- Der in Deutschland ansässige Hosting-Anbieter Hetzner plant, die Preise einiger Produkte um bis zu 36 % zu erhöhen
- Da immer mehr Unternehmen und Entwickler auf europäische Technologie-Alternativen umsteigen, hat Hetzner eine enorme Zahl neuer Nutzer gewonnen
- Aufgrund der beispiellosen Nachfrage ist die Verarbeitungskapazität von Hetzner an ihre Grenzen gestoßen; in den vergangenen Monaten kam es wegen fehlender Serverkapazitäten häufig zu ausverkauften Servern
- Zudem sind weltweit die Preise für Hardware, RAM und ähnliche Komponenten im vergangenen Jahr gestiegen, was diese Preiserhöhungen ebenfalls beeinflusst
- Betroffen sind Server- und Hosting-Tarife insgesamt, wobei das Ausmaß der Erhöhungen je nach Einzelposten variiert
- Der Grund für die Preiserhöhungen oder ein konkreter Zeitplan werden offiziell nicht genannt
- Neben steigenden Infrastrukturkosten in Europa rückt auch der Wandel der Preiswettbewerbsdynamik im Cloud- und Hosting-Markt in den Fokus
Reaktionen der Reddit-Community
- Wurde über die BuyFromEU-Community geteilt
- Sorge über den Rückgang günstiger Server-Optionen in Europa
- Einige ziehen einen Wechsel zu alternativen Hosting-Diensten in Betracht
- Es wird darauf hingewiesen, dass die schwächere Preiswettbewerbsfähigkeit von Hetzner für kleinere Projekte oder private Serverbetreiber belastend sein könnte
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Ich betreibe in Deutschland kleine Projekte bei Hetzner. Heute Morgen kam die E-Mail zur Preiserhöhung.
Trotzdem sind die dedizierten Serverpreise im Vergleich zu AWS oder GCP immer noch absurd günstig.
Das Problem ist nicht Hetzners Gier, sondern dass KI-Unternehmen weltweit den gesamten DRAM-Markt leer kaufen. Ein RAM-Kit, das vor 8 Monaten noch 90 Euro kostete, liegt jetzt bei über 400 Euro. Das ist keine normale Marktbewegung.
Noch besorgniserregender sind die Zweitrundeneffekte. Die Kultur, dass frühe Startups ihre Prototypen auf günstigen VPS bauen, könnte verschwinden. Europas "just deploy it"-Kultur war mit Servern unter 10 Euro möglich, aber diese Zeit könnte vorerst vorbei sein.
Das als "Steuer" zu bezeichnen, ist eine falsche Metapher. Es ist ein typischer Fall eines Nachfrageschocks, wenn das Angebot nicht schnell genug ausgeweitet werden kann.
Selbst wenn ein Land versucht, den Markt zu beschränken, wandern die Rechenzentren einfach in andere Länder ab.
Laut Hetzners E-Mail werden nicht nur die VPS-, sondern auch die dedizierten Serverpreise erhöht.
Zum Beispiel steigt der AX41-NVMe von 49,73 Euro auf 51,18 Euro. Insgesamt dürfte es auf etwa 40 bis 50 Euro mehr pro Monat hinauslaufen.
Gemessen an der Leistung bleibt es trotzdem günstig. Als Grund werden gestiegene Hardwarekosten genannt, insbesondere seien die DRAM-Preise seit September 2025 um 500 % gestiegen.
Den vollständigen Inhalt gibt es im offiziellen Dokument.
In den letzten 6 Monaten sind die Speicherpreise explodiert, was sich offenbar auch auf Hetzners Betriebskosten auswirkt.
Schon im März dieses Jahres könnte Hardware ausverkauft sein.
Verwandter Artikel: The Register - Hard drives already sold out for this year
Deshalb kommt der Vorschlag auf, "KI-Unternehmen zu besteuern".
Ab dem 1. April gelten die Preiserhöhungen für Bestands- und Neukunden.
Die Preise für zusätzlichen Speicher sind so hoch, dass es wirkt, als wolle man Kunden aktiv davon abhalten, mehr RAM hinzuzubuchen.
Ein Server mit 128 GB RAM kostet zum Beispiel 124 Euro, aber allein das RAM-Upgrade kostet 264 Euro. Da ist es sinnvoller, gleich einen weiteren Server zu mieten.
Details stehen in der offiziellen Preisliste.
Dieses Thema wurde bereits im vorherigen Thread diskutiert, ging dort aber schnell unter.
Mir gefiel, dass Hetzners E-Mail die Erhöhungen für jeden meiner Server klar aufgeschlüsselt hat.
Ein starker Kontrast zu Mercedes, das Änderungen der Nutzungsbedingungen nur per Link auf ein 52-seitiges Dokument verschickt hatte. Nach Kundenfeedback gibt es dort inzwischen immerhin ein Änderungsprotokoll.
Ich betreibe seit 5 Jahren mehrere dedizierte Server bei Hetzner. Selbst nach dieser Erhöhung ist das Preis-Leistungs-Verhältnis weiterhin erstklassig.
Sorgen macht mir allerdings die Instabilität des Marktes, etwa bei explodierenden Speicherpreisen und ausverkauften Festplatten. Deshalb habe ich mir kürzlich noch einen gut ausgestatteten Server gesichert.
Als Alternativen gibt es OVH oder Netcup, aber bei OVH ist das Netzwerk instabil und Netcup bietet praktisch keinen Support. Auf die Supportqualität von Hetzner kann man sich dagegen weiterhin verlassen.
Es ist immer noch viel günstiger als US-Cloud-Anbieter. In Europa gibt es Hetzner, OVH, Seeweb und andere.
Ich habe mir kürzlich einen Raspberry Pi 4 (1 GB RAM) für 80 Euro gekauft, inklusive NVMe-Adapter und SSD.
Das Gerät ersetzt nun den Forgejo runner, der zuvor bei Hetzner lief. Mit den eingesparten 5 Euro pro Monat amortisiert sich die Investition innerhalb von 2 Jahren.
Durch die Preiserhöhung dürfte sich dieser Zeitraum noch weiter verkürzen.
Mehr dazu in meinem Blogbeitrag.