2 Punkte von GN⁺ 2025-04-16 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Die USA unterschätzen die Schwierigkeiten, die mit der Rückverlagerung der Fertigung verbunden sind
  • Zölle auf Importwaren werden die Fertigung höchstwahrscheinlich nicht zurückholen
  • Die industrielle Lieferkette der USA ist schwach, und es fehlt an Fertigungskompetenz
  • Die US-Arbeitskräfte sind weniger effizient als die in China, und es mangelt an Infrastruktur
  • Die Zollpolitik ist komplex und unsicher und behindert so die Wiederbelebung der Industrie

Die USA wollen die Fertigung zurückholen, stoßen dabei aber auf Schwierigkeiten

  • Am 2. April 2025 kündigte der US-Präsident neue Zölle von 10 % bis 49 % auf aus dem Ausland importierte Produkte an
  • Ziel der Zölle ist es, die Fertigung in die USA zurückzuholen und „Amerika wieder wohlhabend zu machen“
  • Diese Zölle werden die Fertigung jedoch womöglich nicht zurückholen und könnten die USA stattdessen ärmer machen
  • Der Autor arbeitet seit 15 Jahren in der Fertigungsindustrie und hat Produktionserfahrung in den USA und in China
  • Dieser Text wurde als Versuch verfasst, eine falsche Politik zu korrigieren

14 Gründe, warum Zölle die Fertigung nicht zurückholen werden

  • Die Zölle sind nicht hoch genug: Die Produktion in den USA ist weiterhin teurer als die Fertigung in China
  • Die industrielle Lieferkette der USA ist schwach: Benötigte Teile lassen sich nur schwer rechtzeitig und günstig beschaffen
  • Mangel an Fertigungskompetenz: Die USA haben das Know-how zur Herstellung mancher Produkte verloren
  • Die Arbeitskosten in den USA sind hoch: Arbeitskräfte in China sind günstiger und effizienter
  • Mangelnde Infrastruktur: Es fehlt an Infrastruktur wie Stromversorgung und Straßen für die Industrie
  • Die Wiederbelebung der Industrie braucht Zeit: Der Bau und Betrieb von Fabriken in den USA dauert
  • Unsicherheit und Komplexität der Zölle: Die Schwankungen und die Komplexität der Zollpolitik erschweren die Wiederbelebung der Industrie
  • Amerikaner werden Fertigungsarbeit nicht mögen: Fertigungsarbeit ist hart, und viele Amerikaner wollen sie nicht
  • Mangel an qualifizierten Arbeitskräften: Es fehlt an den für die Industrie nötigen Fachkräften
  • Automatisierung ist keine Lösung: Viele Fertigungsbereiche lassen sich nicht automatisieren, und Chinas Automatisierungstechnik ist weiter fortgeschritten
  • Das rechtliche Umfeld in den USA: Das rechtliche Umfeld in den USA ist ein Hindernis für die Wiederbelebung der Industrie
  • Unausgewogene Durchsetzung der Zölle: Die Zölle könnten unausgewogen durchgesetzt werden
  • Falsche Zollstruktur: Auf Teile und Fertigwaren werden dieselben Zölle erhoben, was die Wiederbelebung der Industrie behindert
  • Falsche politische Richtung: Die USA gehen bei der Rückholung der Fertigung in die falsche Richtung

Prognose der Folgen der Zollpolitik

  • Diese Politik wird die US-Wirtschaft höchstwahrscheinlich negativ beeinflussen
  • Wenn die Zollpolitik nicht geändert wird, werden die USA von der Globalisierung abgehängt
  • China reagiert bereits weniger empfindlich auf US-Zölle und bleibt auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig
  • Die USA könnten zur Rückverlagerung der Fertigung die Produktion nach Vietnam, Mexiko und andere Länder verlagern
  • In diesem Prozess könnte es zu einer Rezession kommen

Warum man die Fertigung zurückholen will

  • Zur Stärkung des Landes: Industrie ist nötig, damit die Versorgung mit unverzichtbaren Gütern nicht vom Ausland abhängt
  • Zur Förderung von Innovation: Innovation ist einfacher, wenn die Fertigung in der Nähe ist
  • Zur Nutzung vielfältiger Talente: Die Fertigung bietet Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten die Chance, ihr Potenzial zu entfalten

Wege, die Fertigung zurückzuholen

  • Grundprobleme lösen: Bildungs- und Gesundheitssystem müssen verbessert werden, um die Effizienz der Arbeitskräfte zu steigern
  • Infrastruktur ausbauen: Es muss Infrastruktur geschaffen werden, die die Industrie unterstützen kann
  • Politik ändern: Auf Teile sollten höhere Zölle als auf Fertigwaren erhoben werden, und bei Exporten sollten Zollrückerstattungen erlaubt sein
  • Ausländische Technologie übernehmen: Um Fertigungstechnologien zu erlernen, sollten Fachkräfte aus dem Ausland eingeladen werden

