- Apple wurde wegen des Vorwurfs, kartellrechtliche Anordnungen zum App Store vorsätzlich verletzt zu haben, an ein Strafgericht verwiesen
- Die Richterin kritisierte, dass Apple Nutzer daran gehindert habe, über alternative Zahlungsmethoden informiert zu werden, und so den Wettbewerb auf dem Markt behindert habe
- CEO Tim Cook und Finanz-Vizepräsident Alex Roman wurden jeweils wegen Ignorierens bzw. Meineids kritisiert
- Der CEO von Epic Games bezeichnete das Urteil als „großen Sieg für Entwickler“, Apple will Berufung einlegen
- Das Urteil könnte nicht nur in den USA, sondern auch bei Regulierungsbehörden weltweit, etwa in Europa, Auswirkungen haben
Apple droht strafrechtliche Untersuchung wegen Verstoßes gegen Kartellauflagen
- Die US-Bundesrichterin Yvonne Gonzalez Rogers entschied, dass Apple die gerichtliche Anordnung absichtlich missachtet hat, und verwies den Fall an ein Strafgericht
- Die gerichtliche Anordnung stützt sich auf das Kartellrechtsurteil von 2021, das App-Entwicklern erlaubte, Zahlungen außerhalb von Apples App Store zu lenken
- Apple habe jedoch neue Gebühren eingeführt (z. B. 27 %) und technische Hürden aufgebaut, um Umgehungszahlungen faktisch zu blockieren
Scharfe Kritik an der Unternehmensführung
- Die Richterin erklärte, CEO Tim Cook habe nicht dem Rechtsrat, sondern der Einschätzung des Finanzteams gefolgt, und hielt fest: „Cook traf die falsche Entscheidung“
- Finanz-Vizepräsident Alex Roman wurde ausdrücklich vorgeworfen, vor Gericht einen Meineid begangen zu haben, eine äußerst ungewöhnlich scharfe richterliche Kritik
Langjähriger Rechtsstreit mit Epic Games
- Der Fall begann mit der Kartellrechtsklage von Epic Games, dem Entwickler von Fortnite
- Epic-CEO Tim Sweeney sprach von einem „großen Sieg auf dem langen Weg der Entwickler im Kampf gegen Apple“
- Apple erklärte, dem Urteil nicht zuzustimmen und Berufung einlegen zu wollen
Schwierige Veränderung des Nutzerverhaltens
- Da die meisten iPhone-Nutzer derzeit an Zahlungen innerhalb des App Store gewöhnt sind, dürfte die Lenkung zu externen Zahlungen nicht einfach sein
- Analysten erwarten, dass Verbraucher weiterhin Zahlungen im App Store bevorzugen könnten; wie stark sich das Nutzerverhalten tatsächlich verändert, bleibt offen
Internationale Auswirkungen und Ausblick
- Fiona Scott Morton, ehemalige Kartellbeamtin der Obama-Regierung, sagte, das Urteil könnte ein Wendepunkt sein, der Apples internationale Verzögerungstaktik aufbrechen kann
- Da die Europäische Union Apple zuletzt in einem ähnlichen Fall mit einer Geldbuße belegt hat, könnte das Urteil auch das globale Regulierungsumfeld beeinflussen
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Die Gerichtsentscheidung enthält interessante Details, die Einblick in die internen Vorgänge geben
Es gibt Bedenken darüber, dass der App Store zum Standard geworden ist
Phillip Schiller argumentierte, Apple müsse der Anordnung nachkommen, doch Tim Cook ignorierte dies und ließ sich vom Finanzteam umstimmen
Die gesamte Ausgestaltung bei Apple ist problematisch
Viele werfen der EU vor, es auf US-Unternehmen abgesehen zu haben, aber inzwischen tun US-Gerichte dies ebenfalls häufiger
Das Gericht kritisiert Apple dafür, einer gerichtlichen Anordnung absichtlich nicht nachgekommen zu sein und wettbewerbswidrige Hürden schaffen zu wollen
Es ist bedauerlich, dass Phil Schiller ins Abseits geraten ist
Es gibt Software, die Nutzer abonnieren und dann vergessen, vor allem weil auf der Kreditkartenabrechnung einfach „Apple“ steht
Laut Richtlinie soll man sich dafür entschuldigen, Kunden nicht mitteilen zu können, dass sie auf der Website 15 % günstiger kaufen können als über ein In-App-Abonnement