- Apple plant, Siri über den bisherigen Sprachassistenten hinaus zu einem generativen KI-Chatbot neu zu gestalten und systemweit in iOS und macOS zu integrieren
- Der neue Chatbot Campos unterstützt sowohl sprach- als auch textbasierte Gespräche und ersetzt die bisherige Siri-Oberfläche
- Gegenüber dem aktuellen Siri werden konversationelle Interaktionen und der Umfang ausführbarer Aufgaben deutlich erweitert, um mit ChatGPT und Gemini zu konkurrieren
- Der Schritt gilt als Kern von Apples Kurswechsel bei KI und als Versuch, Verzögerungen und Grenzen von Apple Intelligence auszugleichen
- Zusammen mit allgemeinen Verbesserungen bei Betriebssystemleistung und Stabilität wird dies als Signal für den Wandel hin zu einem KI-zentrierten OS gedeutet
Überblick über den geplanten Siri-Chatbot-Umbau
- Apple hat einen Plan aufgestellt, Siri noch in diesem Jahr in den ersten vollwertigen KI-Chatbot des Unternehmens umzuwandeln
- Er soll tief in die Betriebssysteme von iPhone, iPad und Mac integriert werden und sich weiterhin über die bisherige Siri-Aktivierung aufrufen lassen
- Intern trägt das Projekt den Codenamen Campos und ist so angelegt, dass es die aktuelle Siri-Oberfläche vollständig ersetzt
Unterschiede zu Siri heute und zu den geplanten Updates
- Das heutige Siri hat wegen mangelnder konversationeller Interaktion und eingeschränktem Kontextverständnis an Wettbewerbsfähigkeit verloren
- Das für Anfang 2026 geplante Update auf iOS 26.4 soll sich bei beibehaltener Oberfläche vor allem auf Funktionserweiterungen konzentrieren
- Die Chatbot-Funktionen kommen erst danach und stellen das dialogorientierte Erlebnis in den Mittelpunkt
OS-Integration und Zeitplan für die Veröffentlichung
- Campos soll in iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 integriert werden
- Apple will die Technologie im Juni auf der WWDC vorstellen und peilt die reguläre Veröffentlichung im September an
- Die diesjährigen Betriebssystemänderungen setzen den Schwerpunkt eher auf Stabilitäts- und Performance-Verbesserungen als auf UI
Funktionsumfang und Nutzung
- Enthalten sind Websuche, Content-Erstellung, Bildgenerierung, Zusammenfassungen und Dateianalyse
- Durch den Zugriff auf persönliche Daten soll das System die Suche in Dateien, Musik, Kalendern und Nachrichten unterstützen
- Es kann Bildschirminhalte und geöffnete Apps analysieren und dadurch direkt Aufgaben ausführen oder Befehle vorschlagen
- Eine Integration ist über zentrale Apps wie Mail, Fotos, Musik, TV und Xcode hinweg vorgesehen
Mögliche Veränderungen bei Spotlight und bestehenden Funktionen
- Mit der Einführung von Campos wird auch über eine Verkleinerung oder Abschaffung der bisherigen Spotlight-Suche diskutiert
- Sprachbasiert würden damit auch anspruchsvollere Aufgaben wie Fotosuche und -bearbeitung oder das Verfassen von E-Mails möglich
Erinnern persönlicher Informationen und Datenschutzdebatte
- Apple prüft, die Langzeitspeicher-Funktion des Chatbots zu begrenzen
- Dahinter steht die Absicht, den Datenschutz zu priorisieren und damit einen anderen Ansatz als ChatGPT beizubehalten
Technologiepartnerschaft und Modellarchitektur
- Der Chatbot nutzt Apples UI, stützt sich aber auf ein Custom-Modell, das vom Google-Gemini-Team entwickelt wurde
- Siri in iOS 26.4 verwendet Apple Foundation Models v10 mit 1,2 Billionen Parametern
- Campos soll darüber hinausgehen und mit Foundation Models v11 auf ein Leistungsniveau der Gemini-3-Klasse zielen
Veränderungen bei Infrastruktur und Kostenstruktur
- Es wird diskutiert, den Chatbot direkt auf Google-TPU-Servern zu betreiben
- Das bisherige Siri läuft auf Apples Infrastruktur Private Cloud Compute
- Apple zahlt Google bereits rund 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr als Gebühren für die Modellnutzung
Austauschbarkeit des Modells und globale Strategie
- Campos ist so konzipiert, dass sich das zugrunde liegende Modell austauschen lässt, wodurch Apple seine Abhängigkeit von Google später verringern könnte
- Im Hinblick auf einen Start in China laufen auch Tests mit chinesischen KI-Modellen
Funktion "World Knowledge Answers"
- Sowohl das nächste Siri-Update als auch Campos sollen die Funktion World Knowledge Answers enthalten
- Sie liefert webbasierte Zusammenfassungen zusammen mit Quellenangaben
Interne Tests und organisatorische Veränderungen
- Apple hat für interne Tests die Chatbot-App Veritas entwickelt, plant aber keine externe Veröffentlichung
- Der bisherige KI-Chef John Giannandrea ist zurückgetreten, und Craig Federighi verantwortet nun die KI-Strategie
- Mit Amar Subramanya, zuvor bei Google Gemini, wurde ein neuer Vice President für den KI-Bereich geholt
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