Ich abonniere Hacker News.
Ich poste das hier, weil dort die folgende Frage auftauchte.
https://news.ycombinator.com/item?id=44090387
Unter den Antworten habe ich einen Kommentar von einem der YC-Gründer gesehen,
bin dem Link gefolgt und lese gerade den Text. Ich fasse einige nützliche Inhalte daraus erneut zusammen
und stelle sie hier ein.
Ich habe überlegt, ob ich es als News oder als ASK posten soll,
und poste es daher als ASK.
Der YC-Gründer schrieb:
Ich habe YC 2006 gegründet und arbeite auch heute noch in Vollzeit in Software Engineering und Data Science, gleichzeitig betreibe ich christliche Apologetik und helfe Ingenieuren, Wissenschaftlern und Mathematikern dabei, Antworten auf die tiefsten Fragen des Lebens zu finden.
Ein paar großartige Artikel für HN-Fans:
-
Interview mit Evan O'Dorney, der dreimal das Putnam Fellowship gewann, zweimal IMO-Gold holte und anschließend zum Katholizismus konvertierte: https://www.saintbeluga.org/veritas-part-i-conversion-of-ap...
-
Ein tiefgehender wissenschaftlicher Überblick über eucharistische Wunder: https://www.saintbeluga.org/eucharistic-miracles-god-under-t...
-
Das Zeugnis einer Bekehrung eines leitenden NASA-JPL-Wissenschaftlers: https://www.saintbeluga.org/veritas-part-iii-bellows-of-aqui...
Dort angekommen ...
Im dritten Artikel bin ich gelandet und stelle hier eine zusammenfassende Übersicht des Papers von Tyler VanderWeele ein.
https://www.pnas.org/doi/pdf/10.1073/pnas.1702996114
1. Einleitung: Problemaufriss zum menschlichen Gedeihen
- Sozialwissenschaften und Biomedizin behandeln in der Praxis oft nur eng gefasste Ergebnisse wie Einkommen oder Krankheit statt des menschlichen „Gedeihens“ (
flourishing). - Echtes menschliches Wohlergehen sollte ein breites Spektrum von Faktoren umfassen, darunter Glück, Gesundheit, Sinn, Tugend und Beziehungen.
- Ziel dieses Textes ist es, Messkriterien für menschliches Gedeihen vorzuschlagen, seine Einflussfaktoren zu ordnen und Implikationen für Forschung und Politik aufzuzeigen.
2. Unterschied zwischen psychischem Wohlbefinden und „Gedeihen“
- Im Allgemeinen konzentriert sich Wohlbefinden auf Glück (hedonic) und Lebenszufriedenheit (evaluative), doch das ist unzureichend.
- Es wurden zusammengesetzte Indikatoren vorgeschlagen, die Sinn, Autonomie, Selbstakzeptanz, Beziehungen, Wachstum usw. einschließen.
- Dennoch fehlen häufig weiterhin zentrale Elemente wie Tugend und Gesundheit.
- Wie in der Philosophie des Aristoteles sollte Tugend als zentraler Bestandteil des Gedeihens verstanden werden.
3. Vorschlag von fünf Kernbereichen des Gedeihens
-
Echtes Gedeihen bedeutet, dass das Leben in allen fünf folgenden Bereichen „gut“ ist:
- Glück und Lebenszufriedenheit
- Psychische und körperliche Gesundheit
- Sinn und Ziel des Lebens
- Charakter und Tugend
- Enge soziale Beziehungen
-
Diese Bereiche sind (1) an sich wertvoll und (2) von den meisten Menschen erwünscht.
-
Als sechstes unterstützendes Element wird finanzielle und materielle Stabilität erwähnt, die für langfristiges Gedeihen wichtig ist.
4. Vorschlag für Instrumente zur Messung von Gedeihen
-
Zwei Messinstrumente mit jeweils zwei Fragen pro Bereich:
- Flourish-Indikator: umfasst die fünf Kernbereiche.
- Secure-Flourish-Indikator: die fünf genannten Bereiche plus finanzielle Stabilität.
-
Für Vergleichbarkeit werden größtenteils bereits validierte Fragen aus bestehenden Erhebungen übernommen.
-
Die Fragen zur Tugend werden in Form neu vorgeschlagener Einzelfragen formuliert.
5. Vier zentrale Wege zur Förderung von Gedeihen
-
Gemeinsame Wege, die sich positiv auf alle fünf Bereiche auswirken, sind:
- Familie (Ehe und Kindererziehung): positiver Einfluss auf psychische Gesundheit, Glück, Sinn, Beziehungen und Finanzen. Scheidung wirkt umgekehrt.
- Arbeit und Beschäftigung: Erwerbstätigkeit wirkt sich positiv auf Lebensqualität, Gesundheit, Beziehungen, den Erhalt der Ehe usw. aus.
- Bildung: höheres Bildungsniveau steht mit Glück, Gesundheit, Teilhabe, Einkommen usw. in Zusammenhang.
- Religiöse Gemeinschaft: Teilnahme am Gottesdienst hat vielschichtige Effekte auf Gesundheit, Sinn, Tugend, Beziehungen, Wohltätigkeit usw.
-
Gemeinsam ist ihnen, dass die Beteiligungsquote hoch ist, die Wirkung groß ist und politische Eingriffe möglich sind.
6. Politische und gesellschaftliche Implikationen
- Politik sollte die Förderung von Ehe, die Bereitstellung von Arbeitsplätzen, hochwertige Bildung und den Erhalt religiöser Gemeinschaften unterstützen.
- Vorgeschlagen werden unter anderem die Abschaffung von Ehe-Nachteilen im Sozialsystem, arbeitsmarktpolitische Unterstützungsmaßnahmen und der Erhalt steuerlicher Vorteile für religiöse Einrichtungen.
- Medien sollten nicht nur negative Darstellungen von Religion zeigen, sondern auch ihre positiven Wirkungen beleuchten.
7. Vorschläge für zukünftige Forschung
- Statt enger Forschung, die nur Gesundheit betrachtet, braucht es Forschung, die das gesamte „Gedeihen“ misst.
- Ziel, Sinn oder Tugend sollten nicht nur deshalb untersucht werden, weil sie mit Gesundheit verbunden sind, sondern um ihrer selbst willen.
- In nationale statistische Erhebungen sollten Punkte wie Lebensziel, Tugend und Sinn aufgenommen werden.
- Als Beispiele werden Bhutans GNH (Bruttonationalglück) und die Indikatoren der OECD für subjektives Wohlbefinden vorgestellt.
8. Fazit: Wechselwirkung zwischen individuellem Gedeihen und Gesellschaft
- Individuelles Gedeihen sollte durch staatliche Politik gestützt werden; umgekehrt stärken Gesundheit und Tugend des Einzelnen die Gesellschaft.
- Ein umfassendes Verständnis von Gedeihen, das Tugend und Ziel einschließt, ist ein Schlüssel zu einer besseren Gesellschaft.
1 Kommentare
Da der Link im 3. Beitrag defekt ist, poste ich ihn hier in den Kommentaren.
https://www.saintbeluga.org/veritas-part-iii-bellows-of-aquinas