- Das „ELITE“-Tool von Palantir, das für die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) entwickelt wird, markiert auf einer Karte Personen, die abgeschoben werden sollen, und stellt für jede Person ein persönliches Dossier sowie einen Confidence Score für die Adresse bereit
- ICE nutzt dieses System, um Gebiete mit hoher Dichte an Zielpersonen für Festnahmen zu identifizieren und Orte für Einsätze festzulegen
- Interne Dokumente, Beschaffungsunterlagen und eidesstattliche Aussagen von ICE-Mitarbeitern bestätigen eine direkte Verbindung zwischen Palantirs technischer Infrastruktur und den Vor-Ort-Aktivitäten von ICE
- Das Tool sammelt Adressdaten von mehreren Behörden, darunter dem Gesundheits- und Sozialministerium (HHS)
- Vor dem Hintergrund groß angelegter Proteste und verschärfter Einsätze in Minneapolis rückt der Technikeinsatz von ICE als zentraler Faktor bei Vor-Ort-Operationen und Menschenrechtskontroversen in den Fokus
Überblick über das „ELITE“-System von ICE
- ELITE ist ein intern von Palantir entwickeltes Tool, das ICE zur Suche nach Personen mit Abschiebungsziel verwendet und über eine kartenbasierte Oberfläche Standorte und zugehörige Informationen visualisiert
- Für jede Person wird ein persönliches Dossier angezeigt und ein Confidence Score für die aktuelle Adresse vergeben
- ICE nutzt dies, um Gebiete zu finden, in denen wahrscheinlich mehrere Zielpersonen für Festnahmen wohnen
- Laut internen ICE-Unterlagen, Beschaffungsunterlagen und Aussagen von Beteiligten, die 404 Media vorliegen, ist dieses System ein zentrales Element der technischen Infrastruktur, die Palantir für ICE aufbaut
Datenquellen und technische Verknüpfung
- ELITE sammelt Adressdaten von verschiedenen Regierungsbehörden, darunter dem Gesundheits- und Sozialministerium (HHS)
- Diese Daten werden direkt für die Planung von ICE-Einsätzen vor Ort genutzt
- Die vorliegenden Unterlagen zeigen, dass Palantirs Technologie direkt mit den Vor-Ort-Operationen von ICE verknüpft ist
Ausweitung der Einsätze in Minneapolis und damit verbundene Vorfälle
- Die Ministerin für Innere Sicherheit (DHS) Kristi Noem kündigte kürzlich an, mehrere hundert zusätzliche Bundesbeamte nach Minneapolis zu entsenden
- Diese Ankündigung erfolgte kurz nachdem der ICE-Beamte Jonathan Ross die 37-jährige US-Bürgerin Renee Nicole Good erschossen hatte
- Bei einer jüngsten Operation namens Operation Metro Surge ging ICE mit harter Hand vor, darunter durch das Einkesseln von Ride-Share-Fahrern und den Einsatz von Tränengas gegen einen Highschool-Schüler
Verwandte Berichte und Kontext
- 404 Media berichtete bereits zuvor fortlaufend über Überwachungstools für Mobiltelefone (Tangles, Webloc), Gesichtserkennungs-Apps (Mobile Fortify) und Fälle der Nutzung medizinischer Daten durch ICE
- Webloc kann ohne richterlichen Beschluss Handy-Standorte verfolgen und die Bewegungsrouten von Nutzern bis zu ihrem Wohnort oder Arbeitsplatz nachverfolgen
- Mobile Fortify ist Gegenstand eines Gesetzesvorhabens, das Beschränkungen für den Einsatz außerhalb von Grenzkontrollstellen und die Löschung von Fotos von Bürgern verlangt
- Der aktuelle Bericht über ELITE gilt als das bislang klarste Beispiel dafür, wie tief Palantirs Datenanalysetechnologie in das Einsatzsystem von ICE vor Ort integriert ist
Zusammenfassende Bewertung
- ELITE ist eine Schlüsseltechnologie von ICE, die datenbasierte Automatisierung von Einsätzen ermöglicht und die Kooperationsstruktur zwischen privaten Technologieunternehmen und staatlichen Durchsetzungsbehörden offenlegt
- Der Fall zeigt, wie Palantirs Technologie öffentliche Daten und persönliche Informationen kombiniert, um die Effizienz von Einsätzen zu steigern, und zugleich Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Menschenrechtsverletzungen auslöst
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