2 Punkte von GN⁺ 2025-12-10 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Nvidias Q3-Ergebnis des Geschäftsjahres 2026 war bei einem Umsatz von 62 Mrd. US-Dollar stark, aber in Cashflow, Lagerbestand und Forderungen zeigten sich Warnsignale.
  • Im Vergleich zu einem Nettogewinn von 31,9 Mrd. US-Dollar stehen 23,8 Mrd. US-Dollar operativer Cashflow gegenüber, was einer Differenz von 8 Mrd. US-Dollar entspricht, während die Lagerbestände auf 198 Mrd. US-Dollar stiegen und sich damit fast verdoppelt haben.
  • Die Struktur des Kapitalkreislaufs zwischen OpenAI, Oracle und Nvidia rückt wegen des Verdachts auf Round-Tripping in den Fokus; Michael Burry hat darauf öffentlich hingewiesen.
  • OpenAI treibt derzeit eine Reduzierung der Nvidia-Abhängigkeit voran, unter anderem durch direkte Käufe bei Samsung und SK Hynix, die Zusammenarbeit mit Broadcom und die Anwerbung von Silizium-Experten.
  • Oracle sucht über die mögliche Übernahme von Groq nach einem Ausweg aus dem HBM-Mangel und der Nvidia-Abhängigkeit, während sich die Wettbewerbslandschaft im KI-Hardware-Markt schnell verändert.

Nvidias Ergebnislage: Unruhe in einem starken Quartal

  • Der Datenzentrumsbereich von Nvidia stellt rund 90 % des Gesamtumsatzes und damit ein zentrales Geschäftsfeld im KI-Zeitalter dar.
    • Der Umsatz stieg auf 62 Mrd. US-Dollar (+62 % gegenüber dem Vorjahr).
  • Gleichzeitig wurden drei Warnsignale bei Cashflow, Lagerbestand und Forderungen beobachtet.
    • Zwischen 31,9 Mrd. US-Dollar Nettogewinn und 23,8 Mrd. US-Dollar operativem Cashflow klafft eine Lücke von 8 Mrd. US-Dollar.
    • Der Lagerbestand ist auf 198 Mrd. US-Dollar fast verdoppelt und entspricht etwa 120 Tagen Bestand.
    • Die Debitorenlaufzeit (DSO) stieg auf 53 Tage, was auf eine langfristigere Kreditgewährung an Kunden hindeuten kann.
  • Das Unternehmen baut laut Berichten vor der Einführung der Blackwell-Architektur große Lagerbestände auf.

Kontroverse um Rundlauf-Finanzierung

  • Der von Michael Burry aufgestellte Verdacht auf „Circular Financing“ (Round-Tripping) steht im Fokus der Märkte.
    • Phase 1: Nvidia sagt OpenAI Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe zu (Teil einer Gesamtplanung von 100 Mrd. US-Dollar).
    • Phase 2: OpenAI schließt mit Oracle einen Cloud-Vertrag im Umfang von 300 Mrd. US-Dollar (Project Stargate).
    • Phase 3: Oracle bestellt 40 Mrd. US-Dollar an Nvidia-GB200-GPUs zur Erfüllung dieses Vertrags.
  • Diese Struktur kann als zirkuläres Umsatzmuster erscheinen; es gab außerdem Berichte über eine mögliche Untersuchung durch das US-Justizministerium.
  • Beobachter verweisen darauf, dass OpenAIs und Oracles Transaktionsteilnahme fraglich wäre, falls Nvidias Investitionen ausbleiben sollten.

OpenAIs Vorgehen zur Verringerung der Nvidia-Abhängigkeit

  • OpenAI nutzt Nvidia-GPUs beim Aufbau von 10 GW Infrastruktur für das Training von GPT-6, baut aber gleichzeitig ein eigenes Hardware-Ökosystem auf.
  • Durch direkte HBM-Waferkäufe bei Samsung und SK Hynix, die Zusammenarbeit mit Broadcom und die Anwerbung von Richard Ho, einem ehemaligen Google-TPU-Leiter, soll die Unabhängigkeit gestärkt werden.
  • Rund 40 Hardware-Ingenieure aus Apple sind ebenfalls dazugekommen.
  • OpenAI scheint auf kostengünstigeres Inferenz-Processing mittels eigenen Chips (ähnlich dem Edge TPU) abzuzielen.
  • Die Investitionsplanung von Nvidia in Höhe von 100 Mrd. US-Dollar wird als noch nicht finalisiert gemeldet.

Oracle und die mögliche Übernahme von Groq

  • Inferenzkosten werden zu einem zentralen Thema.
  • Groq setzt auf eine SRAM-basierte Architektur, die nach Angaben des Unternehmens nicht unter den HBM-Mangel fällt, und behauptet, bei der Inferenz schneller und günstiger zu sein als NVIDIA.
  • Bei Oracle liegt die Leasing-Marge für Nvidia-GPUs bei nur etwa 14 %, daher besteht ein Bedarf, die Profitabilität durch eigene Chips zu verbessern.
  • Die Unternehmensbewertung von Groq bei 6,9 Mrd. US-Dollar (Stand September 2025) wäre ein für Oracle handelbarer Rahmen.
  • Bei einer Übernahme werden eine Minderung des Lieferkettenrisikos und eine Stärkung der Unterstützung für OpenAI erwartet.
  • Andererseits wird als Hinweis auf die tatsächliche Struktur der möglichen Finanzzirkulation erwähnt, ob Nvidia eine solche Transaktion überhaupt zulassen würde.

Fazit und Marktprognose

  • Gegen Ende 2026 bleibt das Verhältnis zwischen Nvidia, OpenAI und Oracle in einer angespannten Lage zwischen Kooperation und Konkurrenz.
  • HBM-Mangel, eigene Chipentwicklung und die Frage nach ausschließlichen Verträgen vergrößern die Unsicherheit.
  • Michael Burry soll auf die gesamte Struktur mit einer Short-Position gesetzt haben.
  • Der Wettbewerb und die Reorganisation im KI-Hardware-Markt werden in den kommenden Quartalen zu den zentralen Beobachtungspunkten.
  • Google reagiert zusätzlich mit einem 2026er Liefervertrag für Speicherwafer mit Samsung.

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