- Christophe Nuyens war als Director of Photography für Staffel 2 von „Andor“ tätig und teilte seine Erfahrungen mit dem Übergang von Film zu Digital sowie mit dem Einsatz neuer Aufnahmetechniken
- Er arbeitete sowohl mit analogem Filmmaterial als auch mit digitalem Equipment und betonte, dass die Einführung moderner Technologien wie LED seine Kreativität stark unterstützt habe
- Mit dem Verschwinden der Grenze zwischen TV und Kino stiegen auch bei episodischen Produktionen die Anforderungen an die visuelle Qualität deutlich
- Er hob die Weiterentwicklung digitaler Technologien sowie die Zusammenarbeit mit VFX- und Szenenbild-Teams und die Verbindung von physischen Sets mit digitalen Erweiterungen hervor
- Durch Dreherfahrungen in verschiedenen Ländern wählte er je nach Projekt unterschiedliche Ansätze bei Farbgebung, Licht und Atmosphäre
Vorstellung von Christophe Nuyens und der Beginn seiner Bildgestaltung
- Christophe Nuyens begann ursprünglich als Elektrotechniker, entschied sich nach dem Eintritt in die Filmschule jedoch für den Weg des Kameramanns, nachdem ihn der Bildbereich (Licht und Kamera) faszinierte
- Er betonte, dass sich nicht nur technisches Wissen, sondern auch künstlerisches Gespür durch Training und Erfahrung entwickeln lässt, und dass er seine Kreativität kontinuierlich ausgebaut habe
- In der Kunst gebe es keinen „universellen Maßstab“; jede Kunst werde subjektiv und je nach persönlichem Geschmack unterschiedlich wahrgenommen
Erfahrungen beim Übergang von Film zu Digital
- Während seiner Zeit an der Filmschule arbeitete er mit 16-mm-Film (Bolex, Arriflex SR2), und die damalige digitale Schnittumgebung war äußerst eingeschränkt
- Auch nach dem Abschluss arbeitete er parallel mit Film und Digital und sammelte Erfahrung mit den unterschiedlichen Beleuchtungsansätzen für analog und digital
- Die digitale Revolution eröffnete insbesondere für Low-Budget-Projekte neue Möglichkeiten, etwa natürlich wirkende Nachtszenen, und ebnete ihm damit auch den Weg auf die internationale Bühne
Moderne Aufnahmetechniken und Veränderungen am Set
- Er erklärte, dass es ihn besonders reize, die Entwicklungen bei Equipment, Sensoren und Lichtquellen aktiv zu verfolgen und zu testen
- Die größte Veränderung der letzten Zeit sei die Einführung von LED-Licht (insbesondere RGBW). LEDs ermöglichten eine deutlich feinere Gestaltung von Szenen durch Echtzeitsteuerung von Farbe, Helligkeit und Position
- Im Vergleich zu früheren Zeiten mit Gelfiltern, Tungsten und HMI schätze er vor allem die Flexibilität und Produktivitätssteigerung durch LEDs
- Da inzwischen nahezu alles drahtlos sei, führe der technische Andrang am Set mitunter auch zu Problemen
Wandel der Grenze zwischen Film und TV und der Weg zu „Andor“
- Durch jahrelange Arbeit an TV-Episoden habe er direkt erlebt, wie sich der technische und künstlerische Abstand zwischen Fernsehen und Kino zunehmend verringerte; heute werde auch im TV eine Qualität auf Kinoniveau erwartet
- Zu „Andor“ kam er über seine frühere Verbindung zum „Riviera“-Produzenten David Meanti
Visuelle Strategie und Kameratechnik bei „Andor“
- Um eine Verbindung zu „Rogue One“ herzustellen, wurde mit Full-Frame-Anamorphoten und großen Sensoren gearbeitet, um einen noch filmischeren Effekt zu erzielen
- Verfolgt wurde ein Lighting-Ansatz, der natürliches Licht so weit wie möglich nutzt
- Bereits in der Pre-Production wurde viel Zeit in die Vorbereitung investiert, darunter wiederholte Gespräche mit dem Regisseur Ariel Kleiman über Drehbuch und Ideen, Moodboards sowie 3D-Previs
- Da die Grenzen von Greenscreen (Einschränkungen bei Smog/Flare, geringere Natürlichkeit) anerkannt wurden, setzte das Team bei Bedarf auf LED-Walls oder direkt bemalte Hintergrundbilder, um natürlichere Ergebnisse zu erzielen, etwa bei der Hochzeit oder in Krennics Rede-Szene
Zusammenarbeit mit VFX- und Szenenbild-Team sowie Setbau
