1 Punkte von GN⁺ 2025-05-04 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Ein US-Bundesrichter kritisierte scharf juristische Dokumente mit einem eingefügten Drachenlogo und ordnete dem betreffenden Anwalt an, die Unterlagen erneut einzureichen
  • Der Anwalt hatte für 20 US-Dollar ein Bild eines lila Drachens im Anzug gekauft und es als Wasserzeichen in juristischen Schriftsätzen verwendet
  • Der Richter bezeichnete dies als „kindisch und unangemessen“ sowie als Verspottung des Gerichts
  • Der betreffende Anwalt Perrone ist Game-of-Thrones-Fan und erklärte, er habe es verwendet, weil Menschen Drachen mögen
  • Der Fall betrifft schwerwiegende Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen und hat einen zu ernsten Hintergrund, um als Witz behandelt zu werden

Überblick über den Fall des Drachen-Wasserzeichens

  • Bundesmagistratsrichter Ray Kent für den Western District of Michigan rügte scharf das in einem juristischen Dokument verwendete Drachenbild
  • In dem Dokument war auf jeder Seite eine große Illustration eines lila Drachens im Anzug eingefügt
  • Der Richter sagte, „ein Gerichtssaal ist kein Comic“, und untersagte die weitere Verwendung des Bildes in künftigen Einreichungen

Der Anwalt und die Herkunft des Logos

  • Der Anwalt, der das Logo verwendete, ist Jacob A. Perrone, seine Kanzlei heißt „Dragon Lawyers“
  • Auch auf der offiziellen Website erscheint das Drachenbild prominent; dort wird zudem ein kostengünstiger juristischer Service unter Nutzung von AI hervorgehoben
  • Perrone erklärte, er sei Game-of-Thrones-Fan und habe das Motiv schlicht gewählt, „weil Menschen Drachen mögen“

Die Schwere des Falls

  • Das beanstandete Dokument steht im Zusammenhang mit einer Menschenrechtsklage, in der eine inhaftierte Frau wegen verweigerter medizinischer Versorgung beinahe gestorben wäre
  • Perrone vertritt in diesem Verfahren die Klägerseite und muss das Dokument nun ohne das Drachenbild erneut einreichen

Reaktion des Gerichts und die Lehre daraus

  • Der Richter bezeichnete das Logo als „ablenkend, kindisch und leichtfertig“ und betonte die Bedeutung von Ernsthaftigkeit und verfahrensmäßiger Angemessenheit vor Gericht
  • Der Fall zeigt die realen Auswirkungen gestalterischer Entscheidungen auf juristische Verfahren und deren Grenzen

Zum Schluss

  • Perrone erklärte, er wolle das Drachenlogo künftig weiter verwenden, in offiziellen juristischen Dokumenten jedoch darauf verzichten
  • Der Vorfall erinnert daran, dass bei juristischen Dokumenten nicht nur der Inhalt, sondern auch Form und Würde wichtig sind

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-05-04
Hacker-News-Kommentare
  • „Perrone übernahm den Fall einer Frau, die angab, im Gefängnis inhaftiert gewesen zu sein und beinahe gestorben zu sein, weil sie keine angemessene medizinische Versorgung erhielt. Perrone muss nun erneut Klage einreichen, diesmal ohne den Comic-Drachen.“

    • Das sollte noch unangenehmer sein als der Cartoon.
    • Das Opfer hatte keinen Spielraum bei der Wahl der Kanzlei und auch nicht die Möglichkeit, deren Arbeit zu überwachen.
    • Der Zugang zu Rechtsbeistand dürfte dem Zugang zu medizinischer Versorgung geähnelt haben.
    • An diesem Ergebnis ist nichts lustig.
    • Dass ein „auf Koks befindlicher Comic-Drachen-Anwalt“ in dieser Situation die bestmögliche Vertretung gewesen sein soll, ist zutiefst deprimierend.
    • Das Problem ist nicht der Drache.
    • Das Problem ist, dass man in Gerichtseinreichungen kein „Wasserzeichen“ verwendet.
    • Für Gerichtseinreichungen gibt es strenge Formvorgaben.
    • Dieser Fall wirkt als kostenlose PR für diese Kanzlei.
  • „Lady Justice hat auch eine Waage.“

    • Bei diesem Kommentar musste ich meinen Kaffee ausspucken.
    • Ich frage mich, wie man auf so etwas kommt.
  • Entwickler verwenden zu Testzwecken manchmal absurde Daten.

    • Zum Beispiel wird Batman als Dummy-Benutzer eingetragen, und QA lädt Katzenfotos hoch.
    • Damit klar ist, dass es sich um Testdaten handelt.
    • Manche Nutzer erwarten Daten, die der Realität ähneln.
    • Ein Kunde, der Batman und Superman in den Testdaten sah, war überhaupt nicht begeistert.
  • Ich dachte, der Richter würde überreagieren.

    • Aber dieses Wasserzeichen ist wirklich nervig.
    • Egal, was ich tun würde, ich hätte dieselbe Forderung gestellt.
  • Ich habe „DRAFT“ groß und diagonal eingefügt, damit der Entwurf eines bestimmten Dokuments nicht als Endfassung verstanden wird.

    • Das Drachen-Dokument des Anwalts wäre gut geeignet gewesen, um einen unvollständigen/nicht freigegebenen Entwurf klar zu kennzeichnen.
    • Es gab keine Möglichkeit, versehentlich eine Einreichung mit einem riesigen lila Comic-Drachen beim Gericht einzureichen.
    • Je nach Persönlichkeit des Anwalts könnte ein großer lila Drache auch ein kleiner Stressabbau sein, während man täglich mehr als 12 Stunden an risikoreicher Arbeit sitzt.
  • Das ist kein „Wasserzeichen“, dafür müsste es bei 5 % Deckkraft bleiben.

    • Dieses hier liegt bei ungefähr 13 % und lenkt stark ab.
  • Ein Bild an dieser Stelle wäre ablenkend.

    • Allerdings versteht man offenbar das Konzept „Das Gericht ist kein Comic“ nicht.
    • Das ist, als würde der Großvater uns beim Abendessen tadeln, weil wir lachen und reden.
  • „Der Kläger sollte keine Comic-Drachen oder andere Dokumente mit unangemessenem Inhalt einreichen.“

    • Offizielle Antworten auf Albernheiten sind immer lustig.
  • Die Überschrift verharmlost das Problem.

    • Ein Logo in der Ecke wäre in Ordnung, aber dieses Wasserzeichen bedeckt die ganze Seite hinter dem gesamten Text.
    • An diesem Punkt kann man es kaum noch Wasserzeichen nennen, es ist einfach ein Hintergrund.
    • Jetzt fehlt nur noch das Kachelmuster.