Was müssen Content-Designer im „AI-First“-Zeitalter vorbereiten?
(uxcontent.com)- Shopify und Duolingo haben nacheinander „AI-First“-Organisationsstrategien ausgerufen, und auch das Content Design muss sich darauf vorbereiten
- Über die bloße Nutzung von Tools hinaus treten Fähigkeiten zum Aufbau von Systemen und zur Sicherung der Qualität als zentrale Rolle von Content-Designern in den Vordergrund
- In einer AI-Umgebung werden modulare Content-Strukturen, die Gestaltung von AI-Trainingsdaten und quantitative Review-Systeme immer wichtiger
- Systemdenken, AI-Literacy, Zusammenarbeit und Content Governance werden als neue Kernkompetenzen verlangt
- Content Design muss sich vom bloßen Schreiben von Texten zu einer strategischen Verantwortung für die Zuverlässigkeit des Produkts und die User Experience weiterentwickeln
Welche Signale die „AI-First“-Ausrufe für Content Design senden
- Der Shopify-CEO erklärte, dass man nur dann Menschen einstellen werde, wenn die Aufgabe nicht mit AI erledigt werden könne
- Auch Duolingo veröffentlichte eine ähnliche Position, nach der die Nutzung von AI als Bewertungs- und Einstellungskriterium dienen soll
- Das ist nicht nur ein Trend, sondern eine Veränderung, die von Content-Designern eine Neugestaltung ihrer Arbeitsweise selbst verlangt
Der aktuelle Stand der AI-Einführung in der Content-Design-Branche
- Die meisten Content-Designer nutzen AI experimentell für Ideenfindung oder einfache Aufgaben
- Einige trainieren Modelle direkt oder setzen AI als Skalierungs-Tool für andere Designer ein
- Auch auf der Button Conference gab es eigene Sessions zu AI, was das vertiefte Interesse der Branche widerspiegelt
AI verändert die Art und Weise der Produktentwicklung selbst
- Durch No-Code-Tools und AI-Tools können auch Content-Designer schnell Prototypen erstellen
- Dadurch beschleunigt sich der Wandel hin zu einer auf Geschwindigkeit und Experimente ausgerichteten Entwicklungskultur
- Wenn bestehende Organisationsstrukturen oder Design-Systeme damit nicht Schritt halten, kommt es zu Verwirrung und zum Zusammenbruch von Konsistenz
- Klare Content-Strukturen, wiederholbare Muster und strategisches Messaging-Design sind keine „optionalen Extras“ mehr
> Es entsteht die Aufgabe, Qualität bei hoher Geschwindigkeit aufrechtzuerhalten
Was Content Design in einer „AI-First“-Umgebung tun muss
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1. Modulare Systeme entwerfen
- Content-Designer müssen wiederverwendbare Content-Strukturen schaffen
- Beispiel: Fehlermeldungen in „Was ist schiefgelaufen / warum ist das wichtig / was soll der Nutzer tun“ unterteilen
- Das bildet die Grundlage dafür, dass AI Inhalte konsistent skalieren kann
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2. AI-Systeme trainieren
- AI versteht Emotion, Brand Voice und Barrierefreiheitsstandards nicht automatisch auf natürliche Weise
- Content-Designer müssen Beispiele, Richtlinien und Bewertungskriterien entwerfen, mit denen sich dies der AI vermitteln lässt
- Styleguides für Menschen reichen für AI nicht aus; daher ist eine Überführung in eine Regelsprache, die Maschinen verstehen können, nötig
- Das ist nicht bloß „Schreiben“, sondern eine abstrahierte Erweiterung des Content Designs
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3. Evaluation und Qualitätsmanagement
- Auch bei von AI erstellten Inhalten ist eine abschließende menschliche Prüfung unverzichtbar
- Für folgende Punkte müssen Review-Kriterien festgelegt werden:
- Übereinstimmung von emotionalem Zustand und Tonalität
- Eignung für Marke und Kontext
- Sicherstellung von Inklusivität und Barrierefreiheit
- Erfüllung rechtlicher/ethischer Standards
- In Hochrisikobereichen (Onboarding, Bezahlung, Empfehlungen usw.) sind Review-Checkpoints unverzichtbar
- Wichtig sind auch Feedback-Loops und Messgrößen wie Klarheits-Scores oder die Reduktionsrate im Kundensupport
Die Bedeutung von Systemdenken
- AI-basierte Produktentwicklung führt bei „Geschwindigkeit ohne Struktur“ direkt zum Scheitern
- Content-Designer müssen nicht bloß Schreibende sein, sondern Architekten skalierbarer Content-Systeme werden
- Wenn wiederverwendbare Content-Strukturen nicht im Voraus definiert werden, repliziert AI Verwirrung im großen Maßstab
- Wichtige Skillsets:
- AI-Literacy (Verständnis der Modellfunktion, Prompt-Design, Bewertung der Ergebnisse)
- Funktionsübergreifende Zusammenarbeit (Kooperation mit PMs, Engineers, Researchern, Legal usw.)
- Content Governance (Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems in großem Maßstab)
- Change Leadership in der Organisation (für verantwortungsvolle AI-Praktiken eintreten und sie gestalten)
Die neue Verantwortung von Content-Designern
- Die Einführung von AI ist möglicherweise keine bloße Modeerscheinung
- Aber selbst wenn doch, lohnt es sich auf jeden Fall, diese Fähigkeiten zu erlernen
- Content Design entwickelt sich jetzt über Sätze auf einem einzelnen Screen hinaus zu einer Rolle, die die gesamte User Experience und Zuverlässigkeit des Produkts schützt
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