26 Punkte von ashbyash 2025-06-25 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen

Der größte Feind der Führung ist Schuldzuweisung (Ein Brief von John D. Rockefeller)

  1. Hintergrund des Textes

    • In einem Brief, den John D. Rockefeller, Gründer von Standard Oil im Jahr 1870, im Alter von 71 Jahren an seinen Sohn John schrieb (24. Juli 1910), erklärt er das Wesen von Führung.
  2. Gespräch mit Carnegie

    • Andrew Carnegie suchte Rockefeller auf und fragte: „Wie kommt es, dass selbst gewöhnliche Talente arbeiten können, als wären sie unbesiegbar? Ist es die Macht des Geldes?“
    • Rockefeller antwortete: „Die Macht des Geldes ist zwar wichtig, aber die wahre Kraft kommt aus Verantwortungsbewusstsein.“ Er erklärte, dass bei Standard Oil eine Kultur herrsche, in der sich alle stets fragten: „Was ist meine Verantwortung?“
  3. Führung ohne Schuldzuweisung

    • Rockefeller betonte: „Das Kernprinzip von Führung besteht darin, unter keinen Umständen irgendjemanden oder irgendetwas zu beschuldigen.“
    • Schuldzuweisungen ziehen eine Organisation in einen Sumpf, zerstören Führung und sind der schnellste Weg, Respekt und Vertrauen zu verlieren.
    • Wenn Probleme auftreten, sollte man sich statt auf Vorwürfe oder Klagen darauf konzentrieren: „Was kann ich tun?“
  4. Der Unterschied zwischen Eigenverantwortung und Selbstvorwürfen

    • Die Frage „Was ist meine Verantwortung?“ ist etwas anderes als Selbstvorwürfe. Selbstvorwürfe sind lediglich eine weitere Falle der Schuldzuweisung, während echte Selbstreflexion mit Selbstbejahung und Analyse beginnt.
    • Im Kern geht es nicht darum, „was sie tun sollten“, sondern darum, „was ich tun sollte“.
  5. Eine Kultur der Verantwortung und der Umgang mit Fehlern

    • Rockefeller übertrug seinen Mitarbeitenden Verantwortung und tolerierte nicht Verantwortungslosigkeit, mehr noch als Fehler selbst.
    • Das Motto von Standard Oil lautete: „Unterstützung, Ermutigung und Respekt nehmen wir aufrichtig an und loben sie doppelt.“
    • Eine Haltung, die nur Ausreden liefert und keine Lösung anbietet, wurde nicht geduldet.
  6. Führung durch Zuhören

    • Eine echte Führungskraft sollte statt einer defensiven Haltung ein Umfeld schaffen, in dem Teammitglieder offen sprechen können.
    • Wer aktiv zuhört, löst die Abwehrhaltung des Gegenübers und kann tiefere Probleme und Informationen besser verstehen.
    • In Gesprächen liegt die eigentliche Stärke nicht bei der Person, die am meisten spricht, sondern bei der, die aufrichtig zuhört.
  7. Fazit und Lehre

    • Die Haltung, Schuldzuweisungen abzulehnen, spielt eine Schlüsselrolle für Führung und das Erreichen organisatorischer Ziele.
    • Die Rolle einer Führungskraft besteht nicht darin, jede Verantwortung allein zu tragen, sondern darin, anderen zu helfen, ihrer eigenen Verantwortung gerecht zu werden.
    • „So wie der Zweck die Richtung vorgibt, ebnet die Ablehnung von Schuldzuweisungen den Weg zum Ziel.“

2 Kommentare

 
krusher 2025-06-27

Die Zusammenfassung ist zwar gut, aber ich möchte unbedingt empfehlen, auch den von ashbyash übersetzten Originaltext zu lesen. Ich war überrascht, dass dort sogar Dinge wie die mit der Philosophie der Führungskraft abgestimmte Vorbildfunktion, die Schaffung psychologischer Sicherheit in der Organisation, die Haltung des echten Zuhörens und sogar Hidden Feedback erwähnt werden. Das sind Elemente, die auch in der heutigen Organisationskultur stark betont werden.

 
ashbyash 2025-06-29

Vielen Dank, dass Sie den Artikel so aufmerksam gelesen und sogar das Original empfohlen haben :)