- VFX-, Szenenbild-, Art- und Kamera-Team arbeiteten eng in einem gemeinsamen Office zusammen
- Für alle VFX-Shots wurden reale Lichtwirkung, Set-Erweiterungen und Previs-Arbeiten aufeinander abgestimmt, um eine nahtlose Verbindung von physischem und virtuellem Raum zu erreichen
- Der Großteil der Sets wurde direkt in den Pinewood- und Longcross-Studios gebaut, zugleich wurden Außenlocations wie Barcelona aktiv genutzt
Praxisbeispiele am Set und Experimente zur visuellen Differenzierung
- Wichtige Sets wie der Ghorman-Platz wurden bis zum ersten Stock physisch gebaut, darüber hinaus erfolgte eine digitale Erweiterung
- Orte wie Bix’ Apartment nutzten LED-Walls, um sogar den Ausblick nach außen in Echtzeit darzustellen und dadurch neue Einstellungen zu ermöglichen
- Für jeden Episoden-Arc wurden bewusst unterschiedliche Farbwelten, Jahreszeiten und Stimmungen ausprobiert, etwa kaltes Winterblau, sommerliche Wärme oder das klassische Gefühl von Yavin
- In bestimmten Räumen wurden konsistente Licht- und Farbwerte eingesetzt, um die gewünschte Wirkung zu erzielen
Herausforderungen und erfüllende Momente am Set
- Die größte Herausforderung war die Aufnahme der Getreidefeld-Szenen auf Mina-Rau. Trotz Unwägbarkeiten wie dem Schauspielerstreik halfen sorgfältige Analyse und der Einsatz von LEDs dabei, natürliches und künstliches Licht aufeinander abzustimmen
- Als besonders erinnerungswürdige Szenen nannte er die Dreharbeiten auf Yavin und die nächtliche Überfallsequenz auf Ghorman. Trotz klirrender Kälte, Regen und der aufwendigen Ausleuchtung großer Sets zeigte er sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden
Rückblick nach der Arbeit und Erfahrungen mit Covid-19
- Vor der finalen Veröffentlichung sah er verschiedene Schnittfassungen mehrfach und durchlief dabei wiederholt Phasen von Zweifel und Selbstkritik. Erst einige Zeit nach dem Streaming-Start konnte er das Werk mit Abstand wirklich genießen
- Während der Dreharbeiten zu Staffel 2 galten weiterhin strenge Covid-19-Regeln, was Kommunikation und allgemeine Stimmung erschwerte; nach dem Ende der Maßnahmen wurde der Austausch untereinander wieder deutlich lebendiger und das Set fühlte sich wärmer an
Lebensrat und persönliche Motivation
- Seinem jüngeren Ich würde er raten: „Hab Geduld.“
- Trotz der langen Arbeitszeiten am Set, der körperlichen Belastung und der Trennung von der Familie schöpfe er Glück und Motivation aus ständigem Lernen sowie dem Austausch mit neuen Menschen und Kulturen
- Er genieße die Vielfalt unterschiedlicher Arbeitsweisen in verschiedenen Ländern – etwa künstlerische Diskussionen in Frankreich und das Streben nach Effizienz in Großbritannien. Besonders gern möge er die französische Küche
Schlusswort
- Das Interview mit Christophe Nuyens vermittelt umfassende Einblicke in die Welt der Kameraführung als Kunst und Handwerk, technische Innovationen am Set, Teamarbeit und den Wandel globaler Produktionsumgebungen
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Es wird die Frage aufgeworfen, wie Zusammenarbeit möglich sein soll, wenn ein Filmteam größer ist als ein Zwei-Pizza-Team; Verwunderung darüber, ob dann nicht jedes Mal, wenn jemand etwas ändern will, erst ein Ticket beim Product Owner eingereicht und bis zum Ende des aktuellen Sprints gewartet werden müsste; auch die detaillierten Anweisungen des Produzenten wirken seltsam, obwohl dieser als Business Owner doch eigentlich nur auf User Stories achten sollte. Gleichzeitig wird die positive Sicht betont, dass in der Praxis alle ihre Fachkompetenz einbringen und frei auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. IT habe viel von der Fertigungsindustrie gelernt, sollte aber gern auch mehr von künstlerischen Produktionsweisen lernen; hervorgehoben wird die Ähnlichkeit, dass es in beiden Fällen darum geht, ein Design für ein Endprodukt zu verfeinern.
