Das Ende des Webs? HTML geht, AIDI kommt!
(searchengineland.com)Der Autor argumentiert, dass das traditionelle Web, wie wir es kennen, durch die Weiterentwicklung von KI verschwinden könnte. Die aktuelle, auf HTML basierende Webstruktur wurde für Menschen entworfen und stößt an Grenzen, wenn Maschinen Informationen verstehen sollen.
Praxisbeispiel: Kauf einer Smartwatch
Als Beispiel nennt der Autor seine Erfahrung beim Vergleich von Samsung Galaxy Watches:
- Der Produktvergleich auf der Website des Herstellers dauerte mehr als eine Stunde
- Eine Frage an ChatGPT lieferte in nur 4 Sekunden eine klare Antwort
- Die KI reagierte sofort auf Rückfragen und machte sogar Vorschläge zu Punkten, an die der Nutzer nicht gedacht hatte
Die Grenzen von HTML
HTML ist eine Markup-Sprache zur Darstellung von Text und Bildern. Sie definiert nur die Form, enthält aber keine Bedeutung (Semantik). Zum Beispiel kann eine Maschine bei der Zahl "€9.99" nicht erkennen, ob es sich um einen Preis handelt oder ob die Mehrwertsteuer enthalten ist.
Das Konzept von AIDI (AI Data Interface)
Der Autor schlägt ein neues Konzept vor:
- AIDI: eine strukturierte Datenschnittstelle, die von Maschinen gelesen werden kann
- Funktioniert ähnlich wie eine API, ist aber für KI-Agenten konzipiert
- Stellt Informationen ähnlich wie bei einer Datenbankabfrage bereit, bei der Felder und Werte klar voneinander getrennt sind
Zukunftsszenario
In 5 Jahren könnte es so aussehen:
- Persönliche KI-Assistenten übernehmen automatisch Terminplanung, E-Mail-Antworten und Informationssuche
- KI-Agenten kommunizieren direkt miteinander, um Meeting-Zeiten abzustimmen
- "Stiller Handel (silent commerce)": Die KI des Nutzers greift auf die AIDI mehrerer Verkäufer zu und kauft automatisch das optimale Produkt
Die Zukunft von Publishern und SEO
Informationsorientierte Websites verlieren bereits Traffic, weil KI direkte Antworten liefert; laut dem Autor liegt das nicht an Google, sondern am Aufstieg von KI-Chatbots. Als Alternative schlägt er ein Credit-System mit Micropayments pro Content-Anfrage vor.
Fazit
Die Lehre aus der Technikgeschichte ist laut dem Autor, dass ein neues System immer gewinnt, wenn es einfacher, schneller, personalisierter und bequemer ist. Wann das Web verschwindet, ist ungewiss, doch langfristig hält er einen Übergang zu Systemen auf Basis von KI-Agenten für wahrscheinlich.
6 Kommentare
Ich denke, dass Gehirnwellen-Reading noch früher kommen wird, bevor AIDI kommt. Auch bei Standards für Betriebssysteme in XR-Form halte ich HTML für das Medium, bei dem sich die Kriterien für transparente WebXR-UIs am schnellsten durchsetzen werden.
Wenn es um Semantik geht, gibt es bereits das Semantic Web, und für Schnittstellen für Maschinen gibt es schon HTTP-APIs. Es wird überhaupt nicht erklärt, was daran besser sein soll. Ist das nicht einfach nur ein Artikel, der auf einen Trend aufspringt?
Irgendwie vage ...
Die Schnittstelle, die im Web für Maschinen entwickelt wurde, nennen wir doch bereits RestAPI ...
Wenn das ein Text gewesen wäre, der vor ein paar Jahren geschrieben wurde, hätte ich gesagt: „Oh ...“ – aber zum jetzigen Zeitpunkt ist er ziemlich schwach. Nachdem ich ihn gelesen habe, bleibt einfach nichts hängen, haha ...
Was ist das, was hinten angehängt ist? Als ich in den Blog geschaut habe, wirkte es etwas …
So etwas sollte man wohl erst behaupten, nachdem man es gebaut hat …