- Im Rahmen der globalen Restrukturierung von Amazon ist der Abbau von 16.000 Stellen im Unternehmensbereich bestätigt; seit Oktober vergangenen Jahres summiert sich der Stellenabbau damit auf rund 30.000 Arbeitsplätze
- Von insgesamt 1,58 Millionen Beschäftigten entspricht dies unter Ausschluss der Logistikbelegschaft etwa 10 % der Büroarbeitsplätze und ist die größte Entlassungswelle seit Gründung des Unternehmens
- Ziel ist es, bürokratische Strukturen zu verkleinern und die Verantwortlichkeit zu stärken; parallel werden Organisationen vereinfacht und schwächelnde Geschäftsbereiche eingestellt
- Dazu gehören auch die Schließung von stationären Fresh-Filialen und Go-Märkten sowie die Einstellung des biometrischen Bezahlsystems Amazon One
- Die Einführung von AI und der Ausbau der Automatisierung gelten als zentrale Faktoren für den Wandel der Personalstruktur; weitere Stellenstreichungen werden nicht ausgeschlossen
Umfang und Hintergrund des Stellenabbaus
- Amazon bestätigte am Mittwoch den Abschluss des Abbaus von 16.000 Stellen im Unternehmensbereich
- Seit Oktober 2025 stieg die kumulierte Zahl der gestrichenen Stellen auf rund 30.000
- Gemessen an der Gesamtbelegschaft ist der Anteil gering, bei den Büroarbeitsplätzen jedoch ein Rückgang um etwa 10 %
- Damit wird der Abbau von 27.000 Stellen in den Jahren 2022 bis 2023 übertroffen und markiert den größten Stellenabbau der Unternehmensgeschichte
Offizielle Stellungnahme des Managements
- Personalchefin Beth Galetti betonte die Notwendigkeit, Hierarchieebenen zu reduzieren, Eigenverantwortung zu stärken und Bürokratie abzubauen
- Für einige Teams wurden weitere Anpassungen in Aussicht gestellt
- Zugleich wurde klargestellt, dass daraus kein regelmäßiger Zyklus groß angelegter Entlassungen werden solle
Restrukturierung des Geschäfts und Einstellung von Services
- Die verbliebenen stationären Fresh-Filialen und Go-Märkte werden vollständig geschlossen
- Das auf Handflächenscans basierende Bezahlsystem Amazon One wird eingestellt
- Amazon zieht sich damit aus Offline- und neuen Technologiebereichen zurück, in die das Unternehmen über Jahre investiert hatte
Welche Organisationen betroffen sind
- Betroffen sind zahlreiche Bereiche, darunter Teile von AWS, Alexa, Prime Video, Geräte, Werbung und Last-Mile-Lieferung
- Auch Kindle, Teams für Supply-Chain-Optimierung und Teile der Logistikorganisation gehören zu den betroffenen Einheiten
- In internen E-Mails wurde das Entlassungsprojekt als „Project Dawn“ bezeichnet, was die Verunsicherung unter Mitarbeitenden verstärkte
AI und der Wandel der Personalstruktur
- Durch AI-Assistenten und Automatisierungstools ist die Effizienz bei Aufgaben wie Administration und Coding stark gestiegen
- Andy Jassy hatte bereits erklärt, dass die Verbreitung von AI zu mehr Automatisierung und weniger Arbeitsplätzen führen könne
- Beim Weltwirtschaftsforum in Davos äußerten Unternehmensvertreter, dass manche Firmen AI womöglich als Begründung für Stellenabbau nutzen
Restrukturierungstrend in der gesamten Branche
- Nach übermäßigen Einstellungen während der Pandemie kommt es branchenweit bei Big Tech zu einer personellen Neujustierung
- Neben Meta und Microsoft haben zuletzt auch UPS, Pinterest und ASML Stellenabbau angekündigt
- Amazon will durch verstärkte Investitionen in Robotik in Lagerhäusern Personalkosten senken und Liefergeschwindigkeiten verbessern
Reaktion des Marktes
- Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen fiel die Amazon-Aktie um 2,1 %
- Am Markt richtet sich der Fokus darauf, wie sich Restrukturierung und Kostensenkungen auf die Ergebnisse auswirken werden
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