Meiner Ansicht nach werden hier Planung und Ausführung verwechselt. Viele der eigentlichen Prozesse wie Tickets, Sprints usw. finden in der Vorproduktion statt, und in die Pre-Production fließen enorm viel Zeit und Aufwand. Verschiedene Action Items (Tickets), iterative Arbeit (Sprints), Budgetierung und Teamzuschnitt werden fortlaufend angepasst. Zudem wird betont, dass Produzent und Regisseur sehr unterschiedliche Verantwortlichkeiten haben. Am Set sind die Entscheidungen des Regisseurs absolut und müssen ohne Diskussion befolgt werden; das System ist fast eine Einbahnstraße. Die Freiheiten, die alle haben, sind nur möglich, wenn die Vorbereitung im Vorfeld äußerst gründlich war. Filmproduktion ist also keineswegs ein System, das dem Einzelnen mehr Autonomie oder Vertrauen gibt als Softwareentwicklung.
Der größte Unterschied liegt in Zeitplan und Größenordnung: Software muss langfristig von Millionen Menschen genutzt werden, daher ist Stabilität entscheidend, während Dreharbeiten eher einem chaotischen Umfeld ähneln, in dem eine Szene sofort aufgenommen und das Ergebnis schnell geliefert werden muss. Unter Zeitdruck wird während des Drehs ständig improvisiert oder geflickt, oft in der Hoffnung, es in der Nachbearbeitung zu retten. Spieleentwicklung liegt irgendwo dazwischen.
Wenn diese Art von Teamwork nicht gut funktioniert, entstehen am Ende auch oft wirklich furchtbare Filme. Die Welt ist häufig schlecht organisiert, und fähige Menschen steigen nicht immer in die oberen Ebenen einer Organisation auf.
Hinter den Kulissen eines Drehs wird sehr sorgfältig geplant, und alle bemühen sich, den Zeitplan einzuhalten; als Detailhinweis wird die Wikipedia-Seite zum Produktionsboard empfohlen.
Ein Filmset ist ein Ort mit klarem Stolz auf die eigene Rolle und einer klaren Hierarchie. Alle sind aufeinander angewiesen, und es gibt praktisch niemanden, der überflüssig wäre. Das Teamwork fühlt sich eher nach Militär als nach Büro an.
Eindruck, dass Kameraarbeit, Schnitt, Drehbuch und die gesamte Atmosphäre von Andor deutlich besser sind als bei allen Star-Wars-Filmen, die man bisher gesehen hat; seit den Originalfilmen habe sich das Star-Wars-Franchise lange nur wie eine Gelddruckmaschine angefühlt, doch Andor habe etwas völlig anderes ausgelöst. Wenn ein solches Team den Film macht, würde man ihn in jeder Form sehen wollen, ob Prequel, Sequel oder Spin-off.
Die Gefängnis-Episode hat eine Qualität, die auch als eigenständiger Film bestehen könnte. Nach Andor wirken die übrigen Star-Wars-Serien und -Filme übertrieben albern, und es ist sehr bedauerlich, dass eine weitere Staffel unmöglich ist.
Große Zufriedenheit mit Andor, aber es gilt als eher unwahrscheinlich, dass Gilroy noch einmal an Star Wars mitarbeitet; außerdem lag das Budget für Staffel 2 tatsächlich bei $290M, und unter der Kontrolle der Disney-Führung gab es Budgetobergrenzen. Dazu wird als Referenz ein passender Artikel geteilt.
