1 Punkte von GN⁺ 2025-05-05 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Die in Filmen und im Fernsehen häufig gezeigten Szenen von Salven aus Pfeilen entsprechen nicht der tatsächlichen Geschichte
  • Bogenschützen feuerten keine Salven. Stattdessen schoss jeder seinen Pfeil zum jeweils optimalen Zeitpunkt ab
  • Salvenfeuer war vor allem eine Taktik für Waffen mit langsamer Nachladezeit wie Feuerwaffen
  • Bögen bieten wegen ihrer hohen Feuerrate keinen Vorteil durch Salvenfeuer
  • Die Tödlichkeit von Pfeilen wird übertrieben. Ihre tatsächliche Wirkung im Kampf war begrenzt

Die Fiktion des Pfeil-Salvenfeuers

  • Die in Filmen und im Fernsehen oft dargestellten Szenen von Pfeil-Salven sind historisch ungenau
  • Bogenschützen feuerten keine Salven ab, sondern schossen ihre Pfeile jeweils zum optimalen Zeitpunkt
  • Salvenfeuer war vor allem eine Taktik für Waffen mit langsamer Nachladezeit wie Feuerwaffen
  • Bögen bieten wegen ihrer hohen Feuerrate keinen Vorteil durch Salvenfeuer

Der Zweck von Salvenfeuer

  • Salvenfeuer ist eine Taktik, um langsames Nachladen auszugleichen
  • Es wurde vor allem mit mächtigen Waffen wie Feuerwaffen eingesetzt, um in kurzer Zeit hohe Tödlichkeit zu erzielen
  • Bei Bögen bestand wegen ihrer hohen Feuerrate kein Bedarf für Salvenfeuer

Warum Bogenschützen kein Salvenfeuer einsetzten

  • Bögen bieten wegen ihrer hohen Feuerrate keinen Vorteil durch Salvenfeuer
  • Wenn Bogenschützen den Bogen lange gespannt halten, ermüden sie schnell
  • Die Tödlichkeit von Bögen war begrenzt und wurde durch Rüstungen und Schilde leicht abgeschwächt

Modellierung der Tödlichkeit von Pfeilen

  • Die Tödlichkeit von Pfeilen wird übertrieben. Ihre tatsächliche Wirkung im Kampf war begrenzt
  • Schilde und Rüstungen verringerten die Wirkung von Pfeilen erheblich
  • Die meisten Pfeile trafen ihr Ziel nicht und gingen daneben

Die Wirkung von Pfeilen im realen Kampf

  • In historischen Schlachten war die Tödlichkeit von Pfeilen begrenzt
  • In Schlachten wie bei Athen, Issos und Azincourt war die Wirkung von Pfeilen nur begrenzt
  • Pfeile trugen dazu bei, den Gegner zu ermüden oder zu verwirren, richteten aber keinen entscheidenden Schaden an

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-05-05
Hacker-News-Kommentar
  • Der Autor geht nicht näher auf militärische Disziplin ein. Manche Armeen waren so streng diszipliniert, dass sie selbst unter Pfeilbeschuss nicht wankten. Für gewöhnliche Bauernsoldaten konnte das jedoch ein erheblicher Abschreckungsfaktor sein. Sie hatten keine formale Ausbildung, oft nur ein geringes persönliches Interesse am Ausgang der Schlacht und zudem schlechte Schutzausrüstung.

