- In der Nähe von Adamuz in Südspanien entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug nach Madrid und kollidierte anschließend mit einem entgegenkommenden Zug; mindestens 39 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt
- In den beiden Zügen befanden sich rund 400 Fahrgäste und Besatzungsmitglieder; 122 Menschen wurden medizinisch versorgt, 43 liegen im Krankenhaus, darunter 13 auf der Intensivstation
- Der Unfall ereignete sich, als ein Zug, der Málaga verlassen hatte und nach Madrid unterwegs war, auf einem geraden Streckenabschnitt entgleiste; durch die Wucht des Aufpralls wurde ein Wagen des zweiten Zuges auf einen Bahndamm gedrückt
- Das spanische Verkehrsministerium untersucht die Ursache des Unglücks; Bahnsachverständige bezeichneten den Vorfall als „sehr ungewöhnlichen Unfall“
- Es handelt sich um das schlimmste Zugunglück in Spanien seit mehr als zehn Jahren; landesweit wurde der Bahnverkehr eingestellt, nationale und internationale Spitzenpolitiker äußerten ihr Beileid
Überblick über den Unfall
- Bei einem Zusammenstoß von Hochgeschwindigkeitszügen im Süden Spaniens kamen mindestens 39 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt
- Die spanische Guardia Civil erklärte, es handele sich um den schwersten Bahnunfall seit mehr als zehn Jahren
- Der Unfall ereignete sich am Sonntagabend in der Nähe von Adamuz
- Ein Zug nach Madrid entgleiste, geriet auf das Gegengleis und prallte mit einem entgegenkommenden Zug zusammen
- In den beiden Zügen befanden sich insgesamt rund 400 Fahrgäste und Besatzungsmitglieder
- Rettungskräfte versorgten 122 Menschen, 43 davon (darunter vier Kinder) wurden ins Krankenhaus eingeliefert
- 12 Erwachsene und ein Kind werden auf der Intensivstation behandelt
Unfallhergang und Lage vor Ort
- Der Infrastrukturbetreiber Adif teilte mit, dass sich der Unfall um 19:45 Uhr Ortszeit (18:45 Uhr GMT) ereignete
- Der Unglückszug war aus Málaga nach Madrid unterwegs und entgleiste auf einem geraden Streckenabschnitt
- Verkehrsminister Óscar Puente erklärte, durch die Wucht des Zusammenstoßes sei ein Wagen des zweiten Zuges auf einen Bahndamm geschoben worden
- Die meisten Toten und Verletzten befanden sich in den vorderen Wagen des südwärts fahrenden Zuges (Madrid → Huelva)
- Bei den beteiligten Zügen handelte es sich um Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Freccia 1000, die Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h (250 mph) erreichen können
- Rettungskräfte berichteten, dass der Zugang ins Innere wegen ineinander verkeilter Waggontrümmer schwierig war
- Der Feuerwehrchef von Córdoba sagte: „Wir mussten die Toten bergen, um an die Überlebenden zu gelangen“
Aussagen von Zeugen und Überlebenden
- Der RTVE-Reporter Salvador Jiménez beschrieb den Moment des Unfalls mit den Worten: „Es fühlte sich wie ein Erdbeben an“
- Er befand sich im ersten Wagen und sagte aus, „der Zug sei tatsächlich entgleist“
- Auf Aufnahmen vom Ort des Geschehens ist zu sehen, wie Waggons auf die Seite gekippt sind
- Zu sehen ist auch, wie Rettungskräfte Menschen durch Türen und Fenster des schräg stehenden Zuges retten
- Der Fahrgast José sagte, er habe „Schreie und Rufe nach einem Arzt gehört“
Reaktionen und Folgen
- Unmittelbar nach dem Unfall wurde der gesamte Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien eingestellt; die Strecke sollte den ganzen Montag über gesperrt bleiben
- Der Unfallzug wurde von dem privaten Bahnunternehmen Iryo betrieben und hatte etwa 300 Fahrgäste an Bord
- Der entgegenkommende Zug wurde von der staatlichen Bahngesellschaft Renfe betrieben und hatte rund 100 Menschen an Bord
- Die Ursache des Unglücks ist noch unklar; mit Ergebnissen der Untersuchung wird frühestens in einem Monat gerechnet
- An wichtigen Bahnhöfen (Atocha, Sevilla, Córdoba, Málaga und Huelva) wurden Notfallmedizinische Stellen und Räume zur Betreuung von Angehörigen eingerichtet
- Das Spanische Rote Kreuz entsandte Notfallteams zum Unfallort und bietet Angehörigen Beratung an
- Ein Vertreter des Roten Kreuzes sagte, der Mangel an Informationen verursache bei Familien extreme Angst
Reaktionen von Regierung und internationaler Gemeinschaft
- Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, das Land erlebe „eine Nacht tiefer Trauer“
- Adamuz’ Bürgermeister Rafael Moreno bezeichnete die Lage vor Ort als „albtraumhafte Situation“
- König Felipe VI. und Königin Letizia veröffentlichten eine Beileidserklärung und erklärten, sie verfolgten die Lage „mit tiefer Sorge“
- Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übermittelten jeweils Beileidsbekundungen
- Macron schrieb in sozialen Medien: „Frankreich steht an der Seite des spanischen Volkes“
Hintergrund
- Spanien verfügt über das zweitgrößte Hochgeschwindigkeitsbahnnetz der Welt und verbindet mehr als 50 Städte
- Gesamtlänge: mehr als 4.000 km (2.485 Meilen)
- Bei einem Entgleisungsunglück eines Hochgeschwindigkeitszugs in Galicien im Jahr 2013 starben 80 Menschen, 140 wurden verletzt
- Das aktuelle Unglück gilt seitdem als die schwerste Bahnkatastrophe
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