Je weiter eine Star-Wars-Serie von der Originaltrilogie entfernt ist, desto besser scheint sie zu werden.
Empfehlung für Skeleton Crew: zwar eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten, aber mit Kindern oder Nichten und Neffen gut anzusehen. Statt der schweren Stimmung von Andor eher eine Schatzsuche bzw. ein Abenteuer im Weltraum. Die Serien seit Mandalorian Staffel 2 wurden zwar nicht gesehen, aber Freunde sehen es ähnlich: Unter dem neueren Star Wars ragen Andor und Skeleton Crew jeweils auf ihre eigene Weise heraus.
Man hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass der Name "Star Wars" allein nichts mehr über erzählerische Richtung, Qualität oder Genre aussagt. Heute beurteilt man die Qualität eher danach, welche Leute das Projekt verantworten. Auf den von Donald Glover verantworteten Lando-Film freut man sich, ansonsten aber kaum auf weitere Star-Wars-Projekte.
Die Diskussion dreht sich um dieses Interview über den Produktionsprozess von Andor. Es wird mehrfach erwähnt, dass Nuyens verschiedene Techniken und Tools kombiniert hat. Anders als in der Dichotomie "CGI macht heute alles" oder "CGI wirkt künstlich, praktische Effekte sind besser" geht es in Wirklichkeit um einen Mix verschiedener Ansätze: echte Sets, die mit CGI ergänzt werden, Greenscreen, gemalte Hintergründe, LED-Screens je nach Situation. Die Zusammenarbeit zwischen Teams aus verschiedenen Fachbereichen war essenziell, und man konnte spüren, wie handwerklich vieles Stück für Stück angepasst wurde. Gleichzeitig gibt es die Sorge, ob diese zeit- und kostenintensive Arbeitsweise unter dem Gesichtspunkt der Effizienz langfristig tragfähig ist. Interessant ist auch die jüngste Verbreitung kabelloser Ausrüstung an Filmsets.
Eindrucksvoll war aus mehreren Interviews die Aussage, dass überall im Set funktionierende Requisiten platziert wurden, damit die Darsteller tatsächlich Dinge anfassen konnten. Selbst an die Immersion der Statisten wurde gedacht. Viele Requisiten erscheinen gar nicht direkt im Bild, sondern liegen in Schränken oder Kisten; ein Zeichen großer Sorgfalt.
Die Sets von Andor sind wirklich überwältigend. Ein großer Teil wurde tatsächlich physisch gebaut, was enorme Produktionskosten verursacht haben dürfte. Vielleicht war es nicht zwingend nötig, aber man ist dankbar für diese Entscheidung.
Ohne viel über Linsen und Optik zu wissen, fand jemand die auffällige Unschärfe an den Bildrändern interessant und fragte sich, ob das eine absichtliche stilistische Entscheidung war.
Die Kombination aus großen realen Sets und CGI war schon ein Merkmal der Pirates-of-the-Caribbean-Trilogie, die auch heute noch zu den besten Filmen überhaupt zähle. Optisch wirke sie weit beeindruckender als moderne, auf UE basierende Produktionen.
Das Überraschendste an Andor war für manche, dass Sturmtruppen als tatsächlich furchteinflößende Eliteeinheit dargestellt werden. Dass Figuren, die im bisherigen Star Wars fast wie eine Gruppe von Cosplayern wirkten, deutlich aufgewertet wurden, hinterließ Eindruck.
In den älteren Filmen entkamen die Helden immer irgendwie glücklich, und die Gegner konnten nicht einmal richtig zielen. In Andor wird das Imperium dagegen als wirklich intelligent, präzise, bedrohlich und furchteinflößend gezeigt. Wenn man sich auf diese intensive Atmosphäre einlässt, wirkt das Imperium fast unheimlich real. Wer eher unterhaltsame, leichtere Werke bevorzugt, könnte diese dunkle und schwere Stimmung allerdings als belastend empfinden; Andor sei zwar beeindruckend, aber wahrscheinlich nichts für eine zweite Sichtung.
