- Die Designpraxis, jedem Menüeintrag standardmäßig ein Icon hinzuzufügen, breitet sich aus und erzeugt unnötigen visuellen Lärm
- Google Sheets und das Menüsystem der macOS-Tahoe-Version sind typische Beispiele, da nahezu jedem Menüeintrag Icons hinzugefügt werden
- In einigen Menüs ist nicht klar, nach welchem Kriterium ein Icon angezeigt wird, und es kommt zu Überlappungen mit Toggles sowie zu Ausrichtungschaos
- Dagegen sind Icons wie im Menü zur Fensteranordnung im Finder hilfreich für das visuelle Verständnis, daher ist eine kontextbezogene Entscheidung über den Icon-Einsatz wichtig
- Problematisch ist, dass Apple sein früheres Prinzip aus den eigenen Interface-Guidelines verworfen hat, in denen stand: „Verwende keine beliebigen Icons.“
Kritik an zu vielen Icons in Menüs
- Der Ansatz, allen Menüeinträgen automatisch Icons zuzuweisen, setzt sich als Standard durch und macht die Benutzeroberfläche übermäßig komplex
- In Google Sheets sind im Menü „File“, „Edit“, „View“ alle Einträge mit einem Icon versehen
- Dieser Ansatz führt zu der Gewohnheit, „Icons zum Auffüllen von Raum“ zu erstellen
- Es bleibt bei einer simplen Standardisierung ohne Berücksichtigung des Kontextes jedes Menüs und der kognitiven Belastung
- Der Einsatz von Icons sollte kontextbezogen und sorgfältig ausgewählt werden
- Es muss geprüft werden, ob ein Icon die Usability tatsächlich erhöht oder eher verwirrt
- „Wir setzen einfach in jedes Menü ein Icon“ ist ein Zeichen von fehlender Überlegung
Die Änderung in macOS Tahoe
- macOS hatte sich lange von diesem Ansatz ferngehalten, bis in macOS Tahoe Icons über das gesamte Menüsystem eingeführt wurden
- In Apple-Menüs, im Safari-Menü „Safari“, „File“, „View“ werden nur einige Einträge mit Icons angezeigt
- „Settings“ hat ein Icon, „Privacy Report“ nicht, was auf fehlende Konsistenz hindeutet
- Im Safari-Dateimenü werden nur einige Gruppen mit Icons und Einrückung dargestellt, während andere Gruppen dies nicht tun
- Im Menü „View“ stehen Häkchen/Toggle und Icons nebeneinander, wodurch die Ausrichtung aus dem Takt gerät
- Auch im „View“-Menü von Mail entsteht durch die Mischung aus Text, Toggle und Icons eine komplexe visuelle Struktur
- Der Zweck oder die Auswahlkriterien für das Vorhandensein von Icons sind nicht klar
Nützliche Ausnahmen mit Icons
- Bei Fällen wie dem Finder-Fensteranordnungsmenü liefern Icons großen Nutzen, wenn sie eine räumliche Anordnung sofort erkennen lassen
- Bei „Top Left“, „Bottom & Top“, „Quarters“ vermitteln Layout-Icons ein unmittelbar verständliches Bild statt nur Text
- In solchen Fällen sind Icons ein positives Einsatzbeispiel, das die kognitive Effizienz erhöht
- Das heißt: Icons sollten nicht die Voreinstellung, sondern eine situative Wahl sein
Widerspruch zu Apples Richtlinien
- In Apples Human Interface Guidelines von 1992, 2005 und 2020 steht explizit: „Setze keine beliebigen Icons in Menüs ein“
- Eine Warnung enthält den Hinweis, dass dies zu visueller Verwirrung führen und die Nutzer verwirren kann
- Das damalige „Was-nicht-zu-tun“-Beispiel ähnelt den aktuellen Menüs in macOS Tahoe stark
- Apple hat damit die eigenen Prinzipien verletzt
Fazit
- Das Auftauchen von übermäßigen Icons in Menüs führt zu visuellem Rauschen
- Mit Apples Kurswechsel zu „Icons in jedem Menü“ wird es schwerer, eine Reduzierung von Icons überzeugend zu begründen
- „Wenn es keinen legitimen Grund gibt, sollte der Standard ohne Icons sein.“
- Derzeit sei, so zugespitzt, die Ära der menüüberflutenden Icons – und der Autor ruft ironisch „Hilfe!“
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