1 Punkte von GN⁺ 2025-12-30 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Eine Liste mehrerer Domains, die von der deutschen CUII (Internet-Inhalte-Sperrungsstelle) als zu blockieren eingestuft wurden, wurde veröffentlicht
  • Die Liste enthält verschiedene Websites wie Annas Archive, bs.to, CannaPower und Buffstreams
  • Neben jeder Domain ist das Sperrdatum angegeben; bei einigen reicht es von 2022 bis 2025
  • Laut Fußnote der Tabelle steht das Datum entweder für das Empfehlungsdatum der Sperre oder für das erste Registrierungsdatum in der Datenbank
  • Die Liste kann als Material zur transparenten Darstellung des ISP-Sperrstatus in Deutschland genutzt werden

Liste der von der CUII blockierten Domains

  • Die Tabelle enthält zwei Spalten: Domainname und Sperrdatum (Blockiert am)

    • Als Beispiele wurden annas-archive.li, annas-archive.org und annas-archive.se am 30. September 2025 blockiert
    • bs.to, canna-power.to und canna.to wurden am 4. April 2022 blockiert
    • cine.to wurde am 14. Juli 2022 blockiert, filmfans.org am 8. September 2023
    • buffsports.io wurde am 30. Juni 2025 blockiert, buffstreams.sx am 26. Februar 2024 und fbstreams.pm am 18. Dezember 2024
    • Enthalten sind auch sprachspezifische Subdomains wie de.annas-archive.li, de.annas-archive.org, de.annas-archive.se und en.annas-archive.org
  • In der Fußnote unter der Tabelle wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Daten möglicherweise nicht exakt sind

    • Einige Daten bezeichnen den Zeitpunkt der Sperrempfehlung, andere den Zeitpunkt, zu dem die Domain erstmals in die Datenbank aufgenommen wurde

Struktur und Zweck der Liste

  • Die Website wird unter dem Namen CUII Liste (CuiiListe.de) betrieben und veröffentlicht den Status blockierter ISP-Domains in Deutschland
  • Sie dokumentiert den Zeitpunkt der Sperre jeder Domain und trägt so zur Transparenz bei Zensurmaßnahmen bei
  • Zusätzliche Erläuterungen oder Sperrgründe sind in der Tabelle nicht enthalten

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-12-30
Hacker-News-Kommentare
  • Auf der 39c3-Konferenz, die morgen beginnt, soll dieses Thema behandelt werden
    Der Vortrag findet auf Deutsch statt, normalerweise wird aber auch eine englische Übersetzung angeboten
    Weitere Details gibt es unter diesem Link
  • Es kam die Frage auf: „Ist das dann die ultimative Sammlung von Piratenseiten?“
    • Nein. Sogar einige der berüchtigtsten privaten Seiten fehlen
    • Für mich ist es interessant genug, um es als Lesezeichen zu speichern
    • Jedes Mal, wenn so eine Sperrliste auftaucht, kommt garantiert ein spöttischer Kommentar wie „Wow, eine Liste mit Piratenseiten, direkt gebookmarkt!“
    • Stimmt, die meisten dieser Seiten sind schwer zugänglich
  • Das ist eine DNS-Sperre und betrifft nur Leute, die das DNS ihres ISP verwenden
    • Wenn man selbst einen rekursiven DNS-Server wie Bind9 oder Unbound betreibt, lässt sich das leicht umgehen. Unabhängig von Zensur hilft das auch beim Schutz der Privatsphäre
    • ISP-DNS ist langsam, unzuverlässig und ignoriert oft die TTL. Auch öffentliche DNS-Dienste wie Quad 1/8/9 bergen Zentralisierungsrisiken, daher ist Selbstbetrieb besser
    • Im Vereinigten Königreich gibt es schon seit Langem eine ähnliche Sperrliste. Dort ist sie allerdings stärker als eine einfache DNS-Sperre, sodass nur ein VPN zur Umgehung hilft
    • Ich frage mich, warum man keine SNI-basierte Sperre verwendet
    • NextDNS und ControlD sind ebenfalls erwähnenswert. Ich bin vor 6 Monaten zu ControlD gewechselt, aber beide sind gute Optionen
  • Die in Deutschland zusammengestellte Liste wirkt wie eine ziemlich nützliche Ressource
  • Es gibt auch eine Sperrliste aus Litauen
    Die offizielle Seite ist auf Litauisch, und die meisten Einträge sind Phishing-Seiten, aber auch einige Portale für illegales Film-Streaming sind enthalten
    Detaillierte Listen der auf Anordnung der Rundfunkaufsicht gesperrten Seiten finden sich in der ersten Datei, zweiten Datei und dritten Datei
  • Gesetzlich vorgeschrieben ist das nicht, und mein kleiner deutscher ISP scheint sich nicht darum zu kümmern
    • CUII ist keine Regierungsbehörde, sondern ein Zusammenschluss von Rechteinhabern und ISPs. Eine Mitgliederliste gibt es hier
    • Mein ISP bewirbt in seinen DHCP-Antworten Google DNS
    • Ich frage mich, welcher ISP das ist. In den Niederlanden gab es früher ISPs wie xs4all, die sich Überwachung und Zensur widersetzt haben; wenn es in Deutschland etwas Ähnliches gibt, würde ich sogar mehr bezahlen und wechseln wollen
    • Ich nutze in Berlin o2 DSL, und die getesteten Domains lassen sich problemlos öffnen. Ich habe gemerkt, dass ich auf meinem neuen Laptop das DNS nicht geändert hatte, und das dann angepasst. Es ist schneller, und mir gefällt, dass der Betreiber mich nicht überwacht. Dank DNS over HTTPS in Firefox nutze ich das System-DNS kaum noch
    • Mein ISP kümmert sich auch nicht darum. Ich sehe keinen Grund, warum er das tun sollte
  • Die Sperrpolitik von Magenta in Österreich lässt sich in diesem Blog nachlesen
  • Ich bin überrascht, dass es nur 295 zensierte Domains sind. Es scheinen meist Streaming-Seiten mit Urheberrechtsverletzungen zu sein, aber das ist nur ein winziger Teil des Ganzen
  • Die Begründung lautet, man müsse „die Bürger vor allem Bösen im Internet schützen“, tatsächlich geht es aber nur um ein Urheberrechtsproblem
    Trotzdem danke dafür, die Liste zu aktualisieren und zu erklären, wie man das mit 3 Klicks in Firefox umgehen kann
  • Es gab auch Reaktionen wie: „Schön, also eine Liste mit Torrent-Seiten!“