Google aktualisiert Websuche-Produkte und Funktionen der Programmable Search Engine
(programmablesearchengine.googleblog.com)- Google hat die Programmable Search Engine überarbeitet und auf drei Lösungen für unterschiedliche Anwendungsfälle vereinfacht: website-spezifische Suche, Enterprise-Suche und Suche im gesamten Web
- Die auf Websites beschränkte Suche wird in das Programmable Search Element integriert, in dem sich kostenlos bis zu 50 Domains festlegen lassen
- Unternehmenskunden mit Bedarf an erweiterten Funktionen können über Vertex AI Search auf KI-gestützte konversationelle Suche und Enterprise-Funktionen zugreifen
- Partner, die Suche im gesamten Web benötigen, können nach gesonderter Anfrage eine Full-Web-Search-Lösung nutzen, die Zugriff auf den vollständigen Index von Google ermöglicht
- Alle Umstellungen müssen bis zum 1. Januar 2027 abgeschlossen sein; mit dieser Änderung will Google Entwicklern und Partnern ein stärker fokussiertes Sucherlebnis bieten
Die Weiterentwicklung der Programmable Search Engine
- Die Programmable Search Engine unterstützt verschiedene Partner – von akademischen Einrichtungen bis zu Einzelhandels-Websites – dabei, eigene Suchfunktionen innerhalb ihrer Sites bereitzustellen
- Google plant künftig weiterentwickelte Lösungen für den jeweiligen Anwendungsfall, um sowohl Nutzern als auch Partnern eine Sucherfahrung mit höherer Qualität zu gewährleisten
- Ziel der Überarbeitung ist die Vereinfachung und Modernisierung des Produkts; dafür wird die Struktur so neu geordnet, dass je nach Einsatzzweck das passende Tool gewählt werden kann
Klare Wege je nach Suchanforderung
- Auf Websites beschränkte Suche: Das Programmable Search Element („Search Element“) bleibt das optimale Tool, um ein auf bestimmte Inhalte ausgerichtetes Sucherlebnis aufzubauen
- Es lassen sich bis zu 50 Domains festlegen; damit eignet es sich für Inhalte, die sich an ein bestimmtes Publikum richten
- Enterprise-Suche: Google Vertex AI Search wird weiterhin als Lösung mit KI-gestützter konversationeller Suche und Enterprise-Grade-Grounding-Funktionen angeboten
- Suche im gesamten Web: Für Partner, die neben festgelegten Domains auch den gesamten Web-Index durchsuchen müssen, gibt es eine Full-Web-Search-Lösung
- Wer diese Funktion nutzen möchte, kann über ein Google-Formular Interesse bekunden und weitere Details anfragen
Migrationsplan hin zu leistungsfähigeren Tools
- Google setzt den Übergangszeitraum bis zum 1. Januar 2027 an, damit Partner das Potenzial der neuen Lösungen bestmöglich ausschöpfen können
- Search-Element-Nutzer, die 50 oder weniger Domains durchsuchen, können die bestehenden Funktionen unverändert weiterverwenden
- Wer mehr als 50 Domains oder die Option „Search the entire web“ nutzt, muss auf die Full-Web-Search-Lösung umsteigen
- Frist für den Abschluss der Umstellung ist der 1. Januar 2027
- Nutzer der Custom Search JSON API können bei 50 oder weniger Domains zu Vertex AI Search wechseln und bei Bedarf an Suche im gesamten Web zur Full-Web-Search-Lösung migrieren
Änderungen bei der Einrichtung neuer Engines
- Alle neuen Engines, die nach dem 20. Januar 2026 erstellt werden, müssen die Funktion „Sites to search“ verwenden
- Bestehende Engines sind davon nicht betroffen und können die Option „Search the entire web“ noch bis zum 1. Januar 2027 verwenden
- Diese Änderung schafft die Grundlage für fokussiertere Produktentwicklung und ein verbessertes Sucherlebnis
Ausblick
- Google will mit dieser Weiterentwicklung bessere Sucherlebnisse und maßgeschneiderte Tools für Entwicklerpartner bereitstellen
- Das Team der Programmable Search Engine bekräftigt seinen Willen, gemeinsam mit Partnern das zukünftige Suchökosystem aufzubauen
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Google hat stillschweigend die Richtlinien von Programmable Search (früher Custom Search) geändert.
Neue Suchmaschinen können jetzt nur noch bis zu 50 Domains durchsuchen, und die bisherige Suche im gesamten Web soll zum 1. Januar 2027 eingestellt werden.
Wer eine Websuche über das gesamte Internet braucht, wird nun auf ein „Interessenformular“ für Enterprise-Lösungen wie Vertex AI Search verwiesen.
