1 Punkte von GN⁺ 2026-01-04 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Anhand eines Experiments, bei dem ein Autor ein KI-Schreibmodell testete, das seinen eigenen Schreibstil nachahmte, wird gezeigt, dass künstliche Intelligenz den menschlichen Denkprozess nicht ersetzen kann
  • Von KI erzeugte Texte wirken oberflächlich betrachtet natürlich, zeigen im Detail jedoch ein „Uncanny Valley“-Phänomen, bei dem Richtung der Logik und Tonfall auseinanderlaufen
  • Der Autor versteht Schreiben nicht als bloßes Ergebnis, sondern als Aufrechterhaltung der Denkkraft, kreatives Training und ein Versprechen an die Leser – ein Prozess, den KI nicht übernehmen kann
  • Unter Berufung auf ein Interview mit Ezra Klein wird betont, dass KI die Verbindung zu den zentralen Denkprozessen und Verknüpfungen eines Autors verloren gehen lässt
  • Obwohl Technologie scheinbar dabei hilft, das „Mühsame“ zu vermeiden, lautet das Fazit, dass echte Leistung erst dann entsteht, wenn man diese Schwierigkeit selbst überwindet

Von KI nachgeahmtes Schreiben und das Problem des „Uncanny Valley"

  • Der Autor stellt ein Experiment vor, bei dem eine KI, die mit seinen früheren Texten trainiert wurde, auf Basis des Titels und der Einleitung eines Blogbeitrags von 2025 den Rest des Textes generierte
    • Der von der KI erzeugte Text wirkt zunächst natürlich, offenbart bei genauerem Hinsehen jedoch subtile Fremdheit, etwa wenn sich die Richtung der Logik ändert oder sogar gegenteilige Argumente entwickelt werden
    • Wo der Autor normalerweise zweifeln würde, zeigt sich die KI selbstsicher; und wo der Autor sicher wäre, formuliert die KI vage
  • Diese Unterschiede vergleicht er mit dem „Uncanny Valley“-Effekt bei KI-Bildern und weist damit auf das Fehlen menschlicher Wahrnehmung hin

Warum Menschen schreiben

  • Der Autor sagt klar, dass KI für ihn selbst dann nutzlos wäre, wenn sie perfekt funktionieren würde
    • Schreiben ist nicht bloß Content-Produktion, sondern ein alltägliches Training, um das Denken aufrechtzuerhalten und kreative Muskeln zu stärken
    • Täglich zu schreiben ist ein Versprechen an die Leser, sie einmal am Tag zu besuchen, und KI kann weder dieses Versprechen noch dieses Wachstum übernehmen
  • Das Ergebnis ist zweitrangig; es wäre schön, neue Leser zu gewinnen, aber wenn nicht, ist das auch in Ordnung

Ezra Kleins Perspektive: ausgelagertes Denken

  • Der Freund des Autors, Nick Wignall, verweist auf ein Interview mit Ezra Klein und teilt die Ansicht, dass KI Autoren in der Praxis nicht wirklich hilft
    • Klein nutzt KI für leichte Recherchen oder zur Strukturierung von Daten, für das eigentliche Schreiben jedoch fast gar nicht
    • Er sagt, „dass KI Bücher oder Aufsätze zusammenfasst, ist eine Katastrophe“, denn KI versteht nicht, was ein Autor wirklich wissen will, und kann die Verbindungen, die Menschen herstellen, nicht erzeugen
  • In diesem Zusammenhang wird betont, dass der Wert, ein Buch von Anfang bis Ende selbst zu lesen, noch größer geworden ist
    • Nur wenn man jedes Wort selbst liest, kann man die Einsichten und Verknüpfungen entdecken, die KI übersieht

Schreibblockaden und der Wert kreativen Schmerzes

  • Nick weist darauf hin, dass gerade der Moment, in dem man beim Schreiben feststeckt, der wertvollste Teil des Prozesses ist
    • KI zu nutzen, um dieses „Feststecken“ zu beseitigen, sei eine Art Mogeln und führe letztlich zu einem völlig anderen Text
  • KI kann zwar eine Liste von Ideen liefern, aber nicht beurteilen, welche davon wirklich die richtige ist
    • Wenn man die falsche Idee übernimmt, entsteht eine fragile logische Struktur, die Leser kaum überspringen können

Warum wir das „Mühsame“ nicht vermeiden sollten

  • Der Autor sagt, dass er angesichts der Veränderungen, die KI in die Welt des Schreibens bringt, eher Zufriedenheit empfindet
    • Je mehr Menschen Abkürzungen wählen, desto stärker werden Texte von echter Qualität herausstechen
  • Wenn Technologie einen „einfacheren Weg“ anbietet, ist das meist eine Illusion und ein Weg auf Durchschnittsniveau
  • Das Fazit lautet, dass wahre Kreative und Macher nur dann belohnt werden, wenn sie das „Mühsame“ (the suck) aushalten und überwinden
    • Der Satz „The suck is why we’re here“ steht sinnbildlich dafür, dass Anstrengung und Schmerz zum Wesen des Schaffens gehören

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