10 Punkte von GN⁺ 12 시간 전 | 3 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Die Arbeitslosenquote unter aktuellen CS-Absolventen in den USA liegt mit 6,1 % zwar hoch, aber wenn man Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Einstiegsgehälter zusammen betrachtet, gehören Informatik und Computer Engineering weiterhin zu den Studienfächern mit guten Arbeitsmarktergebnissen
  • Das Problem ist weniger der Abschluss als vielmehr die Pipeline für Berufseinsteiger: Von Ende 2023 bis Ende 2024 stieg die Zahl der Stellenanzeigen für Junior-Softwareentwickler zwar um etwa 47 %, die tatsächlichen Einstellungen gingen jedoch um rund 73 % zurück, und auch Stellenanzeigen ohne echte Einstellungsabsicht sind weit verbreitet
  • Um den ersten Job zu bekommen, ist es wirksamer, statt wahlloser Bewerbungen reale Kontakte und Empfehlungen zu nutzen und bei Startups, die ein ähnliches Risiko wie Berufseinsteiger eingehen, nachweisbare Erfahrung aufzubauen
  • Statt Spielzeugprojekten muss man sich Erfahrung selbst schaffen – mit ausgelieferten Produkten mit echten Nutzern, Open-Source-Beiträgen oder Arbeiten, die Probleme kleiner Unternehmen lösen – und technische Entscheidungen sowie deren Begründung klar erklären können
  • Der Umgang mit Cursor oder Copilot ist inzwischen eine Basiskompetenz; differenzieren können sich Ingenieure, die verstehen, wie AI-Systeme funktionieren und implementiert werden, etwa bei Dokumentsegmentierung, Embeddings, Vektordatenbanken, RAG oder Multi-Agenten-Systemen

Rein nach den Statistiken sieht die Lage für Informatikabsolventen schlechter aus

  • Laut Statistiken der Federal Reserve Bank of New York liegt die aktuelle Arbeitslosenquote unter US-Absolventen bei 6,1 % für Informatik und bei 7,5 % für Computer Engineering
  • Im Vergleich zu 3,2 % bei Philosophie und 3,0 % bei Kunstgeschichte wirken die Werte für Informatik und Computer Engineering hoch
  • Allerdings ist die niedrige Arbeitslosenquote mancher Fächer teilweise darauf zurückzuführen, dass dafür kein Hochschulabschluss nötig ist oder dass Absolventen Jobs annehmen, die nichts mit ihrem Fach zu tun haben

Mit Unterbeschäftigung fällt die Bewertung anders aus

  • Rechnet man auch Unterbeschäftigung ein, also Tätigkeiten, für die kein Hochschulabschluss erforderlich ist, liegen Ingenieurfächer bei unter 20 % und damit unter dem aktuellen Durchschnitt aller Absolventen von 42 %
  • Betrachtet man Arbeitslosenquote, Unterbeschäftigung und Einkommen zu Beginn der Laufbahn gemeinsam, gehören Informatik und Computer Engineering weiterhin zu den Feldern mit insgesamt guten Arbeitsmarktergebnissen
  • Nicht der Abschluss selbst hat seinen Wert verloren, sondern der Zugangskanal, über den Absolventen in ihren ersten Job gelangen, ist schwächer geworden

Stellenanzeigen für Berufseinsteiger und tatsächliche Einstellungen driften auseinander

  • Von Ende 2023 bis Ende 2024 stieg die Zahl der als entry-level software engineer gekennzeichneten Stellenanzeigen um etwa 47 %
  • Im gleichen Zeitraum gingen die tatsächlichen Einstellungen von Berufseinsteigern um etwa 73 % zurück
  • Auch Ghost Jobs, also Anzeigen, die nur geschaltet werden, um wie ein wachsendes Unternehmen zu wirken, nehmen zu, sodass die Zahl der Anzeigen reale Chancen nicht mehr zuverlässig abbildet
  • Es ist schwieriger geworden, den Haupteingang in die Berufseinsteiger-Rekrutierung zu finden, aber die Einstiegsmöglichkeiten selbst sind nicht verschwunden

Statt offener Bewerbungen sollte man reale Kontakte breit erkunden

  • Rund 26 % der Jobangebote kommen über Empfehlungen zustande; eine warme Einführung kann daher mehr bewirken als Hunderte Bewerbungen über Jobportale
  • Man sollte das eigene reale Netzwerk prüfen – Kommilitonen, Professoren, frühere Kontakte aus Praktika, Verwandte – und Menschen finden, die in einstellenden Unternehmen arbeiten oder Entscheidungsträger kennen
  • Das Ziel ist nicht bloß ein Eintrag als Referenzperson, sondern der Kontakt zu Personen, die an Einstellungsentscheidungen beteiligt sind

