- Deutsche Telekom soll die Internetgeschwindigkeit bestimmter Dienste künstlich begrenzen
- Epicenter.works, die Gesellschaft für Freiheitsrechte, Verbraucherverbände und Prof. Barbara van Schewick von der Stanford University haben bei der Bundesnetzagentur offiziell Beschwerde wegen unlauterer Praktiken eingereicht
- Der Vorwurf lautet, dass die Telekom zahlenden Diensten schnelle Verbindungen und nicht zahlenden Diensten langsame Verbindungen bereitstellt und damit gegen die Netzneutralität verstößt
- Viele Nutzer berichten von massiven Geschwindigkeitseinbrüchen und Paketverlusten bei Cloudflare, GitHub, YouTube, Discord, Hochschulnetzwerken und weiteren Diensten
- Das Thema entwickelt sich zu einer zentralen Debatte über Fairness und Zugänglichkeit der Internetinfrastruktur in Deutschland
Kontroverse um die Drosselung der Internetgeschwindigkeit durch Deutsche Telekom
- Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen und Fachleute behaupten, dass Deutsche Telekom an Netz-Übergabepunkten künstliche Engpässe erzeugt
- Finanzstärkere Dienste können sich durch Zahlungen an die Telekom schnelle Verbindungen sichern
- Dienste, die nicht zahlen können, hätten dagegen niedrigere Geschwindigkeiten oder instabile Verbindungen
- Dieses Vorgehen wird als Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität kritisiert, und bei der Bundesnetzagentur wurde offiziell Beschwerde eingereicht
- Die Kampagne läuft unter dem Namen „Netzbremse“ und sammelt Berichte von Nutzern sowie Messdaten
Konkrete Fälle betroffener Nutzer
- Viele Telekom-Kunden berichten, beim Zugriff auf bestimmte Websites oder Dienste massive Geschwindigkeitseinbrüche erlebt zu haben
- Wiederkehrende Probleme wurden unter anderem bei Cloudflare, GitHub, YouTube, Discord, Reddit, Steam, Microsoft Flight Simulator und FTP-Servern von Hochschulen gemeldet
- Einige Nutzer berichten, dass sich mit VPN wieder normale Geschwindigkeiten herstellen lassen, was auf mögliche Einschränkungen innerhalb des Telekom-Netzes hindeutet
- Beispiele:
- Ein Nutzer erklärte, dass wissenschaftliche Daten einer Universität nur mit 30KB/s heruntergeladen werden konnten, wodurch Arbeiten praktisch unmöglich wurden
- Ein anderer meldete fehlgeschlagene GitHub-Zugriffe, YouTube nur in 360p sowie Timeouts bei Cloudflare-basierten Websites
- Viele teilen die Erfahrung, dass sich die Probleme durch die Nutzung eines VPN beheben lassen
Organisationen und Aufruf zur Beteiligung
- Epicenter.works bittet Betroffene und Fachleute darum, Messdaten und Erfahrungen zu teilen
- Vertrauliche Meldungen sind per E-Mail (netbremse@epicenter.works) oder über Signal und Threema möglich
- Auch Personen mit Erfahrung bei Interconnection-Verträgen mit der Telekom werden um Unterstützung gebeten
- Ziel der Kampagne ist es, durch Spenden und Beteiligung ein freies Internet zu verteidigen
Medienberichte und gesellschaftliche Resonanz
- Große Medien wie Tagesschau, Heise, Spiegel, Tagesspiegel, Netzpolitik.org, Golem, Teltarif, t3n und Computerbild berichten über das Thema
- Gemeinsam ist den Berichten die Darstellung des Vorwurfs von Verbraucherschützern, die Telekom erziele zusätzliche Einnahmen durch bezahlte bevorzugte Verbindungen
- Die Telekom weist alle Vorwürfe zurück
- Einige Artikel verweisen auf einen möglichen Verstoß gegen die EU-Regeln zur Netzneutralität und fordern ein Eingreifen der Regulierungsbehörden
Hintergrund und Bedeutung des Projekts
- Die Netzbremse-Kampagne will fairen Internetzugang in Deutschland sicherstellen
- Sie betont, dass jeder das Recht auf Internetnutzung mit derselben Geschwindigkeit haben sollte
- Dafür formiert sich ein Bündnis aus Bürgern, Verbraucherschützern und Rechtsexperten zum Schutz der Netzneutralität
- Der Fall weitet sich zu einer internationalen Debatte über Transparenz beim Netzbetrieb von ISP und den Erhalt des Internets als öffentliches Gut aus
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