2 Punkte von GN⁺ 2026-02-24 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Der in Deutschland ansässige Hosting-Anbieter Hetzner plant, die Preise einiger Produkte um bis zu 36 % zu erhöhen
  • Da immer mehr Unternehmen und Entwickler auf europäische Technologie-Alternativen umsteigen, hat Hetzner eine enorme Zahl neuer Nutzer gewonnen
  • Aufgrund der beispiellosen Nachfrage ist die Verarbeitungskapazität von Hetzner an ihre Grenzen gestoßen; in den vergangenen Monaten kam es wegen fehlender Serverkapazitäten häufig zu ausverkauften Servern
  • Zudem sind weltweit die Preise für Hardware, RAM und ähnliche Komponenten im vergangenen Jahr gestiegen, was diese Preiserhöhungen ebenfalls beeinflusst
  • Betroffen sind Server- und Hosting-Tarife insgesamt, wobei das Ausmaß der Erhöhungen je nach Einzelposten variiert
  • Der Grund für die Preiserhöhungen oder ein konkreter Zeitplan werden offiziell nicht genannt
  • Neben steigenden Infrastrukturkosten in Europa rückt auch der Wandel der Preiswettbewerbsdynamik im Cloud- und Hosting-Markt in den Fokus

Reaktionen der Reddit-Community

  • Wurde über die BuyFromEU-Community geteilt
  • Sorge über den Rückgang günstiger Server-Optionen in Europa
  • Einige ziehen einen Wechsel zu alternativen Hosting-Diensten in Betracht
  • Es wird darauf hingewiesen, dass die schwächere Preiswettbewerbsfähigkeit von Hetzner für kleinere Projekte oder private Serverbetreiber belastend sein könnte

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-02-24
Hacker-News-Kommentare
  • Ich betreibe in Deutschland kleine Projekte bei Hetzner. Heute Morgen kam die E-Mail zur Preiserhöhung.
    Trotzdem sind die dedizierten Serverpreise im Vergleich zu AWS oder GCP immer noch absurd günstig.
    Das Problem ist nicht Hetzners Gier, sondern dass KI-Unternehmen weltweit den gesamten DRAM-Markt leer kaufen. Ein RAM-Kit, das vor 8 Monaten noch 90 Euro kostete, liegt jetzt bei über 400 Euro. Das ist keine normale Marktbewegung.
    Noch besorgniserregender sind die Zweitrundeneffekte. Die Kultur, dass frühe Startups ihre Prototypen auf günstigen VPS bauen, könnte verschwinden. Europas "just deploy it"-Kultur war mit Servern unter 10 Euro möglich, aber diese Zeit könnte vorerst vorbei sein.

    • DRAM-Preise sind schlicht das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage explodiert, steigen die Preise — das ist eine normale Marktreaktion.
      Das als "Steuer" zu bezeichnen, ist eine falsche Metapher. Es ist ein typischer Fall eines Nachfrageschocks, wenn das Angebot nicht schnell genug ausgeweitet werden kann.
      Selbst wenn ein Land versucht, den Markt zu beschränken, wandern die Rechenzentren einfach in andere Länder ab.
    • KI leert nicht nur den DRAM-Markt, sondern auch Grundwasser und Strom. Ironischerweise können Menschen, die dank KI ihren Job verloren haben, nun ihre Side Projects automatisieren.
    • Tatsächlich brauchen viele Startups gar nicht unbedingt AWS EKS. Hetzners gebrauchte Server kosten 39,24 Euro pro Monat und bieten einen i7-6700, 32 GB RAM, 2 SSDs, 1-Gbit/s-Netzwerk und 20 TB Traffic. Damit lässt sich ziemlich viel betreiben.
    • Wenn ein Startup am Unterschied zwischen 10 und 14 Euro pro Monat scheitert, sollte es besser gar nicht erst anfangen. Wichtiger ist es, speichereffiziente Software zu bauen.
    • Man sollte Hetzner nicht mit AWS oder GCP vergleichen, sondern mit Vultr, Linode und DigitalOcean.
  • Laut Hetzners E-Mail werden nicht nur die VPS-, sondern auch die dedizierten Serverpreise erhöht.
    Zum Beispiel steigt der AX41-NVMe von 49,73 Euro auf 51,18 Euro. Insgesamt dürfte es auf etwa 40 bis 50 Euro mehr pro Monat hinauslaufen.
    Gemessen an der Leistung bleibt es trotzdem günstig. Als Grund werden gestiegene Hardwarekosten genannt, insbesondere seien die DRAM-Preise seit September 2025 um 500 % gestiegen.
    Den vollständigen Inhalt gibt es im offiziellen Dokument.

    • Ich nutze in den USA Hetzners Server in Ashburn, und selbst nach dieser Erhöhung ist Hetzner immer noch viel günstiger als DigitalOcean. Mein CCX23 kostet nach April 39,99 Dollar, ein vergleichbares Paket bei DO liegt bei 126 Dollar.
  • In den letzten 6 Monaten sind die Speicherpreise explodiert, was sich offenbar auch auf Hetzners Betriebskosten auswirkt.

