- Die EU-Kommission verweigert die Offenlegung von Informationen zu den Verfassern der Verordnung zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSA-Regulierung)
- Der Vorschlag enthält Bestimmungen, die es ermöglichen würden, Nachrichten auf Chat-Plattformen zu überwachen, um illegale Inhalte zu erkennen
- Auf Anfragen zur Offenlegung interner Autoreninformationen beruft sich die Kommission statt auf Transparenzgrundsätze auf Datenschutz und die Notwendigkeit interner Prüfungen
- Bürgerrechtsorganisationen und Datenschutzexperten warnen, dass diese Geheimhaltungspraxis das Vertrauen in den Gesetzgebungsprozess untergraben könnte
- Der Fall entwickelt sich zu einem wichtigen Streitpunkt in der Debatte über Datenschutz und politische Transparenz in Europa
Überblick über den Fall
- Die EU-Kommission legt die Identität der Verfasser des Gesetzesvorhabens CSA (CSA-Regulierung, Child Sexual Abuse Regulation) nicht offen
- Ziel des Vorschlags ist es, eine rechtliche Grundlage für die Überwachung von Nachrichten auf Online-Kommunikationsplattformen wie Chats und E-Mail sowie für die automatische Erkennung von Material zu sexuellem Missbrauch von Kindern zu schaffen
- Seit Jahren ist der Entwurf umstritten, und Politiker sowie zivilgesellschaftliche Organisationen fordern wiederholt mehr Transparenz im politischen Gestaltungsprozess
Gründe für die Verweigerung der Offenlegung
- Die Kommission verweigert die Offenlegung der angefragten Namen von Autoren und Mitwirkenden sowie ihrer Hintergrundinformationen
- Als Begründung nennt sie den Schutz personenbezogener Daten der beteiligten Mitarbeiter und die Wahrung der Unabhängigkeit interner Prüfverfahren
- Außerdem verweist sie darauf, dass die Offenlegung einzelner Verfasser übermäßigen externen Druck, Drohungen oder unangemessene Einflussnahme auslösen könnte
Reaktionen von Zivilgesellschaft und Datenschutzorganisationen
- EDRi, Access Now und andere zivilgesellschaftliche Gruppen kritisieren den Mangel an Transparenz und die mögliche Beschädigung der Glaubwürdigkeit des Prüfverfahrens
- Kritisiert wird zudem, dass sich dadurch schwer nachvollziehen lässt, wie politische Entscheidungsträger und technische Berater zusammengesetzt sind oder welchen Einfluss externe Interessengruppen hatten
Kontext und Folgen
- Der CSA-Vorschlag gilt als weitreichender Präzedenzfall, weil er Online-Diensteanbieter zu algorithmusbasiertem Scannen sämtlicher Nutzernachrichten verpflichten könnte
- Wegen möglicher Eingriffe in die Privatsphäre und der Kontroverse um die Schwächung verschlüsselter Kommunikation ist der Entwurf in der EU Gegenstand heftiger Debatten
- Im internationalen Vergleich berührt der Fall damit auch grundlegende Fragen zu Datenschutz und politischer Transparenz in Europa
Fazit
- Die Entscheidung der EU-Kommission, Informationen zu den Verfassern geheim zu halten, steht in direktem Zusammenhang mit Fragen der Transparenz und Rechenschaftspflicht in der Politikgestaltung
- Der Fall wird als wichtiger Maßstab für die Sicherung der Glaubwürdigkeit politischer Entscheidungsprozesse in der EU verstanden
2 Kommentare
Seit Jahren nehmen sie den Vorschlag zurück, legen ihn zurück, legen ihn zurück, legen ihn zurück — werden sie es denn nie leid??
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