1 Punkte von GN⁺ 2026-01-24 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Google hat die Programmable Search Engine überarbeitet und auf drei Lösungen für unterschiedliche Anwendungsfälle vereinfacht: website-spezifische Suche, Enterprise-Suche und Suche im gesamten Web
  • Die auf Websites beschränkte Suche wird in das Programmable Search Element integriert, in dem sich kostenlos bis zu 50 Domains festlegen lassen
  • Unternehmenskunden mit Bedarf an erweiterten Funktionen können über Vertex AI Search auf KI-gestützte konversationelle Suche und Enterprise-Funktionen zugreifen
  • Partner, die Suche im gesamten Web benötigen, können nach gesonderter Anfrage eine Full-Web-Search-Lösung nutzen, die Zugriff auf den vollständigen Index von Google ermöglicht
  • Alle Umstellungen müssen bis zum 1. Januar 2027 abgeschlossen sein; mit dieser Änderung will Google Entwicklern und Partnern ein stärker fokussiertes Sucherlebnis bieten

Die Weiterentwicklung der Programmable Search Engine

  • Die Programmable Search Engine unterstützt verschiedene Partner – von akademischen Einrichtungen bis zu Einzelhandels-Websites – dabei, eigene Suchfunktionen innerhalb ihrer Sites bereitzustellen
  • Google plant künftig weiterentwickelte Lösungen für den jeweiligen Anwendungsfall, um sowohl Nutzern als auch Partnern eine Sucherfahrung mit höherer Qualität zu gewährleisten
  • Ziel der Überarbeitung ist die Vereinfachung und Modernisierung des Produkts; dafür wird die Struktur so neu geordnet, dass je nach Einsatzzweck das passende Tool gewählt werden kann

Klare Wege je nach Suchanforderung

  • Auf Websites beschränkte Suche: Das Programmable Search Element („Search Element“) bleibt das optimale Tool, um ein auf bestimmte Inhalte ausgerichtetes Sucherlebnis aufzubauen
    • Es lassen sich bis zu 50 Domains festlegen; damit eignet es sich für Inhalte, die sich an ein bestimmtes Publikum richten
  • Enterprise-Suche: Google Vertex AI Search wird weiterhin als Lösung mit KI-gestützter konversationeller Suche und Enterprise-Grade-Grounding-Funktionen angeboten
  • Suche im gesamten Web: Für Partner, die neben festgelegten Domains auch den gesamten Web-Index durchsuchen müssen, gibt es eine Full-Web-Search-Lösung
    • Wer diese Funktion nutzen möchte, kann über ein Google-Formular Interesse bekunden und weitere Details anfragen

Migrationsplan hin zu leistungsfähigeren Tools

  • Google setzt den Übergangszeitraum bis zum 1. Januar 2027 an, damit Partner das Potenzial der neuen Lösungen bestmöglich ausschöpfen können
  • Search-Element-Nutzer, die 50 oder weniger Domains durchsuchen, können die bestehenden Funktionen unverändert weiterverwenden
  • Wer mehr als 50 Domains oder die Option „Search the entire web“ nutzt, muss auf die Full-Web-Search-Lösung umsteigen
    • Frist für den Abschluss der Umstellung ist der 1. Januar 2027
  • Nutzer der Custom Search JSON API können bei 50 oder weniger Domains zu Vertex AI Search wechseln und bei Bedarf an Suche im gesamten Web zur Full-Web-Search-Lösung migrieren

Änderungen bei der Einrichtung neuer Engines

  • Alle neuen Engines, die nach dem 20. Januar 2026 erstellt werden, müssen die Funktion „Sites to search“ verwenden
  • Bestehende Engines sind davon nicht betroffen und können die Option „Search the entire web“ noch bis zum 1. Januar 2027 verwenden
  • Diese Änderung schafft die Grundlage für fokussiertere Produktentwicklung und ein verbessertes Sucherlebnis

