2 Punkte von GN⁺ 2025-09-09 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Ausgelöst wurden groß angelegte Proteste von jungen Menschen und Studierenden gegen das Verbot von Social-Media-Seiten durch die nepalesische Regierung
  • Durch das harte Vorgehen der Polizei kamen mindestens 19 Menschen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt
  • Ein ranghoher Innenminister trat zurück, zudem wurde das Militär in die Hauptstadt und andere Gebiete entsandt und in wichtigen Regionen Ausgangssperren verhängt
  • Die Regierung bezeichnet die Maßnahmen als Schritte zur Verschärfung der Regulierung, die Öffentlichkeit wertet sie jedoch als Eingriff in die Meinungsfreiheit
  • IT-Branche und Verbände äußern Sorgen über negative Auswirkungen auf digitale Teilhabe, Wirtschaft, Bildung und Kommunikation

Überblick über die Proteste gegen das Social-Media-Verbot in Nepal

  • Die nepalesische Regierung blockierte den Zugang zu insgesamt 26 Social-Media-Seiten, darunter Facebook, WhatsApp, X, Instagram und YouTube, mit der Begründung, diese hätten die vorgeschriebene Registrierung nicht erfüllt
  • Daraufhin gingen vor allem junge Menschen und Studierende der Gen Z in Kathmandu und anderen großen Städten im ganzen Land auf die Straße und forderten die sofortige Aufhebung des Verbots
  • Die Proteste breiteten sich schnell landesweit aus und fanden zeitgleich in Städten wie Pokhara, Butwal, Bhairahawa, Bharatpur, Itahari und Damak statt

Zusammenstöße und Vorgehen der Sicherheitskräfte

  • Vor dem Parlament in Kathmandu versammelten sich Tausende Demonstrierende; es kam zu Zusammenstößen, als ein Teil der Protestierenden versuchte, in das Parlamentsgebäude einzudringen
  • Die Polizei setzte bei der harten Auflösung der Proteste Tränengas, Wasserwerfer und sogar scharfe Munition ein
  • Nach Angaben der Polizei starben in verschiedenen Teilen Kathmandus 17 Menschen, in der Region Sunsari weitere 2 durch Polizeischüsse und andere Vorfälle
  • Todesopfer wurden in mehreren medizinischen Einrichtungen bestätigt, darunter National Trauma Centre, Everest Hospital, Civil Hospital, Kathmandu Medical College, Tribhuvan Teaching Hospital
  • Landesweit werden in Krankenhäusern mehr als 347 Verletzte behandelt; wegen fehlender Betten werden einige Patientinnen und Patienten in andere Einrichtungen verlegt

Reaktion von Regierung und Militär

  • Wegen der Eskalation wurde die nepalesische Armee in der Hauptstadt eingesetzt und sperrte Straßen rund um das Parlamentsviertel
  • Polizei und lokale Verwaltungsbehörden verhängten in Kathmandu sowie in Lalitpur, Pokhara, Butwal und Itahari umfassende Ausgangssperren
  • Die Einschränkungen wurden auch auf die Umgebung wichtiger Regierungsgebäude wie Rastrapati Bhawan, die Residenz des Vizepräsidenten und das Büro des Premierministers ausgeweitet

Politische und gesellschaftliche Reaktionen

  • Der Rücktritt des Innenministers aus moralischer Verantwortung zeigt, dass die Auswirkungen der Krise bis in das Kabinett reichen
  • Entgegen der Regierungsposition, wonach „nicht registrierte ausländische Plattformen“ die Ursache gesellschaftlicher Unruhe seien, äußern viele Bürgerinnen und Bürger Sorgen über Einschränkungen der Meinungsfreiheit und eine Verschärfung der Zensur
  • Der Premierminister erklärte, man stelle sich gegen „gesellschaftliche Entgleisungen und Arroganz“ und werde rechtswidriges Verhalten nicht dulden
  • Gegenüber Demonstrierenden und Menschen mit abweichender Meinung fielen kritische Äußerungen, sie würden „um des Widerspruchs willen widersprechen“

Reaktionen aus Branche und Zivilgesellschaft

  • In Maitighar Mandala beteiligten sich zahlreiche Journalistinnen und Journalisten an einer Kundgebung gegen das Verbot von 26 Social-Media-Seiten
  • Die Computer Association of Nepal (CAN) warnte in einer offiziellen Stellungnahme, dass die gleichzeitige Sperrung zentraler Plattformen verheerende Folgen für Bildung, Wirtschaft, Kommunikation und den Alltag der Bürgerinnen und Bürger haben werde
  • Der CAN-Vorsitzende betonte, eine unausgereifte Maßnahme könne Nepals digitale Wettbewerbsfähigkeit erheblich schwächen, und forderte ausreichende Diskussionen sowie Abstimmungen mit relevanten Interessengruppen

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