OpenAI will Chrome übernehmen und zu einem „AI-first“-Erlebnis machen
(arstechnica.com)1. Hintergrund
- Das US-Justizministerium hat Google als Monopolisten im Suchmarkt eingestuft; das Verfahren befindet sich derzeit in der Phase der Abhilfemaßnahmen.
- Als eine der wichtigsten Maßnahmen wird der Verkauf des Chrome-Browsers diskutiert.
- Der Richter zeigt sich skeptisch, doch das Justizministerium argumentiert, dass Chrome ein Kernstück von Googles wettbewerbswidrigem Verhalten sei.
2. OpenAIs Interesse
- Nick Turley, Produktchef für ChatGPT bei OpenAI, erklärte vor Gericht unmissverständlich, dass OpenAI bereit wäre, Chrome zu übernehmen.
- OpenAI wollte neben Chrome auch Zugang zu Googles Search API, wurde jedoch abgewiesen.
- Google lehnte eine Zusammenarbeit mit OpenAI ab, weil dies seinen Vorsprung im Suchgeschäft bedrohen würde.
3. Warum OpenAI einen Browser will
- OpenAI zieht auch die Entwicklung eines eigenen Browsers in Betracht und hat dafür zwei zentrale Entwickler von Google Chrome angeworben.
- Chrome ist mit 4 Milliarden Nutzern und 67 % Marktanteil ein Browser von enormer Reichweite; bei einer Übernahme ließe sich ein AI-first-Erlebnis darum herum gestalten.
- Über Browser-Nutzungsdaten könnte OpenAI diese für das Training von Agenten-AI-Modellen nutzen.
4. Mögliche Entwicklungen und Debatten
- Es gibt vergleichsweise wenig Diskussion darüber, ob Chrome von einem Dritten übernommen oder als eigenständiges Unternehmen abgespalten werden sollte.
- Google argumentiert, dass Chrome allein kaum überlebensfähig sei, das Justizministerium sieht das anders.
- Sollte es zu einem Verkauf kommen, könnte OpenAI eine Ära des „AI-zentrierten Web-Browsing“ einläuten.
7 Kommentare
Das ist wohl die schrecklichste Nachricht, die ich in letzter Zeit gehört habe.
Ich glaube, ich habe auch gehört, dass Perplexity einen Browser bauen will.
Dann wird wohl der große Browserkrieg wieder ausbrechen.
Und damit beginnt erneut der Albtraum der Fragmentierung ...
Selbst Firefox konnte nicht unabhängig überleben; ich verstehe also nicht, auf welcher Grundlage das Justizministerium behauptet, Chrome könne als eigenständiges Produkt überleben. Einfach nur, weil es viele Nutzer hat?
Das Problem ist, dass Nichtfachleute den Kern nicht wirklich verstehen
Nicht Chrome ist das Beeindruckende,
sondern dass Google wollte, dass sich Webstandards etablieren, und dadurch hat Chrome gewonnen!
Wenn das Ergebnis der Geschichte einmal feststeht, vergessen viele Menschen die Geschichte selbst und sehen nur noch das Resultat – das ist das Problem
Sobald Chrome nicht mehr unter Googles Hand ist, wird es ohnehin zurückfallen
Früher gab es viele Unternehmen, die zunächst unentgeltlich zum Aufbau des Ökosystems beigetragen haben. Denn das war der Weg zum Sieg.
Chrome ist eine riesige Plattform. Ob sie Google das wirklich wegnehmen können? Haha
In Edge versucht Microsoft bereits, eine Integration mit dem eigenen LLM umzusetzen, daher ist das nicht wirklich ein neuer Ansatz. Muss es dafür unbedingt gleich eine Übernahme sein? Es wirkt eher wie der Versuch, den Service auf alle Chrome-Nutzer auszuweiten, statt dass OpenAI tatsächlich einen KI-zentrierten Browser eröffnen könnte — das halte ich für etwas weit hergeholt. Nach der Logik wäre das mit Google Gemini schließlich auch möglich.
Nun ja, ich sehe das anders.
Ich finde, Ihre Argumentation ähnelt der Logik: „Es gibt doch schon
vscode(Copilot) — welchen neuen Horizont könnte Cursor dann noch eröffnen?“Wenn es nur um einen simplen Browser + AI ginge, würde ich Ihrem Punkt zustimmen, aber deshalb baut Edge ja auch nicht seinen Marktanteil aus, oder?
Ich denke, dass OpenAI einen völlig anderen technologischen Burggraben schaffen wird. (An 70 % Marktanteil ändert ohnehin kaum etwas etwas, egal was man tut..)
Persönlich hatte ich schon allein bei der Nutzung von browser-use den Eindruck, dass etwas Enormes passieren könnte, wenn man AI + Browser bei UI/UX wirklich konsequent nutzerzentriert gestaltet.
Ist die Kaufabsicht nicht vielleicht aus genau dieser Perspektive zu verstehen?
Ah, ich möchte damit keineswegs die Zukunftsvision von OpenAI oder die verbesserte Innovation von Browser+AI herabsetzen.
Was ich sagen will, ist: Wenn OpenAI Versuche in diese Richtung unternimmt, halte ich eine separate Übernahme für die Entwicklung nicht für notwendig, da große Browser wie Chromium oder Firefox öffentlich verfügbar sind.
Der Punkt ist, dass eine Übernahme beim Aufbau eines technologischen Burggrabens nicht zwingend erforderlich ist.
Wenn man also eine Übernahme in Betracht zieht, denke ich, dass eher die Expansion über Marktanteile als technische Aspekte im Vordergrund steht.
Wenn man einfach nur einen neuen Chromium-basierten Browser herausbringt, gibt es für Nutzer, die nicht von Chrome wechseln, keinen großen Mehrwert. Übernimmt man jedoch Chrome, kann man den Nutzern, die 70 % des Browsermarkts ausmachen, offiziell per Update ermöglichen, die eigenen KI-Modell-Services zu erleben. Die Hürden für die Verbreitung neuer Services würden dadurch drastisch sinken.
Wie Sie gesagt haben, scheint auch das Phänomen, dass Edge nicht expandiert, in einem ähnlichen Zusammenhang zu stehen. Der Browsermarkt ist wirklich sehr konservativ. Ich denke, auch OpenAI berücksichtigt diesen Punkt, wenn es eine Übernahme von Chrome in Erwägung zieht. Deshalb glaube ich, dass die Aussage, OpenAI werde ein „KI-gesteuertes Webbrowsing“ eröffnen, weniger mit den Fähigkeiten von OpenAI zu tun hat als mit dem Einfluss des Chrome-Markts.