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Überblick über die Umfrage
- Die Publishing Maintenance Working Group (PMWG) führte im Sommer 2025 auf der Nordhalbkugel eine Umfrage durch, um zu bewerten, ob HTML in EPUB zugelassen werden sollte.
- Mehr als 100 Antworten: Verschiedene Stakeholder nahmen teil, darunter Verlage, Tool-Entwickler, Entwickler von Lesesystemen, unabhängige Autoren, E-Book-Händler, DRM-Anbieter, Konvertierungsdienstleister, Distributoren und Leser.
- Ein Thema, das seit Jahren im EPUB-3.4-Backlog zurückgestellt war.
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Zusammenfassung der Ergebnisse
- Die PMWG hat nicht entschieden, HTML zu EPUB 3.4 hinzuzufügen.
- Sowohl die zustimmenden als auch die ablehnenden Positionen sind überzeugend: Einige sind zufrieden, andere enttäuscht.
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Meinungen zur Integration von EPUB und HTML
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Argumente dafür:
- Stärkere Ausrichtung auf die Webplattform.
- Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Tools und Lesesysteme.
- Zugang zu neuen Toolsets und Frameworks.
- Geringere Verständnisbarrieren für eine neue Generation von E-Book-Entwicklern.
- Zukunftssicherheit für die langfristige Dateiformatunterstützung von EPUB.
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Argumente dagegen:
- Höhere Komplexität für Tools, Lesesysteme und Vertriebsplattformen.
- Mögliches Aufbrechen bestehender Publishing-, Distributions- und Erfassungs-Workflows.
- Hohe Kosten oder praktische Hürden bei der HTML-Einführung in einer Branche, die auf bestehenden XML/XSLT-Technologien basiert.
- Interoperabilitätsprobleme: Ältere Bücher und neue Systeme könnten inkompatibel sein.
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EPUB 3 unterstützt seit mehr als 10 Jahren die XML-Serialisierung von HTML (z. B. das
<video>-Element), aber nicht XHTML 1.1. -
Anders als im Web sind im Publishing-Ökosystem mehr Technologien und Stakeholder beteiligt; das erhöht die Risiken, weil spezialisierte Tools für Nicht-Programmierer und Kompatibilität mit Bibliotheken/Buchhandlungen erforderlich sind.
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EPUB muss Rückwärtskompatibilität für Konsistenz, Archivierung und Langzeitbewahrung von Inhalten gewährleisten; der statische Charakter von Büchern macht die HTML-Einführung komplex.
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Herausforderungen
- Anhaltende Fehlinformationen über die aktuelle Beziehung von EPUB zu HTML.
- Es wurden Funktionslücken in EPUB genannt (Scripting, Interaktivität usw.), doch das bloße Hinzufügen von HTML löst diese Probleme nicht grundlegend; das Interesse der Antwortenden geht teils über EPUB hinaus oder stammt aus Web-Publishing-Anwendungsfällen.
- Gewünscht werden Best Practices, Beispieldateien, Test-Suites sowie detaillierte Angaben zu unterstützten HTML-/CSS-Funktionen und Teilmengen.
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Nächste Schritte
- Die Tür für HTML und digitales Publishing bleibt offen; die Umfrage hat bestätigt, dass neue Ansätze nötig sind.
- Die Community wird zur Beteiligung ermutigt: dem Publishing Community Group beitreten und durch das Teilen von Anwendungsfällen, Herausforderungen und Ideen für künftige Spezifikationen helfen, die identifizierten Lücken zu schließen.
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