos seit dem 19. Jahrhundert in 21 Kategorien mithilfe von Computer Vision analysiert und festgestellt, dass achromatische Farbtöne allmählich zunehmen.
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Bei Autos begann der Anteil achromatischer Farben ab Mitte der 1990er-Jahre zu steigen; heute sind mehr als etwa 70 % achromatisch.
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Vergleicht man Wohnhäuser aus den 1970er- und 1980er-Jahren mit „modernen Häusern“, zeigt sich ein deutlicher Unterschied.
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Auch McDonald’s-Filialen verlieren im Vergleich von früher zu heute zunehmend ihre Farben.
4 Kommentare
Ich denke, statt dass die Farben allmählich verschwinden,
ist eher minimalistisches/einfaches Design derzeit im Trend, sodass auch Farben zunehmend minimalistischer werden.
Wenn wieder ein Trend zu auffälligem Design kommt, werden wohl auch kräftige Farben wieder zunehmen, oder?
Wenn es nur an Trends läge, wäre es schwer zu erklären, dass sich diese Tendenz schon seit 200 Jahren fortsetzt ... Ich vermute eher, dass grundlegendere Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur oder die Massenproduktion neuer Gegenstände, bei denen häufig achromatische Farbtöne verwendet werden (zum Beispiel Computer), der Grund sein könnten.
Das erinnert mich auch an das Phänomen, dass Markenlogos sich immer ähnlicher werden. Warum wird die Welt immer eintöniger?
Wenn ich kurz aus chemieingenieurwissenschaftlicher Sicht etwas dazu sagen darf: Seit Claire Patterson 1965 vor der Giftigkeit von Blei gewarnt hat, wurden schwermetallhaltige Stoffe, allen voran Blei in Farben und Pigmenten, in rasantem Tempo weitgehend aus dem Verkehr gezogen. Noch heute gilt es als einer der wichtigsten Indikatoren für Bleivergiftung, ob man in einem Altbau aus den 1960er Jahren lebt. Seit den 1980er Jahren sind die Kosten, künstlichen Objekten Farben in der früheren Intensität zu geben, im Vergleich zu davor um ein Vielfaches gestiegen. Unter diesem Einfluss haben sich Design und kunsthistorische Strömungen vollständig gewandelt, und seit den 2000er Jahren kann man dank der Entwicklung von Displays im Alltag Farbwelten erleben, die „realer als die Realität“ wirken. Ist es da nicht eine der Hauptursachen, dass sich auf der einen Seite Anbieter, die unter Wartungskosten und Produktionskosten leiden, und auf der anderen Seite Verbraucher, die leuchtende Primärfarben als billig oder geschmacklos empfinden, gewissermaßen auf eine Abkehr davon verständigt haben? Das wollte ich, wenn auch mit begrenzter Sachkenntnis, einmal kurz zu Papier bringen.