9 Punkte von davespark 2026-02-11 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen

Death of Software. Nah. | Gastbeitrag von Steven Sinofsky für a16z

Kernaussage: AI tötet Software nicht, sondern sorgt dafür, dass mehr Software gebraucht wird. (AI verändert, was bzw. von wem etwas gebaut wird, aber die Menge dessen, was gebaut werden muss, wächst explosionsartig.)

Vergleich früherer Umbrüche (bei allen erwiesen sich die Vorhersagen vom „Tod“ als falsch)

Umbruch zu PCs + grafischen Benutzeroberflächen

  • Frühere Prognose: PCs würden Mainframes/Rechenzentren verdrängen → Realität: Die Zahl der PCs stieg explosionsartig, und auch Rechenzentren wuchsen parallel massiv
  • CLI (Kommandozeile) verschwand nicht, sondern blieb eine zentrale Grundlage von Cloud und Mobile
  • Ergebnis: Neue Giganten wie Google, AWS und Salesforce entstanden, während einige etablierte Unternehmen überlebten oder sich wandelten (Schumpetersche kreative Zerstörung)

Umbruch im Online-Handel (1995 bis heute)

  • Frühere Prognose: Der traditionelle Einzelhandel (z. B. Walmart) stehe kurz vor dem Aus → Realität: Sowohl Amazon als auch Walmart wuchsen zu Billionen-Dollar-Monstern heran
  • Dank Omnichannel-Strategien überlebten etablierte Marktführer, während ständig neue Marken und Formate entstanden
  • Zeithorizont: Der Wandel dauert viel länger als 1995 vorhergesagt und zieht sich über Jahrzehnte

Umbruch bei Medien und Inhalten (von Netscape bis ins Streaming-Zeitalter)

  • Frühere Prognose: Bestehende Medien, Zeitungen, Musikindustrie und TV würden komplett zusammenbrechen und durch neue Medien sowie UGC ersetzt
  • Realität: Neue Player wie Netflix und Spotify entstanden, und auch klassische Medienunternehmen lebten durch Streaming wieder auf und wuchsen
  • Ergebnis: Im Vergleich zu vor 25 Jahren gibt es explosionsartig mehr Medieninhalte (ein moderner Zustand des Überangebots)

Zentrale Schlussfolgerung: Auch im AI-Zeitalter stirbt Software nicht

Die jüngste Überreaktion des Marktes („Software ist tot“, das Zeitalter reiner Software-Player ist vorbei) → völliger Unsinn (Nonsense)

Was als Nächstes passiert (5 Prognosen)

  1. Die Menge an Software wird explosionsartig zunehmen
    → Nicht wegen AI-Coding oder Agenten, sondern weil es noch viel mehr ungelöste Nachfrage gibt, die bislang nicht durch Software adressiert wurde (bei Einzelpersonen, Unternehmen, Organisationen und Geräten)

  2. AI steigt in die oberen Ebenen des Produkt-Stacks auf
    → Branchen wie Banking, Reisen und Shopping werden selbst durch Software neu aufgebaut und dadurch größer und komplexer (Vergleich: Banking 1995 vs. heute)

  3. Völlig neue AI-basierte Tools und Experiences entstehen
    → Es gibt weit mehr Lebens- und Arbeitsprozesse, die noch nicht durch Software verbessert wurden, als solche, die bereits verbessert wurden
    → Durch autonomes Fahren, Robotik usw. ist mit einer explosionsartigen Welle neuer Erfindungen zu rechnen

  4. Die Bedeutung von Domain-Expertise wird maximal steigen
    → Weil die Tools für Kunden und Anbieter gleichermaßen besser werden, wird jedes Fachgebiet deutlich anspruchsvoller
    → Das wiederholt, was schon früher in Banking, Consulting, Design, Recht und Medizin passiert ist (einige Jobs verschwinden, aber es werden noch mehr Fachkräfte gebraucht)

  5. Einige Unternehmen werden zurückfallen
    → Aber die meisten großen Umbrüche verlaufen über deutlich längere Zeiträume als Investitionshorizonte (Karriere- oder Generationenmaßstab)
    → Man vergleiche den heutigen Einzelhandel, die Medien und das Computing mit dem Jahr 2000

Abschließender Satz:
„Strap in. This is the most exciting time for business and technology, ever.”
(Machen Sie sich bereit. Das ist die spannendste Zeit in der Geschichte von Wirtschaft und Technologie.)

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