3 Punkte von GN⁺ 2025-09-09 | 2 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Chat Control ist eine in Europa vorangetriebene Regulierung zur Massenüberwachung, die möglicherweise schon ab kommendem Monat angewendet werden könnte
  • Diese Regulierung verpflichtet zum obligatorischen Scannen sämtlicher digitaler Kommunikation und Dateien (einschließlich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) und weckt daher große Sorgen über Verletzungen von Privatsphäre und Menschenrechten
  • Aufgrund technischer Grenzen ist das Risiko falscher Meldungen sowie der Gefährdung unschuldiger Bürger und Kinder sehr hoch
  • Fachleute und zivilgesellschaftliche Gruppen weisen darauf hin, dass der vorgeschlagene Gesetzentwurf (CSAR) beim Schutz von Kindern nicht wirksam ist
  • Die Auswirkungen sind für alle Nutzer groß (auch außerhalb Europas), und es ist nötig, jetzt sofort Widerstand zu leisten

Die Rückkehr von Chat Control und warum es eilig ist

  • Chat Control begann als politische Initiative zur Überwachung, nachdem das Europäische Parlament 2021 eine teilweise Ausnahme von digitalen Datenschutzrechten erlaubt hatte
  • 2023 wurde es vom Parlament einmal abgelehnt, doch am 12. September 2025 wollen die Regierungen der europäischen Länder ihre endgültige Position festlegen
  • Diese Regulierung verpflichtet alle digitalen Dienste (Messenger, E-Mail, Cloud usw.), in Echtzeit alle Nachrichten und Dateien automatisch zu scannen
  • Selbst Ende-zu-Ende-Verschlüsselung würde faktisch aufgehoben, sodass sämtliche Informationen überwacht würden
  • Sie steht in direktem Widerspruch zu Privatsphäre, Demokratie und Menschenrechten, und alle Bürger sollten sich aktiv am Widerstand beteiligen

Aufruf zum Handeln: Warum jetzt gehandelt werden muss

  • Bis zum 12. September sollten Bürger in allen Ländern über die Website (fightchatcontrol.eu) sofort ihre Meinung an die Europaabgeordneten ihrer Region senden
  • Selbst in Ländern, die bereits dagegen sind, können unterstützende Nachrichten helfen, die Position zugunsten der Menschenrechte zu stärken
  • Gerade in Ländern, deren Haltung noch nicht feststeht, ist öffentlicher Druck wichtig
  • Wird dieses Gesetz verabschiedet, könnte es nach der endgültigen Abstimmung am 14. Oktober sofort in Kraft treten

Was ist Chat Control?

  • Der Vorschlag wurde unter dem Namen CSAR (Child Sexual Abuse Regulation) eingebracht, erlaubt in der Praxis jedoch Massenüberwachung und Eingriffe in die Privatsphäre
  • Es ist ein System, in dem die Online-Aktivitäten aller Bürger von Telekommunikationsanbietern und Diensten zwangsweise analysiert und gemeldet werden
  • Sicherheitsexperten und einschlägige Organisationen warnen wiederholt, dass es sich um eine fehlerhafte Technologie (mit hoher Fehlerrate und Missbrauchsrisiko) handelt
  • Nach außen wird es mit dem Ziel der Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder begründet, könnte jedoch ohne echte Wirksamkeit vielmehr größeren gesellschaftlichen Schaden verursachen

Warum diese Regulierung gefährlich ist

  • Aufhebung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Das könnte den Schutz sämtlicher sensibler Informationen von Journalisten, Whistleblowern, schutzbedürftigen Gruppen und Opfern zusammenbrechen lassen
  • Mission Creep: Nach der Einführung könnte der Überwachungsumfang mit hoher Wahrscheinlichkeit auf politische Äußerungen, Proteste und andere Straftatbestände ausgeweitet werden
  • Durch ein KI-basiertes automatisches Meldesystem drohen zahlreiche Fehlalarme sowie die Gefährdung unschuldiger Bürger und Jugendlicher
  • Falls Ermittlungsbehörden und staatliche Datenbanken gehackt werden, besteht das Risiko von Zugriff durch Kriminelle, Datenlecks und missbräuchlicher Nutzung
  • Verstöße gegen DSGVO und die EU-Grundrechtecharta würden grundlegende Rechte wie Privatsphäre, Datensouveränität und das Recht auf Löschung aushöhlen