    • Auch bei modernen Schusswaffen dient der Großteil des Feuers nicht dazu, den Feind zu töten, sondern ist Unterdrückungsfeuer. Es hält selbst professionelle Soldaten nieder und erschwert es ihnen, ihre Ziele zu erreichen.
    • Wenn man unter Pfeilbeschuss gerät, ist die klügste Strategie womöglich, die Distanz schnell zu verringern und an die Bogenschützen heranzukommen. Für jemanden ohne Kampferfahrung wäre der instinktive Impuls aber wohl, hinter Deckung Schutz zu suchen.
    • Bogenschützen können eine hohe Schussrate nicht lange aufrechterhalten und haben wahrscheinlich Waffen für den Nahkampf oder Verteidiger zu ihrem Schutz. Daher ist es sinnvoll, den Gegner aus der Distanz Schüsse verschwenden zu lassen, oder für die Bogenschützen, mit dem Schießen zu warten, bis der Feind näher ist.
    • Die Kampfstrategie dürfte je nach Gegner unterschiedlich gewesen sein. Gegen unorganisierte Stammesverbände waren große Bogenschützeneinheiten für die Perser zum Beispiel wirksam. Gegen gut ausgebildete und ausgerüstete Armeen wie die Griechen konnten diese dagegen mit minimalen Verlusten die Distanz verringern.
  • Die Zahlen zur Zugkraft von Kriegsbögen sind beeindruckend. Man stelle sich vor, im Fitnessstudio eine 45-kg-Hantel anzuheben und das so oft wie möglich zu wiederholen. Einen Bogen voll ausgezogen zu halten ist unmöglich.

  • Ich habe alles gelesen, bin aber nicht überzeugt.

    • Der Autor beweist nicht, dass Bogenschützen kein Salvenfeuer einsetzten. Er behauptet nur, dass es keine überlieferten Belege gebe, und dass Pfeilsalven in TV-Schlachten falsch dargestellt würden.
    • Wenn der Feind jedoch mit Infanterie und Kavallerie anstürmt, erscheint Salvenfeuer sinnvoll. Der Befehlshaber gibt ein Signal, alle Bogenschützen spannen gleichzeitig ihre Bögen und geben im richtigen Moment eine Salve ab.
    • Er räumt ein, dass nach der ersten Salve einzelne Schützen dann zufällig und so schnell wie möglich weiterfeuern. Die erste Salve bedeutet ja nicht, den Bogen 30 Sekunden lang gespannt zu halten, sondern auf Befehl gemeinsam zu spannen und zu schießen.
    • Es gibt keinen Grund, warum der erste Beschuss durch Bogenschützen keine Salve sein sollte; nach gesundem Menschenverstand wäre er das sogar. Das entspricht auch der Darstellung in Filmen und im Fernsehen.
  • Die Hypothese, dass viele historische Armeen Salven mit Kriegsbögen einsetzten, wird nicht berücksichtigt. Vielleicht ist darüber nichts überliefert, weil es eine schlechte Strategie war und alle damit untergingen.

  • Peter H Wilson erwähnt in seinem Buch über den Dreißigjährigen Krieg etwas Interessantes. Dafür brauchte es nicht nur das Aufkommen von Schusswaffen, sondern auch einen philosophischen Wandel, bei dem Menschen als Teile einer größeren Maschine betrachtet wurden. Das ist eine frühneuzeitliche Vorstellung, und Salvenfeuer tauchte zuerst bei italienischen Söldnern und den Milizen der Niederlande auf.

  • Das stärkste Argument ist die Behauptung, dass ein Befehlshaber seinen Bogenschützen keinen Befehl zum "Halten" geben würde, weil das Spannen des Bogens zu anstrengend ist.

  • Es wird behauptet, dass Hägar the Horrible Schlachten gar nicht so unrealistisch darstellt.

  • Solche Dinge zu lesen macht einen ganz kirre, aber es ist faszinierend, tief in antike Taktiken einzutauchen. Ich frage mich, ob es verlorenes Wissen gibt.

  • Ich stimme der Kritik am Wort "fire" nicht zu. Auch wenn man historisch kein Englisch sprach, ist es im modernen Englisch völlig in Ordnung, das Abschießen eines Bogens mit "fire" zu übersetzen.

  • Beim Spielen von Medieval: Total War waren Bögen und Armbrüste sehr effektiv gegen den Feind. Ich frage mich, ob das Spiel Pfeilbeschuss realistisch modelliert hat oder eher auf einer filmisch geprägten Vorstellung mittelalterlicher Bogenschützen basiert.