6 Punkte von GN⁺ 2025-09-07 | Noch keine Kommentare. | Auf WhatsApp teilen
  • Der Unmut unter Entwicklern wächst explosionsartig, weil GitHub Copilot von Microsoft in Code-Repositories Issues und PRs zwangsweise erstellt
  • Ein Bug, durch den sich die Code-Review-Funktion von Copilot nicht deaktivieren lässt, ist ebenfalls zum zweitgrößten Streitpunkt geworden, und zahlreiche Entwickler fordern Verbesserungen
  • Einige Entwickler betrachten Copilot wegen Lizenzverstößen, Urheberrechtsproblemen und ungenauer Code-Erzeugung als „Werbung und erzwungenes Bundling“ und wehren sich dagegen
  • Mehrere Open-Source-Projekte wie GNOME, FreeBSD, Gentoo, NetBSD und QEMU verbieten KI-Codebeiträge, wodurch das Misstrauen weiter wächst
  • Microsoft und GitHub halten trotz des Widerstands der Nutzer an der Ausweitung und standardmäßigen Aktivierung von Copilot fest und haben für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten und werblichen Einblendungen keine offizielle Lösung vorgelegt
  • Bei immer mehr Entwicklern breitet sich eine Ablehnung gegen erzwungene KI-Integration aus, und die Stimmen werden lauter, man müsse „GitHub verlassen“

Hintergrund der Kontroverse um die erzwungene Einführung von GitHub Copilot

  • In der Entwickler-Community, die Microsofts GitHub nutzt, war die beliebteste Diskussion des vergangenen Jahres die Forderung nach einer Möglichkeit, zu verhindern, dass der KI-Dienst von Copilot in Code-Repositories Issues und Pull Requests erstellt
  • Die zweitbeliebteste Diskussion fordert die Behebung eines Bugs beim Deaktivieren von Copilot-Code-Reviews; bei beiden Themen ist die Kritik in der Community stark angeschwollen, doch sie bleiben ohne offizielle Antwort liegen
  • Der Entwickler Andi McClure, der das erste Issue eröffnete, meldete Microsoft zusätzlich das Problem, dass das Copilot-Symbol in Visual Studio Code wieder auftaucht, obwohl die Copilot-Erweiterung gelöscht wurde

Kollision zwischen der KI-Strategie der Unternehmen und dem Unmut der Nutzer

  • Microsoft, GitHub und große Konkurrenten wie Google investieren massiv und treiben die Einführung von KI aktiv voran, doch viele Nutzer reagieren mit Ablehnung
  • Bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen von Microsoft im Juli 2025 erklärte CEO Satya Nadella, dass GitHub Copilot 20 Millionen Nutzer erreicht habe
  • Nadella sagte, die Einführung von Copilot habe zu einer stärkeren Nutzung von GitHub beigetragen, und die Einführungsrate von Copilot Enterprise bei Unternehmenskunden sei gegenüber dem Vorquartal um 75 % gestiegen

Lizenzfragen und Sorgen der Open-Source-Community

  • Kritiker in der Community bemängeln, dass KI unter Verstoß gegen Code-Lizenzen trainiert werde und sich werbliche Einblendungen gegenüber Nutzern wiederholen
  • Der Curl-Maintainer Daniel Stenberg und mehrere Open-Source-Projekte (Servo, GNOME, FreeBSD, Gentoo, NetBSD, QEMU usw.) verbieten die Einführung von KI-generiertem Code wegen mangelnder Codegenauigkeit, Urheberrechtsproblemen und ethischer Bedenken
  • Auch Andi McClure erklärt, dass er seit Jahren die Deaktivierung von Copilot fordert und in den vergangenen sechs Monaten immer mehr Unterstützung aus der Community erhalten habe

Ermüdung durch erzwungene KI-Integration und die Suche nach Alternativen

  • Da der Unmut der Nutzer zuletzt stark zugenommen hat, planen immer mehr Open-Source-Entwickler den Wechsel von GitHub zu alternativen Plattformen wie Codeberg und Forgejo
  • McClure bewegt sich schrittweise von GitHub weg, indem er beim Umzug eines Repositories eine Kopie auf Codeberg anlegt und dort eine Migrationsankündigung veröffentlicht

Microsofts Strategie und die Reaktion der Nutzer

  • Microsoft wird vorgeworfen, bei verschiedenen Produkten und Plattformen wie KI, Copilot, SwiftKey und Windows Funktionen standardmäßig zu aktivieren und die Wahlfreiheit der Nutzer unnötig kompliziert zu machen
  • Laut McClure könnte bei weiter wachsendem Unmut über Copilot der Netzwerkeffekt von GitHub schwächer werden und in eine echte Abwanderung von Nutzern münden
  • Wiederholt wird darauf hingewiesen, dass die Wahlfreiheit der Nutzer eingeschränkt sei, etwa weil Schaltflächen in der Copilot-Oberfläche nicht ausreichend deaktiviert werden oder Nutzer durch unklare Kennzeichnungen zu Copilot-Funktionen gelenkt werden

Geschlossenheit der Open-Source-Community und künftige Veränderungen

  • Da die Organisationsstruktur von GitHub in die Microsoft-CoreAI-Gruppe integriert wurde, verwandelt sich der Unmut im Open-Source-Lager von bloßer Beschwerde in tatsächliche Abwanderung und den Wechsel zu Alternativplattformen
  • Software Freedom Conservancy sowie zahlreiche Community-Aktivisten und Entwickler treiben Boykott- und Verzichtsbewegungen gegen GitHub und Microsoft weiter voran
  • Wenn die erzwungene KI-Integration anhält, werden voraussichtlich immer mehr Entwickler GitHub tatsächlich verlassen

Fazit

  • Viele Entwickler lehnen die erzwungene Einführung von Copilot, werbliche Einblendungen und die fehlende Deaktivierbarkeit ab und prüfen aktiv einen Plattformwechsel
  • Um den eigenen Code und die eigenen Projekte zu schützen, gilt der Umzug auf alternative Plattformen oder der Wechsel zu Self-Hosting zunehmend als praktikabler Weg
  • Microsoft und GitHub haben weder eine offizielle Lösung noch eine gesonderte Stellungnahme zur Berücksichtigung des Community-Feedbacks vorgelegt

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