Warum es auch für den Kinderschutz nicht wirksam ist

Fehlklassifikationen und Unschuldige

  • Die Schweizer Polizei berichtete tatsächlich, dass 80 % der automatischen Meldungen falsch positiv seien
  • In einem realen Fall aus Deutschland richteten sich mehr als 40 % der Ermittlungen stattdessen gegen Kinder oder Jugendliche
  • Selbst wenn ein KI-System eine Genauigkeit von 99 % hätte, könnten in der gesamten EU mehrere Millionen Menschen fälschlich als Straftäter eingestuft werden

Offenlegung sensibler Daten

  • Selbst alltägliche Fotos und Gespräche mit Freunden oder Beratungen im Krankenhaus würden dazu führen, dass Informationen über Kinder und Familien unnötig gesammelt und gespeichert werden
  • Einmal in eine Datenbank hochgeladen, ist Löschung, Kontrolle und Verwaltung nahezu unmöglich
  • In der Praxis würde dadurch das Risiko steigen, dass noch mehr Informationen über Kinder Kriminellen oder externen Angreifern offengelegt werden

Interne Risiken und Machtmissbrauch

  • Viele Straftaten gegen Kinder werden im familiären Umfeld oder von nahestehenden Erwachsenen verübt
  • Täter im häuslichen Umfeld könnten Überwachungswerkzeuge missbrauchen und Notfallhilfe- oder Meldewege für betroffene Kinder blockieren
  • Am Ende würde eine Überwachungsregulierung die Chance auf Hilfe und Rettung für betroffene Kinder und Opfer selbst verringern

Wirksame Alternativen zum Kinderschutz

  • Empfohlen werden Investitionen in bewährte Maßnahmen wie Unterstützung durch qualifizierte Behörden und Sozialarbeiter, bessere Meldesysteme und eine Ausweitung gezielter Ermittlungen gegen Täter
  • Eine Stärkung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Datenschutz kann vielmehr die Sicherheit von Kindern erhöhen
  • Notwendig ist eine umfassende Strategie, etwa durch den Ausbau von Sicherheitsaufklärung für Kinder, Eltern und die Gesellschaft

Wie es mich betrifft

  • Bei einer Verabschiedung würden sich die Auswirkungen auf alle Plattformen und Nutzer innerhalb und außerhalb der EU ausbreiten
  • Wie schon bei der Einführung der DSGVO würden Software-Dienste weltweit unter Druck geraten, Datenschutzfunktionen abzuschwächen oder zu entfernen
  • Für Dienste und Unternehmen in Europa ist zu erwarten, dass sie zur Umgehung der Überwachungsvorgaben Geschäft oder Firmensitz verlagern oder Dienste einstellen
  • Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste (Signal, Proton, WhatsApp usw.) müssten womöglich grundlegend neu gestaltet werden oder würden nur noch unvollständige Verschlüsselung bieten
  • Auch Länder und Nutzer außerhalb Europas wären betroffen, wenn sie mit in der EU lebenden Personen kommunizieren, und es ist wahrscheinlich, dass sich die Regulierung auf andere Staaten ausbreitet

Gegenmaßnahmen

Wenn Sie in Europa leben

  • Bis zum 12. September sollten Sie Ihren lokalen Abgeordneten sofort mitteilen, dass Sie gegen diese Regulierung sind
  • Bis zur endgültigen Abstimmung am 14. Oktober ist fortlaufender Kontakt nötig
  • Informieren Sie auch Familie und Bekannte über die Problematik und ermutigen Sie sie zur Beteiligung

Alle Nutzer weltweit

  • Machen Sie das Problem über soziale Medien, online sowie durch das Teilen von Memes und Videos bekannt
  • Betonen Sie gegenüber in- und ausländischen Abgeordneten die Bedeutung von Privatsphäre und Menschenrechten
  • Auch außerhalb Europas sollte klarer Widerstand gegen ähnliche Gesetzentwürfe geäußert werden