Ausblick

  • Google will mit dieser Weiterentwicklung bessere Sucherlebnisse und maßgeschneiderte Tools für Entwicklerpartner bereitstellen
  • Das Team der Programmable Search Engine bekräftigt seinen Willen, gemeinsam mit Partnern das zukünftige Suchökosystem aufzubauen

1 Kommentare

 
GN⁺ 2026-01-24
Hacker-News-Kommentare
  • Google hat stillschweigend die Richtlinien von Programmable Search (früher Custom Search) geändert.
    Neue Suchmaschinen können jetzt nur noch bis zu 50 Domains durchsuchen, und die bisherige Suche im gesamten Web soll zum 1. Januar 2027 eingestellt werden.
    Wer eine Websuche über das gesamte Internet braucht, wird nun auf ein „Interessenformular“ für Enterprise-Lösungen wie Vertex AI Search verwiesen.
    Es gibt weder veröffentlichte Preise noch eine Antwortgarantie.
    Das wirkt faktisch wie das Ende der Ära unabhängiger und Nischen-Suchmaschinen.
    Link zur Mitteilung: Google-Hilfedokument

    • DuckDuckGo nutzt Microsoft Bing Custom Search, und das erscheint mir als deutlich stabileres System.
      Man muss nicht befürchten, dass der Dienst wie bei Google jederzeit eingestellt wird.
      customsearch.ai
    • Falls Google im Berufungsverfahren verliert oder der Antrag auf Partial Stay abgelehnt wird, wäre Google laut Gerichtsurteil verpflichtet, qualifizierte Wettbewerber mit einer Suche über das gesamte Web zu beliefern.
      Relevantes Dokument: Gerichtsurteil PDF
    • Ich habe selbst einen eigenen Web-Index aufgebaut und indexiere derzeit 34 Millionen Dokumente.
      greppr.org
      Sich auf die Infrastruktur anderer zu verlassen, ist riskant. Der Google Graveyard ist real.
    • Ich habe heute zum ersten Mal erfahren, dass es die Funktion „search the entire web“ überhaupt gab.
      Im Grunde hat Google damit seine eigene Suche verpackt, damit andere Werbung daran hängen und sie weiterverkaufen konnten, was mich überrascht.
    • Ich frage mich, welche Nischen-Suchmaschinen von dieser Änderung betroffen sind.
  • Dieser Fall zeigt sehr gut die Risiken der Abhängigkeit von proprietären APIs.
    Wie bei den Einschränkungen der Twitter-API ist das ein typisches Muster dafür, wie Plattformen ihr Ökosystem immer weiter schließen.
    Als Alternativen kommen infrage:

    1. Aufbau einer eigenen Infrastruktur mit Tools wie Meilisearch oder Typesense
    2. Nutzung von Umgehungsdiensten wie SerpAPI (wobei Google rechtlich dagegen vorgeht)
    3. Wechsel zu spezialisierten Suchmaschinen, bei denen man die Datenquellen direkt kontrolliert
      Die zentrale Lehre ist: Man muss den eigenen Kernwert selbst besitzen.
      Googles Botschaft ist eindeutig — „Indie-Suche ist vorbei, zahlt Enterprise-Preise oder geht.“
  • Verwandte Diskussion: Kagi und die Folgen des Google-Urteils

    • Laut dem Beitrag von Kagi muss Google Web-Index-Daten (Crawl-Metadaten, Spam-Scores usw.) zu Selbstkosten bereitstellen.
      Diese Maßnahme scheint jedoch im Widerspruch zu diesem Urteil zu stehen.
      Vermutlich will Google die bisherige Integration abschaffen und Kagi oder Ecosia dazu zwingen, die Daten auf umständlichere Weise zu kaufen.
  • In Europa arbeiten Qwant und Ecosia zusammen am Aufbau eines eigenen Suchindex.
    EUSP-Projekt

    • Ein guter Versuch, aber wohl zu spät gestartet, sodass der Einfluss begrenzt bleiben dürfte.
      Trotzdem ist das Ziel, bis Ende 2025 30 % der französischen Suchanfragen abzudecken.
      Projektdetails
  • Diese Änderung dürfte Suchmaschinen wie Startpage und Ecosia, die als White-Label-Lösungen auf Google basieren, faktisch hart treffen.
    Abgesehen von Bing gibt es kaum Alternativen, während AI-Unternehmen wie Perplexity und Anthropic offenbar eigene Indizes aufgebaut haben.