    • Nicht nur RAM, sondern auch SSDs und HDDs sind deutlich teurer geworden, dazu kommt Knappheit im Angebot, sodass es schwer ist, die gewünschten Komponenten zu bekommen.
    • Dass es innerhalb der EU nicht viele unabhängige Hosting-Anbieter gibt, ist ebenfalls ein Faktor. Auch politisch ist Hetzner in einer guten Position.
    • Hoffentlich werden die Vorkaufverträge (IOU) für RAM und SSDs storniert. Die meisten rechnen aber bereits mit weiteren Angebotsbeschränkungen.
  • Schon im März dieses Jahres könnte Hardware ausverkauft sein.
    Verwandter Artikel: The Register - Hard drives already sold out for this year
    Deshalb kommt der Vorschlag auf, "KI-Unternehmen zu besteuern".

    • Die Zeit, in der Hardware billig war und alles mit Electron gebaut wurde, ist vorbei, jetzt kommt die Ära teurer Hardware. Das wirkt wie ein Zusammenstoß zwischen einer unaufhaltsamen Kraft und einem unbeweglichen Objekt.
    • Das ist etwas, was der Markt selbst regeln sollte. Ein Eingriff über Steuern ist nicht nötig.
    • KI-Unternehmen sitzen auf gewaltigen Finanzierungssummen, daher kümmert es sie nicht, selbst wenn Hardware 400-mal teurer wird. Nvidia hat bereits auf Rechenzentrums-Chips umgestellt und den Umsatz versechsfacht (Quelle).
    • Diese Situation wirkt, als wäre der Paperclip Maximizer Realität geworden. Nicht die KI selbst, sondern das Finanzsystem saugt wie eine KI Ressourcen auf.
  • Ab dem 1. April gelten die Preiserhöhungen für Bestands- und Neukunden.

    • Cloud (VM): +38 %
    • Bare Metal: +15 %
    • Zusätzlicher Bare-Metal-Speicher: +575 % (sofort wirksam)
      Die Preise für zusätzlichen Speicher sind so hoch, dass es wirkt, als wolle man Kunden aktiv davon abhalten, mehr RAM hinzuzubuchen.
      Ein Server mit 128 GB RAM kostet zum Beispiel 124 Euro, aber allein das RAM-Upgrade kostet 264 Euro. Da ist es sinnvoller, gleich einen weiteren Server zu mieten.
      Details stehen in der offiziellen Preisliste.
    • Wenn man sieht, dass DDR5-6000 2x32 GB von 200 auf 1000 Dollar gestiegen ist, dann ist die Erhöhung um 575 % eher eine Abbildung des tatsächlichen Marktpreises (Referenzlink).
    • Wenn man sich die RAM-Preise zuletzt ansieht, ist diese Zahl nicht übertrieben.
    • Manche sagen allerdings, sie könnten keine Grundlage für die 575-%-Erhöhung finden.
  • Dieses Thema wurde bereits im vorherigen Thread diskutiert, ging dort aber schnell unter.

  • Mir gefiel, dass Hetzners E-Mail die Erhöhungen für jeden meiner Server klar aufgeschlüsselt hat.
    Ein starker Kontrast zu Mercedes, das Änderungen der Nutzungsbedingungen nur per Link auf ein 52-seitiges Dokument verschickt hatte. Nach Kundenfeedback gibt es dort inzwischen immerhin ein Änderungsprotokoll.

    • Mein ISP verschickt Wartungsankündigungen per SMS, aber weil die Konten je nach Stadt getrennt sind, ist nicht erkennbar, auf welche Region sich die Nachricht bezieht.
  • Ich betreibe seit 5 Jahren mehrere dedizierte Server bei Hetzner. Selbst nach dieser Erhöhung ist das Preis-Leistungs-Verhältnis weiterhin erstklassig.
    Sorgen macht mir allerdings die Instabilität des Marktes, etwa bei explodierenden Speicherpreisen und ausverkauften Festplatten. Deshalb habe ich mir kürzlich noch einen gut ausgestatteten Server gesichert.
    Als Alternativen gibt es OVH oder Netcup, aber bei OVH ist das Netzwerk instabil und Netcup bietet praktisch keinen Support. Auf die Supportqualität von Hetzner kann man sich dagegen weiterhin verlassen.

  • Es ist immer noch viel günstiger als US-Cloud-Anbieter. In Europa gibt es Hetzner, OVH, Seeweb und andere.

  • Ich habe mir kürzlich einen Raspberry Pi 4 (1 GB RAM) für 80 Euro gekauft, inklusive NVMe-Adapter und SSD.
    Das Gerät ersetzt nun den Forgejo runner, der zuvor bei Hetzner lief. Mit den eingesparten 5 Euro pro Monat amortisiert sich die Investition innerhalb von 2 Jahren.
    Durch die Preiserhöhung dürfte sich dieser Zeitraum noch weiter verkürzen.
    Mehr dazu in meinem Blogbeitrag.