Zusätzliche Materialien

  • Verschiedene Videos, Memes und ausführliche Analysen finden sich unter fightchatcontrol.eu und auf ähnlichen Seiten
  • Auch nach dem 12. September sollte bis zur endgültigen Abstimmung am 14. Oktober weiterhin Widerspruch geäußert werden

Chat Control ist eine unmittelbare und schwerwiegende Bedrohung für die Privatsphäre, die Menschenrechte und die Demokratie der Bürger und würde nicht nur in Europa, sondern weltweit erhebliche negative Auswirkungen auf Software-Dienste, Datenschutz und das IT-Business haben

2 Kommentare

 
ndrgrd 2025-09-10

Die ganze Welt gerät offenbar in den Sumpf aus Überwachung und Zensur.

 
GN⁺ 2025-09-09
Hacker-News-Meinung
  • Die Chat-Control-Politik würde alle Dienstanbieter (SMS, E-Mail, soziale Medien, Cloud-Speicher, Hosting usw.) dazu verpflichten, sämtliche Kommunikation und Dateien zu scannen, einschließlich Ende-zu-Ende-verschlüsselter Inhalte, um alles zu erkennen, was die Regierung als „Missbrauchsmaterial“ ansieht. Es ist frustrierend, dass dieser wichtige Punkt auf der Webseite viel zu weit unten versteckt ist und der Text so unstrukturiert geschrieben ist. Gewünscht wäre eine ruhige und ernsthafte Einführung in das Problem sowie eine Erklärung, warum es wichtig ist und was man tun kann, denn Angst und Unruhe gibt es im Leben ohnehin schon mehr als genug.

  • Das Ausmaß der von Chat Control geforderten flächendeckenden Überwachung, die wirtschaftlichen Folgen und der gesellschaftliche Schaden erscheinen enorm. Deshalb stellt sich die Frage, warum große EU-Unternehmen dazu keinerlei Haltung oder Maßnahmen erkennen lassen. Ob das wirklich so wenig Aufmerksamkeit bekommt oder absichtlich unter dem Radar gehalten wird, ist unklar. Allein die Kosten für staatlich genehmigte Scanner im Netzwerkverkehr würden für dieses System jährlich Millionen Euro betragen.

    • Wenn es noch echten Journalismus gäbe, hätte man dieses Thema offensiv aufgegriffen, schon im eigenen beruflichen Interesse und auch zum Schutz von Quellen.

    • Wenn die Verschlüsselung vom Dienstanbieter übernommen wird, ist das für Nutzer sehr bequem, aber am Ende auch für den Staat.

    • Die Müdigkeit gegenüber solcher Überwachung ist groß. Seit 2002 wird gegen solche Maßnahmen gekämpft, nur unter ständig wechselnden Namen. Normale Menschen haben inzwischen kaum noch die Kraft, sich überhaupt dafür zu interessieren, und vielleicht ist genau das beabsichtigt.

    • Big-Tech-Unternehmen könnten solche Regulierung sogar begrüßen. Sie ist so komplex und teuer, dass Startups gar nicht erst antreten können. Solch komplizierte oder kostspielige Regulierung ist eine regressive Steuer, blockiert neue Marktteilnehmer und nützt am Ende nur den etablierten Großkonzernen.

  • Wenn man berücksichtigt, dass Deutschland faktisch der „inoffizielle“ Boss der EU ist, dann würden bei einer deutschen Ablehnung wohl weitere Länder nachziehen und die Politik käme nicht durch. Wenn Deutschland zustimmt, dürfte sie sehr schnell verabschiedet werden und auch andere bisher zögernde Staaten würden kippen. Zum Glück hat Deutschland bislang eine ablehnende Haltung.

    • Die neue deutsche Regierung hat sich bisher weder direkt gegen diese Politik ausgesprochen noch entsprechend gehandelt, obwohl ähnliche Maßnahmen in der Vergangenheit vom höchsten deutschen Gericht als verfassungswidrig eingestuft wurden.

    • Nicht nur Deutschland, auch Frankreich wird als „inoffizieller“ Boss der EU gesehen. Wenn Frankreich einmal gerettet werden müsste, sollten sich die wohlhabenderen EU-Mitgliedstaaten darauf einstellen, wirtschaftlich zu leiden.