Auch die Sicherheitsdroiden wirkten furchteinflößend: berechnende Augen, eine Haltung wie ein riesiger Menschenaffe und die Kraft, Menschen mühelos zu verletzen. Eine völlig andere Bedrohung als die komödiantischen Kampfdroiden früherer Filme.
Genannt wird auch, dass der Auftritt der Deathtrooper-Spezialeinheit besonders eindrucksvoll war.
Obwohl Andor wunderschön fotografiert ist, wird kritisiert, dass das Bild – wie bei vielen neueren Serien – insgesamt zu dunkel sei. Regisseure sollten bedenken, dass es sich nicht um eine Kinoveröffentlichung, sondern um ein reines Streaming-Format handelt, und mehr auf angemessene Helligkeit achten. Es sollte geprüft werden, ob die Serie auch in einem hellen Wohnzimmer gut sichtbar ist; gewünscht wird sogar eine Art "Normal Edition" mit hellerer Abstimmung.
Jemand anderes empfand Andor im Gegenteil als erfrischend wenig dunkel für eine aktuelle Serie. Es gebe zwar dunkle Szenen, insgesamt wirke es aber nicht extrem finster.
In einem anderen Fall wirkte das Bild selbst auf einem ordentlichen OLED-TV eher grau, mit schwachem Kontrast und blassen Farben, sodass die gesamte Mise-en-scène gewöhnlich erschien. Man hatte eine kinotaugliche Qualität im Sinne der Regie erwartet, stattdessen wirkte das Grading eher auf niedrigere Streaming-Qualität zugeschnitten. Auch im Vergleich zwischen Setfotos aus dem Artikel und Bildern aus der Serie sah das reale Material deutlich eindrucksvoller aus. Es wirkte fast wie im Stil einer "Google-Pixel-Handyaufnahme": weich und flau, mit Schwarzweiß-Abstufungen, die in die entgegengesetzte Richtung eines typischen HBO-Looks gehen.
Als Tipp wird genannt, Dynamic Tone Mapping am Fernseher zu aktivieren oder den Kontrast anzupassen. Diese Einstellungen beizubehalten sei sogar besser, um den Dynamikumfang zu erhalten. Man solle nicht vor dem sogenannten "Roundness War" kapitulieren.
Dass das Seherlebnis auf OLED-Fernsehern frustrierend sein kann, finden andere sehr nachvollziehbar. So wie Musiker ihre Stücke auch über Autoradios probehören, sollten Regisseure ihre Werke ebenfalls tatsächlich zu Hause anschauen.
Möglicherweise lag das Problem auch an einer falschen HDR-Konfiguration, selbst wenn kein HDR-fähiges Display vorhanden ist; es könnte ebenso am Videoplayer liegen. Je nach Quelle wie MKV seien eine richtige HDR-Version und Tone-Mapping-Einstellungen wichtig. Über Disney Plus habe es korrekt ausgesehen.
Auch wer Andor noch nicht gesehen hat, wird dazu ermutigt, die Serie unbedingt anzuschauen, sofern man dem SF-Genre auch nur ein wenig offen gegenübersteht. Drehbuch, Schauspiel und Kameraarbeit machten sie zu einem der stärksten TV-Dramen der letzten Jahre.
Wäre Andor der eigentliche Start des Franchise gewesen und hätten daraus Rogue One sowie eine neue Trilogie hervorgehen können, hätte Star Wars vielleicht nicht nur als Klassiker, sondern als echtes Meisterwerk gegolten. Die Originaltrilogie sei zwar gut, aber mit Stil und Schauspiel von Andor hätte daraus womöglich das bestmögliche Kino werden können.
Es wird bezweifelt, ob Star Wars überhaupt echte Science-Fiction ist; so wie Jurassic Park kein biologischer Dokumentarfilm sei, sei es schwer, Star Wars einfach als Science-Fiction zu bezeichnen.
Gemeint sei mit dem Reiz eher das "Science-Fiction-Setting" als das Genre selbst; Andor sei seinem Wesen nach eher ein Politthriller als Science-Fiction.
Auch der Soundtrack wird gelobt, besonders die Variationen des Openings in jeder Folge.
