- Das neue Erkennungsmikrofon von Flock führt nun eine Funktion ein, die auch menschliche Stimmen und Schmerzsignale erfasst
- Das Gerät wurde bisher zur Schusserkennung eingesetzt, versucht nun aber auch, Notfälle von Bürgern zu erkennen
- Es zeichnen sich mögliche rechtliche Probleme ab, darunter Eingriffe in die Privatsphäre und Kontroversen um illegales Abhören
- In einigen Städten wurden bereits Verträge mit Flock gekündigt und der Abbau angeordnet; wiederholte Installationen verschärfen den Konflikt
- Die Sorge vor einem steigenden Risiko für Unbeteiligte und Eingriffen in bürgerliche Freiheiten wächst
Flocks Mikrofone zur Schusserkennung erhalten eine Funktion zur Erfassung menschlicher Stimmen
Flock Safety und die neue Funktion
- Flock Safety ist ein Polizeitechnologie-Unternehmen mit einem landesweiten Netzwerk für automatische Kennzeichenerkennung (ALPR) in den USA
- Das nun vorgestellte neue Produkt ist die Mikrofonreihe Raven, die mithilfe von akustischer Erkennung in öffentlichen Räumen Signale von „menschlichem Schmerz“ erkennen soll
- Bisher wurde sie zum Zweck der Schusserkennung und Alarmierung der Polizei eingesetzt, inzwischen wird aber auch die Funktion zur Erkennung von „Notfällen (z. B. Schreien)” beworben
Unklarheiten und Bedenken bei der neuen Funktion
- In Werbematerialien von Flock ist zu sehen, dass bei der Erkennung von Schmerzlauten wie „Schreien” ein Alarm an die Polizei gesendet wird
- Wie die tatsächliche Spracherkennung und Klassifizierung funktioniert, wird jedoch nicht klar offengelegt, sodass die Funktionsweise undurchsichtig bleibt
- Schon bestehende akustische Schusserkennungssysteme hatten häufig Fehlalarme durch Autoexplosionen, Feuerwerk und Ähnliches
- Es besteht die Möglichkeit rechtlicher Konflikte mit Gesetzen wie Verboten von Abhören und dem Aufzeichnen privater Gespräche (sogenanntes eavesdropping law)
Bereits aufgetretene Rechtsprobleme und Fehlschläge bei der Einführung
- In Illinois wurde Flock in der Vergangenheit wegen Verstößen gegen Landesrecht und der Weitergabe von Fahrzeugdaten an ICE verklagt
- Im Bundesstaat North Carolina wurde 2023 die Installation untersagt, weil die Geräte ohne Lizenz betrieben wurden
- In der Stadt Evanston hat das Unternehmen nach der Kündigung des Vertrags mit Flock die Geräte eigenmächtig erneut installiert; derzeit sind sie vorläufig mit schwarzem Klebeband abgeklebt
Zweifel am technischen Nutzen
- Laut einem Bericht eines Bürgeraufsichtsgremiums in Illinois führen mehr als 99 % der Flock-Alarme nicht zu tatsächlichen Polizeimaßnahmen
- Dass die Polizei wegen falscher Schussmeldungen ausrückt und dadurch Unbeteiligte gefährdet, ist bereits Realität geworden (z. B. der ShotSpotter-Fall in Chicago)
- Durch die Ausweitung auf die Funktion „Schmerzerkennung” könnten unerwartete rechtliche, menschenrechtliche und körperliche Risiken zunehmen
Gesamte Zusammenfassung
- Die Ausweitung der Audio-Erkennungstechnologie von Flock Safety ist ein wesentlicher Faktor für unbeabsichtigte Eingriffe in die Privatsphäre und gesellschaftliche Kontroversen
- Wegen rechtlicher und ethischer Probleme laufen in einigen Kommunen bereits Vertragskündigungen und der Abbau der Geräte
- Auch die Forderungen nach einer klaren technischen Erklärung und mehr Transparenz für die neue Funktion nehmen zu
- Eine kritische Überprüfung des Nutzens des Produkts und seines tatsächlichen Beitrags zur Kriminalitätsprävention gewinnt an Dynamik
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