    • Europäer sollten sich nicht nur gegen diesen Versuch, sondern auch gegen ähnliche künftige Vorstöße organisiert zusammenschließen und wehren.

    • Es wird die Frage gestellt, ob früher Großbritannien/Deutschland eine ähnliche Rolle hatten wie heute Frankreich/Deutschland.

  • „Wir möchten in alle privaten Räume hineinschauen, um sicherzugehen, dass ihr keine Kindesmissbrauchstäter seid. Wenn ihr dagegen seid, heißt das wohl, dass ihr Täter seid. Stimmt ihr also zu, damit wir unsere Kinder schützen können?“ Diese Zeile hätte längst Stoff für eine South-Park-Folge sein müssen.

  • Manche Gedanken sind selbst für den privaten Gebrauch oder in privaten Räumen illegal, wenn man sie äußert. Dieses Gesetz würde dazu führen, dass all unsere Geräte und Besitztümer nicht mehr vor Eingriffen in die Privatsphäre geschützt wären. Es wäre sehr schwer glaubhaft zu machen, dass diese Politik nicht einfach ein gewöhnliches Instrument ist, mit dem bestimmte Gruppen sich im gesellschaftlichen Informationsgefüge Vorteile verschaffen, um politische und wirtschaftliche Interessen unrechtmäßig durchzusetzen.

    • „Ich hasse diese Haltung wirklich“ als ehrliche Reaktion.
  • Als EU-Bürger und Programmierer wird dieser Beitrag nachvollzogen. Realistisch gesehen werde Chat Control aber irgendwann kommen. Menschen mit viel Informatikwissen wie hier auf Hacker News wüssten, dass solche Maßnahmen zur Bekämpfung von CSAM praktisch wirkungslos sind, während die breite Öffentlichkeit ganz anders denke. Echte CSAM-Verteiler würden problemlos auf verschlüsselte Archive oder andere Kanäle ausweichen. Egal wie oft man Kolleginnen, Kollegen oder Familie ohne IT-Hintergrund das erklärt, am Ende werde man nur misstrauisch angeschaut. In so einer Stimmung werde es letztlich umgesetzt, weil die Öffentlichkeit es wolle.

    • Trotzdem muss man es nicht als unausweichlich hinnehmen. In der EU gibt es viele MEPs und Staaten, die dagegen stimmen könnten, und in einigen Ländern wurden ähnliche Maßnahmen bereits als verfassungswidrig eingestuft. Schon Deutschland allein könnte das Vorhaben stoppen. Deutschland ist beim Datenschutz sensibel, daher dürfte sich auch die öffentliche Meinung eher in diese Richtung bewegen.

    • Dieser Defätismus nach dem Motto „Es kommt sowieso“ stärkt am Ende nur die Gegenseite. Selbst wenn man es erst später verhindert, ist das immer noch viel besser, als wenn es sofort kommt, und die Vorstellung, mit solcher Haltung ändere sich ohnehin nichts, stimmt einfach nicht.

    • Schlechte Inhalte und schlechtes Verhalten gab es schon vor dem Internet. Das Internet hat sie nur leichter und bequemer gemacht, und selbst umfassende Überwachung würde sie nicht vollständig verhindern.

  • Es ist kaum nachvollziehbar, dass viele Politiker im eigenen Land offenbar kein Problem damit haben, wenn die Polizei beliebig Telefone, Fotos und Nachrichten scannt. Auf Handys können auch sensible Bilder von Familie oder Kindern liegen, daher ist unverständlich, warum man so einer Politik zustimmt. Ob sie glauben, selbst ausgenommen zu sein, oder ob sie bei der Abstimmung gar nicht richtig verstehen, worüber entschieden wird, ist unklar.

    • Ihr technisches Verständnis ist gering, und sie lassen sich leicht von der polizeilichen Argumentation überzeugen, verschlüsselte Messenger behinderten Ermittlungen. Lobbyisten aus der Tech-Branche übertreiben gegenüber Politikern die Fähigkeiten solcher Systeme. Gleichzeitig haben diese Politiker offenbar keine Ahnung von der Realität, in der Bürger mit CSAM-DM-Terror belästigt werden oder Discord-Server wegen CSAM-Spam gesperrt werden. Und schließlich seien sie zu feige, entschieden dagegen aufzutreten, weil sie Angst vor dem Vorwurf haben, „Kinderschänder zu unterstützen“.