Das symmetrische Risiko von Berufseinsteigern und Startups nutzen

  • Ein Ingenieur ohne Berufserfahrung ist aus Unternehmenssicht eine riskante Einstellung, und auch Startups tragen Risiken wie möglicherweise geringere Vergütung, unsichere Zukunft und hohe Leistungserwartungen
  • Weil beide Seiten ein ähnliches Risiko eingehen, kann zwischen Berufseinsteigern und Startups ein gemeinsames Interesse entstehen
  • In Startups kann man schnell lernen und ein breites Aufgabenspektrum erleben; diese Erfahrung lässt sich später in die von Großunternehmen geforderte Praxiserfahrung übertragen
  • Der erste Job sollte nicht als endgültiges Langzeitziel gesehen werden, sondern als Phase, in der man Fähigkeiten nachweist und lernt

Nicht darauf warten, eingestellt zu werden, sondern selbst Erfahrung aufbauen

  • Unternehmen wollen Bewerber mit Erfahrung, geben Berufseinsteigern aber oft nicht die Gelegenheit, diese Erfahrung zu sammeln – ein Widerspruch
  • Um daraus auszubrechen, muss man Ergebnisse schaffen, die in der Realität genutzt werden – etwa ausgelieferte Projekte, Open-Source-Beiträge oder Software, die echte Probleme kleiner Unternehmen oder der Familie löst
  • Recruiter stehen bloßen Übungsprojekten skeptisch gegenüber; deshalb sollte man bei einer Anwendung, die ein reales Problem löst, auch erklären können, warum bestimmte Design- und Implementierungsentscheidungen getroffen wurden

Statt nur AI-Tools zu nutzen, sollte man AI Engineering lernen

  • Die Fähigkeit, Tools wie Cursor oder Copilot zu nutzen, ist bereits zur Grundanforderung geworden und reicht allein kaum noch zur Differenzierung
  • Selbst unter Senior Engineers in der Praxis gibt es viele, die noch nie selbst eine RAG-Pipeline oder ein Multi-Agenten-System gebaut haben
  • Die für Differenzierung nötigen praktischen Fähigkeiten sind unter anderem:
    • wie man Dokumente in geeignete Einheiten aufteilt
    • wie man Embeddings erzeugt
    • wie man sie in einer Vektordatenbank speichert und abruft
    • wie man Suchergebnisse mit einer real betriebenen Anwendung verbindet
  • 2025 stieg die Zahl der Stellenanzeigen im Bereich AI und Data Science um 163 %; es fehlt an Ingenieuren, die nicht nur Prompts nutzen, sondern auch die interne Funktionsweise von Systemen verstehen

Sich auf nachhaltige Fähigkeiten konzentrieren statt auf einen unvorhersehbaren Markt

  • Kaum jemand hat den Einstellungsboom von 2021 und die anschließende Korrektur präzise vorhergesagt; deshalb ist es schwer, die eigene Karriere durch Prognosen des nächsten Einstellungszyklus zu optimieren
  • Wichtiger als die Marktlage ist es, nachhaltige Engineering-Fähigkeiten aufzubauen: Systeme klar zu verstehen und über sie zu schlussfolgern
  • Der erste Job entscheidet nicht über die gesamte Karriere, und der Startpunkt ist nicht derselbe wie der Ort, an dem man am Ende ankommt

3 Kommentare

 
mammal 7 시간 전

Auch lesenswert

  • Informatik gehört zu den Studienfächern mit der höchsten Arbeitslosenquote
  • Die Arbeitslosenquote unter frischgebackenen Hochschulabsolventen in den USA ist inzwischen höher als die der durchschnittlichen Erwerbstätigen
  • Software stirbt nicht
  • Der Arbeitsmarkt und Software sind kaputt
  • Software stirbt nicht, sie entwickelt sich weiter

Das ist ja nicht mal mehr die Fünf-Phasen-des-Todes-Theorie – so gesammelt ist das einfach nur noch Comedy.

 
preserde 8 시간 전

Irgendwie ist das schon etwas komisch … Damals hieß es noch, Coding sei die Zukunft, und es wurden Coding-Akademien gegründet, und jetzt, wo plötzlich von AI die Rede ist, rudern alle hin und her — da hatte ich schon den Eindruck, dass da wirklich sehr kurzsichtig gedacht wurde. Wie man auch am Artikel sehen kann, scheint das nicht unbedingt nur eine koreanische Situation zu sein.
Schon in dem IT-Bereich, den ich kenne, ist das so; da frage ich mich schon, ob es in anderen Bereichen auch dieses Hin und Her gibt …

 
lazydonkey456 8 시간 전

Man kann das wohl auch so sehen, dass die Veränderungen, die KI in der Gesellschaft auslöst, entsprechend ziemlich radikal sind.