Es gibt weder veröffentlichte Preise noch eine Antwortgarantie.
Das wirkt faktisch wie das Ende der Ära unabhängiger und Nischen-Suchmaschinen.
Link zur Mitteilung: Google-Hilfedokument
Man muss nicht befürchten, dass der Dienst wie bei Google jederzeit eingestellt wird.
customsearch.ai
Relevantes Dokument: Gerichtsurteil PDF
greppr.org
Sich auf die Infrastruktur anderer zu verlassen, ist riskant. Der Google Graveyard ist real.
Im Grunde hat Google damit seine eigene Suche verpackt, damit andere Werbung daran hängen und sie weiterverkaufen konnten, was mich überrascht.
Dieser Fall zeigt sehr gut die Risiken der Abhängigkeit von proprietären APIs.
Wie bei den Einschränkungen der Twitter-API ist das ein typisches Muster dafür, wie Plattformen ihr Ökosystem immer weiter schließen.
Als Alternativen kommen infrage:
Die zentrale Lehre ist: Man muss den eigenen Kernwert selbst besitzen.
Googles Botschaft ist eindeutig — „Indie-Suche ist vorbei, zahlt Enterprise-Preise oder geht.“
Verwandte Diskussion: Kagi und die Folgen des Google-Urteils
Diese Maßnahme scheint jedoch im Widerspruch zu diesem Urteil zu stehen.
Vermutlich will Google die bisherige Integration abschaffen und Kagi oder Ecosia dazu zwingen, die Daten auf umständlichere Weise zu kaufen.
In Europa arbeiten Qwant und Ecosia zusammen am Aufbau eines eigenen Suchindex.
EUSP-Projekt
Trotzdem ist das Ziel, bis Ende 2025 30 % der französischen Suchanfragen abzudecken.
Projektdetails
Diese Änderung dürfte Suchmaschinen wie Startpage und Ecosia, die als White-Label-Lösungen auf Google basieren, faktisch hart treffen.
Abgesehen von Bing gibt es kaum Alternativen, während AI-Unternehmen wie Perplexity und Anthropic offenbar eigene Indizes aufgebaut haben.
Mojeek API
Ich habe gerade an einem Toy-Projekt namens „Google Search in a TUI“ gearbeitet, aber diese Richtlinie bringt mich nun dazu, die Richtung komplett zu ändern.
Ursprünglich wollte ich Brave Search als Backend-Option ergänzen, jetzt werde ich es stattdessen zum Standard machen.
Diese Änderung war der ausschlaggebende Anlass.
Ich würde auch gern selbst eine Toy-Suchmaschine bauen und frage mich, ob das schon jemand praktisch gemacht hat.
Das läuft auf einem einzelnen Server, aber Skalierung und Qualitätssicherung sind die größte Herausforderung.
Bis zu einigen Millionen Dokumenten ist es leicht, aber bei mehreren Milliarden ist es ein völlig anderes Problem.
Entwicklungslog: Marginalia Devlog
Die tatsächliche Suchmaschine: Marginalia Search
Derzeit arbeite ich an der Komprimierung des Index, daher ist die Leistung etwas schwächer.
Nutzer crawlen das Web und teilen ihre Indizes in einer Torrent-artigen Struktur.
Als echte Suchmaschine reicht das nicht ganz aus, aber das Konzept ist interessant.
Man hört derzeit oft, dass AI-Crawler massiv zunehmen. Dann müsste es doch eigentlich viele neue Datensätze für das gesamte Web geben.
Ich frage mich, warum solche Datensätze nicht per API angeboten werden — liegt es an Qualitätsproblemen oder an den Update-Zyklen?
Tatsächlich könnte das sogar eine neue Geschäftschance sein.
Schon Hardware aus den 1990er-Jahren konnte Milliarden von Requests verarbeiten.
Wenn Seiten nicht jedes Mal neu generiert, sondern nur bei Änderungen aktualisiert werden, reicht das völlig aus.
Ich frage mich, ob konkurrierende Indizes wie Bing, Ecosia oder Qwant wirklich objektiv unterlegen sind oder ob das nur an Googles Trägheitseffekt liegt.
Vielleicht führt diese Änderung sogar dazu, dass der Wettbewerb belebt wird.
Derzeit gibt es kaum noch eine Möglichkeit, Suchergebnisse programmatisch zu erhalten.
Bing berechnet dagegen Gebühren pro Query.
Ecosia und Qwant haben Lizenzverträge mit Bing und nutzen es deshalb günstiger als normale Nutzer.
Es ist schwer vorstellbar, dass andere Suchmaschinen diese Größenordnung erreichen.