1 Punkte von GN⁺ 2025-12-09 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Die Designpraxis, jedem Menüeintrag standardmäßig ein Icon hinzuzufügen, breitet sich aus und erzeugt unnötigen visuellen Lärm
  • Google Sheets und das Menüsystem der macOS-Tahoe-Version sind typische Beispiele, da nahezu jedem Menüeintrag Icons hinzugefügt werden
  • In einigen Menüs ist nicht klar, nach welchem Kriterium ein Icon angezeigt wird, und es kommt zu Überlappungen mit Toggles sowie zu Ausrichtungschaos
  • Dagegen sind Icons wie im Menü zur Fensteranordnung im Finder hilfreich für das visuelle Verständnis, daher ist eine kontextbezogene Entscheidung über den Icon-Einsatz wichtig
  • Problematisch ist, dass Apple sein früheres Prinzip aus den eigenen Interface-Guidelines verworfen hat, in denen stand: „Verwende keine beliebigen Icons.“

Kritik an zu vielen Icons in Menüs

  • Der Ansatz, allen Menüeinträgen automatisch Icons zuzuweisen, setzt sich als Standard durch und macht die Benutzeroberfläche übermäßig komplex
    • In Google Sheets sind im Menü „File“, „Edit“, „View“ alle Einträge mit einem Icon versehen
    • Dieser Ansatz führt zu der Gewohnheit, „Icons zum Auffüllen von Raum“ zu erstellen
    • Es bleibt bei einer simplen Standardisierung ohne Berücksichtigung des Kontextes jedes Menüs und der kognitiven Belastung
  • Der Einsatz von Icons sollte kontextbezogen und sorgfältig ausgewählt werden
    • Es muss geprüft werden, ob ein Icon die Usability tatsächlich erhöht oder eher verwirrt
    • „Wir setzen einfach in jedes Menü ein Icon“ ist ein Zeichen von fehlender Überlegung

Die Änderung in macOS Tahoe

  • macOS hatte sich lange von diesem Ansatz ferngehalten, bis in macOS Tahoe Icons über das gesamte Menüsystem eingeführt wurden
    • In Apple-Menüs, im Safari-Menü „Safari“, „File“, „View“ werden nur einige Einträge mit Icons angezeigt
    • „Settings“ hat ein Icon, „Privacy Report“ nicht, was auf fehlende Konsistenz hindeutet
    • Im Safari-Dateimenü werden nur einige Gruppen mit Icons und Einrückung dargestellt, während andere Gruppen dies nicht tun
  • Im Menü „View“ stehen Häkchen/Toggle und Icons nebeneinander, wodurch die Ausrichtung aus dem Takt gerät
    • Auch im „View“-Menü von Mail entsteht durch die Mischung aus Text, Toggle und Icons eine komplexe visuelle Struktur
    • Der Zweck oder die Auswahlkriterien für das Vorhandensein von Icons sind nicht klar

Nützliche Ausnahmen mit Icons

  • Bei Fällen wie dem Finder-Fensteranordnungsmenü liefern Icons großen Nutzen, wenn sie eine räumliche Anordnung sofort erkennen lassen
    • Bei „Top Left“, „Bottom & Top“, „Quarters“ vermitteln Layout-Icons ein unmittelbar verständliches Bild statt nur Text
    • In solchen Fällen sind Icons ein positives Einsatzbeispiel, das die kognitive Effizienz erhöht
  • Das heißt: Icons sollten nicht die Voreinstellung, sondern eine situative Wahl sein

Widerspruch zu Apples Richtlinien

  • In Apples Human Interface Guidelines von 1992, 2005 und 2020 steht explizit: „Setze keine beliebigen Icons in Menüs ein“
    • Eine Warnung enthält den Hinweis, dass dies zu visueller Verwirrung führen und die Nutzer verwirren kann
    • Das damalige „Was-nicht-zu-tun“-Beispiel ähnelt den aktuellen Menüs in macOS Tahoe stark
    • Apple hat damit die eigenen Prinzipien verletzt

Fazit

  • Das Auftauchen von übermäßigen Icons in Menüs führt zu visuellem Rauschen
    • Mit Apples Kurswechsel zu „Icons in jedem Menü“ wird es schwerer, eine Reduzierung von Icons überzeugend zu begründen
    • „Wenn es keinen legitimen Grund gibt, sollte der Standard ohne Icons sein.“
  • Derzeit sei, so zugespitzt, die Ära der menüüberflutenden Icons – und der Autor ruft ironisch „Hilfe!“

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