    • Zur Einordnung: Mojeek bietet eine eigene Web Search API mit einem Index von über 9 Milliarden Seiten an.
      Mojeek API
  • Ich habe gerade an einem Toy-Projekt namens „Google Search in a TUI“ gearbeitet, aber diese Richtlinie bringt mich nun dazu, die Richtung komplett zu ändern.
    Ursprünglich wollte ich Brave Search als Backend-Option ergänzen, jetzt werde ich es stattdessen zum Standard machen.
    Diese Änderung war der ausschlaggebende Anlass.

  • Ich würde auch gern selbst eine Toy-Suchmaschine bauen und frage mich, ob das schon jemand praktisch gemacht hat.

    • Ich habe 2021 angefangen und indexiere inzwischen 1,1 Milliarden Dokumente.
      Das läuft auf einem einzelnen Server, aber Skalierung und Qualitätssicherung sind die größte Herausforderung.
      Bis zu einigen Millionen Dokumenten ist es leicht, aber bei mehreren Milliarden ist es ein völlig anderes Problem.
      Entwicklungslog: Marginalia Devlog
      Die tatsächliche Suchmaschine: Marginalia Search
      Derzeit arbeite ich an der Komprimierung des Index, daher ist die Leistung etwas schwächer.
    • Es gibt auch die verteilte Suchmaschine YaCy.
      Nutzer crawlen das Web und teilen ihre Indizes in einer Torrent-artigen Struktur.
      Als echte Suchmaschine reicht das nicht ganz aus, aber das Konzept ist interessant.
    • Wer nicht Google ist, stößt beim Web-Crawling allerdings schnell auf Blockaden.
  • Man hört derzeit oft, dass AI-Crawler massiv zunehmen. Dann müsste es doch eigentlich viele neue Datensätze für das gesamte Web geben.
    Ich frage mich, warum solche Datensätze nicht per API angeboten werden — liegt es an Qualitätsproblemen oder an den Update-Zyklen?
    Tatsächlich könnte das sogar eine neue Geschäftschance sein.

    • Die Aussage „AI-Crawler legen Server lahm“ ist übertrieben.
      Schon Hardware aus den 1990er-Jahren konnte Milliarden von Requests verarbeiten.
      Wenn Seiten nicht jedes Mal neu generiert, sondern nur bei Änderungen aktualisiert werden, reicht das völlig aus.
  • Ich frage mich, ob konkurrierende Indizes wie Bing, Ecosia oder Qwant wirklich objektiv unterlegen sind oder ob das nur an Googles Trägheitseffekt liegt.
    Vielleicht führt diese Änderung sogar dazu, dass der Wettbewerb belebt wird.

    • Bing hat seine API kürzlich eingestellt und war ohnehin sehr teuer.
      Derzeit gibt es kaum noch eine Möglichkeit, Suchergebnisse programmatisch zu erhalten.
    • Der Vorteil von Google Programmable Search war, dass es kostenlos war und sich über die AdSense-Integration monetarisieren ließ.
      Bing berechnet dagegen Gebühren pro Query.
      Ecosia und Qwant haben Lizenzverträge mit Bing und nutzen es deshalb günstiger als normale Nutzer.
    • Für die englische Suche sind andere Indizes durchaus brauchbar, aber bei kleineren Sprachen ist Google fast die einzige Option.
      Es ist schwer vorstellbar, dass andere Suchmaschinen diese Größenordnung erreichen.
    • Der Bing-Index ist kleiner als der von Google, und Seiten wie Reddit haben mit Google exklusive Suchverträge, was die Ergebnisqualität verschlechtert.
    • In anderen Sprachen als Englisch ist die Qualität meist miserabel, sodass Milliarden Nutzer weiterhin auf Google angewiesen sind.