Fazit und abschließende Gedanken

  • Diese Politik könnte die USA in Gefahr bringen und muss geändert werden
  • Die USA verfügen über eine starke Wirtschaftskraft, und um diese zu erhalten, braucht es die richtige Politik

1 Kommentare

 
GN⁺ 2025-04-16
Hacker-News-Kommentare
  • Die Behauptung, China erzeuge pro Kopf mehr als doppelt so viel Strom wie die USA, ist falsch. Tatsächlich ist die Pro-Kopf-Stromerzeugung in den USA etwa viermal so hoch wie in China.
    • Der Rest sind größtenteils gute Hinweise. Besonders wichtig ist, dass solche Veränderungen nicht über Nacht erreicht werden können.
  • Der Bau neuer Fabriken in den USA ist eine unsichere Investition, deren Erfolg oder Scheitern von Zöllen und politischen Veränderungen abhängt.
    • Die Durchsetzung von Zöllen ist unausgewogen und potenziell manipulierbar.
    • Zölle in Höhe von 145 % fördern Schmuggel, und große Unterschiede zwischen Ländern begünstigen Umdeklarierung.
    • Das wirkt wie eine der schlechtesten Wirtschaftspolitiken überhaupt.
  • Wenn US-Unternehmen in China verkaufen wollen, müssen sie eine lokale Gesellschaft gründen und einen rechtlichen Vertreter benennen.
    • Wer in Europa verkaufen will, muss sich im Steuersystem registrieren und einen rechtlichen Vertreter benennen.
    • Umgekehrt brauchen europäische und chinesische Unternehmen solche Verfahren nicht, wenn sie in den USA verkaufen.
    • Das mag für kleine Exporteure aus der EU und dem Vereinigten Königreich lästig sein, ist aber immer noch weniger lästig als ein Zoll von 10 % oder willkürliche Zölle.
  • 80 % der Amerikaner glauben, dass es dem Land besser ginge, wenn mehr Amerikaner in Fabriken arbeiten würden, aber nur 20 % glauben das persönlich für sich selbst.
    • Die Leute mögen die Idee, wollen sie in der Praxis aber nicht.
  • Es scheint keinen echten Plan zu geben, wie die Industrie zurückgeholt werden soll.
    • Dafür wären andere Zölle, Kredite, steuerliche Bilanzierungsregeln usw. nötig.
    • Die Zölle richten sich nicht nur gegen China, sondern gegen alle.
  • Jonathan Blows "Preventing the collapse of civilization" weist auf Ähnliches hin.
    • Wenn man EUV-Maschinen und Weltraumteleskope bauen kann, könnte man denken, dass Edelstahlbearbeitung und PCB-Fertigung einfach sind.
    • In Wirklichkeit steckt jedoch viel Detailarbeit dahinter, und selbst mittelkomplexe Technologien erfordern Know-how und qualifizierte Fachkräfte, um sie sauber umzusetzen.
    • Mit dem nötigen Willen lässt sich das wiederaufbauen und ausweiten, aber dafür braucht es 10 bis 20 Jahre anhaltender und kluger Anstrengungen.
  • Der Niedergang des amerikanischen Imperiums ist so unvermeidlich wie der Niedergang des britischen, spanischen und römischen Imperiums.
    • Dass die USA die Leitwährung stellen, gilt schon lange als Problem.
    • In Diskussionen über die Rückverlagerung der Industrie nicht über Staatsausgaben oder Sozialprogramme zu sprechen, wirkt nicht aufrichtig.
  • Gewerbliche Kreditgeber gehen davon aus, dass diese Zölle und die innenpolitische Krise in etwa sechs Jahren verschwunden sein werden.
    • Beim aktuellen Zinsniveau gibt es in den USA keine Kreditgeber, die neue Projekte starten wollen.
  • Die Integration und Gesamtwirkung der industriellen Pipeline Chinas ist erstaunlich.
    • Das Land verfügt über ein vollständiges System, das Rohstoffe verarbeitet und recycelt und in verschiedenste Güter umwandelt.
    • Um damit konkurrieren zu können, müsste man die gesamte Pipeline von den Rohstoffen bis zum Endprodukt nachbilden.
    • China hat mehr als 40 Jahre gebraucht, um diese Fähigkeiten aufzubauen.
  • Es ist nicht realistisch, die Industrie zurückzuholen.
    • Möglicherweise geht es nicht einfach darum, sämtliche Fertigung in die USA zurückzuholen, sondern den größten Konkurrenten zu schwächen und billige Produkte aus weniger bedrohlichen Ländern zu kaufen.
  • Wir haben die Fertigung aus Profitgründen ins Ausland verlagert.
    • Jetzt verlagern wir auch die Köpfe ins Ausland.
    • Die Fertigung wird nur in Form intelligenter Roboter zurückkehren.