Manche finden, Andor werde etwas überschätzt. Die Serie sei zwar hochwertig und insbesondere die Darstellung des Imperiums gelungen, aber schwerlich besser als die Originalfilme. Man müsse auch die technischen Grenzen und den zeitgeschichtlichen Kontext von damals berücksichtigen; die Originale hätten mehr unvergessliche Elemente, stärkere Schurkenfiguren und großartigere Musik. Vor allem wirke Andor nur deshalb so stark, weil die Originalfilme existieren; ohne dieses Vorwissen würde die Geschichte an Kraft verlieren.
Andor ist zwar eine gute Serie, profitiert in der Bewertung aber auch davon, Teil eines bereits ausgelaugten Franchise zu sein.
Wenn man Nostalgie und die damalige Bedeutung einbezieht, ist die Originaltrilogie großartig; schaut man sie heute erneut, zeigt Andor in fast jeder Hinsicht die höhere handwerkliche Vollendung.
Andere verstehen überhaupt nicht, was an Andor so gut sein soll. Außer der Gefängnisepisode habe ihnen wenig gefallen; Rückblenden zu den Kindern im Dschungel oder die Szene mit den Instrumenten bei der Beerdigung wirkten auf sie eher unfreiwillig komisch.
Andor und Rogue One seien die besten Werke des Franchise. Tiefe, Qualität und die Verbindung zu den Originalfilmen lägen auf einem Niveau, das auch Fans in den Fünfzigern anerkennen könnten. Man wünscht sich, dass dieselbe Crew die Geschichte bis zum Fall des Imperators weitergeführt hätte. Mit etwa drei zusätzlichen Staffeln im Zeitraum der Originaltrilogie hätte man den "Aufstieg und Fall des Imperiums" noch tiefer ausarbeiten können. Skywalker und Jedi sollten dabei eher im Hintergrund bleiben, während Spin-offs etwa über Alderaan jener Zeit oder die Baustellen des Todessterns ebenfalls spannend wären.
Es gibt die Einschätzung, Andor wirke wie ein Werk, das das gesamte Star-Wars-Universum nach den Originalen quasi negiert. Auf Basis eines realistischen Faschismus rekonstruiert es eine wirklich bedrohliche und überzeugende Atmosphäre von Rebellion. Auch ohne Lichtschwerter oder Jedi-Mystik fange es den Kern von Star Wars sehr gut ein.
Dagegen wird eingewandt: Was ist eigentlich das Problem mit Lichtschwertern? Ihre Funktion als Spezialeffekt und als Waffe wird hervorgehoben, während die Macht (The Force) dem persönlichen Geschmack nach zu fantasylastig und wie eine schwache Form von Magie wirke.
Auch in Andor gebe es kleine Jedi-/Force-Momente, aber besonders gelobt wird, wie realistisch dargestellt wird, wie befremdlich es für normale Menschen wirkt, wenn Nutzer der "Macht" vor ihnen auftauchen.
Es wird kritisiert, dass sich die meisten Kommentare auf die Serie selbst konzentrieren und kaum auf den Artikel eingehen. Aus Sicht von jemandem, der die Serie nicht gesehen hat, war der Artikel schwer zu lesen, und die fehlende Verbindung zwischen Bildern und Text frustrierte. Alle Bilder tragen dasselbe formelhafte Label "Cinematography of “Andor” by Christophe Nuyens", und obwohl das Interview detailliert über Sets und Linsen spricht, füllen die Bilder ohne klaren Bezug lediglich Platz, weshalb der Leser schließlich abbrach.
Tatsächlich seien die Fotos wohl von Disney bereitgestellte Promo-Bilder gewesen und auch als Stills qualitativ sehr hochwertig; deshalb sei es fair, dem Artikel Anerkennung zuzugestehen.
Andere hatten ebenfalls den Eindruck, dass die Bilder nur eingefügt wurden, um den Eindruck eines Textblocks zu verringern, ohne großen Bezug zum Inhalt. Dennoch sei der Text ohne Weiteres lesbar gewesen, wenn man sich davon nicht stören ließ. Ohne Hintergrundwissen wäre es ohnehin schwer, mit beliebigen Bildern mehr Kontext zu schaffen; im gegebenen Rahmen sei das Format des Artikels daher durchaus in Ordnung.