1 Punkte von GN⁺ 2026-01-16 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Da Online-Dienste die Altersverifikation (Age Gate) verpflichtend einführen, werden Nutzer dazu gedrängt, unter dem Risiko der Preisgabe persönlicher Daten eine Wahl zu treffen
  • Die EFF lehnt solche gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen ab und gibt zugleich praktische Hinweise, wie sich Nutzerrechte auch in bereits eingeführten Systemen bestmöglich schützen lassen
  • Der Beitrag betont das Prinzip der minimalen Datenweitergabe und vergleicht für die einzelnen Verfahren Risiken und Grenzen wie Gesichtserkennung, Upload von Ausweisen und Verifikation per Kreditkarte
  • Die Richtlinien zu Altersschätzung, Verifikation durch Dritte und Datenspeicherung bei großen Plattformen wie Meta, Google und TikTok werden konkret analysiert
  • Da keine Methode vollständigen Datenschutz garantiert, ist es für Nutzer unerlässlich, nur die nötigsten Informationen bereitzustellen und Löschverfahren zu prüfen

Die Realität und die Risiken von Altersverifikationssystemen

  • Die EFF erklärt ausdrücklich, dass Age Gates und verpflichtende Altersverifikation die Meinungsfreiheit und den Datenschutz verletzen
    • In mehreren Bundesstaaten und Ländern sind entsprechende Gesetze bereits in Kraft, und Nutzer werden im gesamten Web zur Altersprüfung aufgefordert
    • Im Verifikationsprozess kam es bereits in vielen Fällen zu Lecks sensibler Daten
  • Nutzer müssen selbst abwägen, ob sie einen Dienst weiter nutzen wollen und wie sich die Preisgabe persönlicher Daten minimieren lässt
    • Die EFF stellt für jede Verifikationsmethode eine Checkliste mit Fragen bereit: Art der Daten, Zugriffsberechtigte, Speicherdauer, Auditierung, Umfang der Offenlegung
  • Empfohlen wird das Prinzip der minimalen Datenweitergabe, also so wenig Informationen wie möglich anzugeben
    • Schätzungen auf Basis von Gesichtserkennung sind für manche Nutzergruppen (People of Color, Transgender-Personen, Menschen mit Behinderungen usw.) weniger genau
    • Digitale IDs sind nur auf einigen Plattformen möglich und bergen weiterhin das Risiko der Offenlegung von Informationen

Altersverifikationsmethoden der wichtigsten Plattformen

Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger, Threads)

  • Meta schätzt das Alter von Nutzern anhand von Beiträgen, Nachrichten usw.
    • Wenn keine Schätzung möglich ist oder das Alter als zu jung eingeschätzt wird, wird eine Verifikation verlangt
  • Bei der Verifikation per Gesichtserkennung wird das Foto zur Verarbeitung an die Server von Yoti übertragen
    • Yoti gibt an, die Daten sofort zu löschen, doch durch vorhandene Tracker besteht das Risiko einer Offenlegung gegenüber Dritten
    • Durch sichtbare Hintergründe können Standortinformationen preisgegeben werden, daher ist Vorsicht geboten
  • Beim Upload eines Ausweises versprechen sowohl Meta als auch Yoti, die Daten nach Speicherung wieder zu löschen
    • Meta speichert sie 30 Tage, Yoti gibt eine sofortige Löschung an
    • Ausweise enthalten sensible Informationen wie Klarnamen und Adresse, was ein Risiko darstellt

Google (Gmail, YouTube)

  • Google schätzt das Alter anhand des Zeitpunkts der Kontoerstellung, des Sehverlaufs usw.
    • Scheitert die Schätzung, kann zwischen Ausweis, Gesichtserkennung, E-Mail, Kreditkarte und digitaler ID gewählt werden
  • Die Gesichtserkennung über Private ID ist durch Verarbeitung auf dem Gerät vergleichsweise sicher
    • Bei gezielten Angriffen auf bestimmte Personen besteht jedoch die Möglichkeit, dass Bilder übertragen werden
  • Die Verifikation per E-Mail wird von VerifyMy durchgeführt, das die E-Mail-Adresse mit Datenbanken Dritter abgleicht
    • Welche Drittanbieterlisten verwendet werden, ist nicht offengelegt
  • Die Verifikation per Kreditkarte läuft über Google Payments und gilt daher als vergleichsweise sicher
    • Nach einer kleinen Belastung erfolgt eine Rückerstattung, anschließend kann die Karte ersetzt werden
  • Digitale IDs sind nur in einigen Regionen verfügbar und können eine Kommunikation mit staatlichen Systemen umfassen
  • Beim Upload eines Ausweises erklärt Google, die Daten nach der Verifikation zu löschen, doch ob externe Audits stattfinden, ist unklar

TikTok

  • TikTok schätzt das Alter automatisch anhand hochgeladener Videos und Audiodaten
    • Wird ein Nutzer als zu jung eingestuft, wird das Konto eingeschränkt oder gelöscht; Einspruch ist nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums möglich
  • Die Gesichtserkennung über Yoti birgt dieselbe Risikostruktur wie bei Meta
  • Die Verifikation per Kreditkarte erfolgt über eine kleine Belastung mit anschließender Rückerstattung, doch wie die Sicherheit technisch umgesetzt wird, ist unklar
  • Es gibt auch Verfahren mit der Kreditkarte eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten oder mit einem gemeinsamen Foto mit einer erwachsenen Person,
    • doch reale Anwendungsfälle sind kaum bekannt und die Prüfverfahren sind intransparent
  • Das Verfahren über Incode mit Ausweis- und Gesichtsabgleich unterstützt keine automatische Löschung der Daten
    • TikTok erklärt, einen Löschantrag zu starten, doch es ist zusätzlich eine direkte Löschanfrage an Incode nötig
    • Auch hier enthält der Ausweis sensible Informationen wie Klarnamen und Adresse

Weitere Dienste und gemeinsame Grundsätze

  • Spotify und OnlyFans nutzen Yoti, Quora und Discord nutzen k-ID
  • Keine Methode garantiert vollständigen Datenschutz
    • Die zentralen Prinzipien sind minimale Datenweitergabe, begrenzter Zugriff und schnelle Löschung
  • Die EFF kritisiert, dass diese Systeme die Privatsphäre und die Meinungsfreiheit von Nutzern verletzen, und setzt sich weiterhin weltweit für die Rücknahme verpflichtender Altersverifikation ein

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