    • In entsprechenden Politikvorschlägen gibt es Klauseln, nach denen hochrangige Regierungsvertreter von der Überwachung ausgenommen werden können, wenn sie Ausnahmegenehmigungen für Strafverfolgung oder nationale Sicherheit erhalten. Deshalb scheinen einige Abgeordnete zu erwarten, dass sie selbst ausgenommen sein werden zugehöriger Beitrag.

    • Gesetzgeber fügen Bestimmungen ein, die sie praktisch selbst vom Gesetz ausnehmen.

    • „Ich wäre selbstverständlich dagegen. Aber bei solchen Gesetzentwürfen wird jeder, der widerspricht, sofort in den Rahmen ‚gegen Kinderschutz‘ gedrängt. Der Entwurf ist von Anfang an strategisch so gebaut, dass er genau diese Stigmatisierung ausnutzt. Wer wirklich etwas zu sagen hätte, kommt gar nicht erst bis ins Gesetzgebungsverfahren.“

  • Es entsteht der Eindruck, dass die goldene Zeit der Freiheit vorbei ist und wieder ein Zeitalter von Etatismus und Autoritarismus beginnt.

    • Das Paradoxe ist, dass heutige EU-Politiker in dem Moment, in dem sie ein solches System einführen, zugleich die Grundlage dafür schaffen, dass autoritäre und nationalistische Politiker im In- und Ausland Auftrieb bekommen. Das ist selbstzerstörerisches Handeln, das dem Gegner hilft.

    • Der Zweite Weltkrieg war der Schock, aus dem die goldene Ära der Freiheit von den 1960er- bis 1990er-Jahren entstand. Doch diese Erinnerung liegt inzwischen immer weiter zurück.

    • Der Ausbreitung des Autoritarismus wird zugestimmt, aber der Zusammenhang mit Nationalismus ist weniger klar. Schließlich kommt ein solches autoritäres Gesetz gerade aus einer supranationalen Organisation wie der EU, was eher noch mehr nationalistische Gegenreaktionen auslösen dürfte.

  • Europäische Bürger sollten sich nicht länger der Illusion hingeben, dass die Kräfte, die Europa beherrschen, wirklich an Demokratie, Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit und Freiheit interessiert sind.

  • Es gibt Fragen an Menschen, die in China ein Handy benutzt haben: Ist es schwer, auf lokal gekauften Geräten staatliche Spyware zu deaktivieren? Oder ist man sicher, wenn man ein im Ausland gekauftes Telefon mit chinesischer SIM und VPN nutzt? Oder wird man dann sofort blockiert?

    • Schon der Ansatz ist falsch. Selbst wenn normale Menschen Wege hätten, datenschutzverletzende Software und Hardware zu vermeiden, würden sich die meisten kaum dafür interessieren. Die meisten wollen einfach dieselben sozialen Netzwerke wie ihre Freunde und Familien nutzen und nicht auf den Komfort von ÖPNV, Bezahlen und Smartphone-Diensten verzichten. In der Regel entscheiden sich Menschen eher für Bequemlichkeit als für Privatsphäre.

    • Nach einer kurzen eigenen China-Erfahrung gilt: Mit ausländischem Telefon und ausländischer SIM geht es in Ordnung. Aber mit einer chinesischen SIM ein VPN zu nutzen, ist derzeit sehr schwierig oder fast unmöglich.

    • Es wird nachgefragt, was mit „staatlicher Spyware auf lokal gekauften Telefonen“ konkret gemeint ist.

    • Die chinesische SIM-Karte ist der wichtigste Faktor. Für Ausländer ist am besten ein Wegwerftelefon mit chinesischer SIM oder alternativ Roaming mit einer ausländischen SIM. Bei iPhones mit chinesisch registriertem Account gibt es viele Einschränkungen, und es existieren generell diverse Regeln für regionengebundene Accounts.