Meta-Kartellverfahren beginnt vor Bundesgericht
(axios.com)- Der langjährige Konflikt zwischen der FTC und Meta landet vor Gericht; je nach Ausgang könnte Meta zur Abspaltung von WhatsApp und Instagram gezwungen werden
- Im Kern geht es darum, ob die Übernahmen von Instagram im Jahr 2012 und WhatsApp im Jahr 2014 zu einem illegalen Monopol im Markt für persönliche soziale Netzwerkdienste geführt haben
- Die FTC ist der Auffassung, dass Meta die Übernahmen gewählt habe, um wachsende Wettbewerber zu „neutralize“, und seine Dominanz durch das Vermeiden von Wettbewerb statt durch bessere Leistung aufrechterhalten habe
- Meta entgegnet, dass beide Übernahmen bereits vor mehr als zehn Jahren geprüft und genehmigt wurden und das Unternehmen mit TikTok, YouTube, X, iMessage und anderen konkurriere
- Der Prozess könnte mehr als acht Wochen dauern; aussagen sollen unter anderem Mark Zuckerberg, Sheryl Sandberg, Andrew Bosworth sowie frühere und aktuelle Führungskräfte von WhatsApp und Instagram
Ob die Übernahmen von WhatsApp und Instagram ein Mittel zur Monopolbildung waren
- Im Prozess zwischen der FTC und Meta geht es darum, ob die früheren Übernahmen von WhatsApp und Instagram einen Verstoß gegen das Kartellrecht darstellen
- Die Übernahme von Instagram erfolgte 2012, die von WhatsApp 2014
- Die zentrale Frage der Klage ist, ob Meta bei diesen beiden Übernahmen rechtswidrig gehandelt hat
- Je nach Ausgang des Verfahrens könnte Meta WhatsApp und Instagram abspalten müssen
- Die FTC sieht in Meta ein illegales Monopol im Markt für „personal social networking services“
- Nach ihrer Auffassung wurden die Übernahmen als Mittel genutzt, um Wettbewerbsbedrohungen zu „neutralize“
- In Gerichtsunterlagen heißt es, Facebook habe seine Dominanz nicht durch Leistung im Wettbewerb, sondern durch das Vermeiden von Wettbewerb aufrechterhalten
- Ein ranghoher FTC-Vertreter sagte, Meta habe 2012 zwar mit der damals jungen Foto-Sharing-App Instagram konkurrieren können, sich aber stattdessen für eine Übernahme entschieden und bei WhatsApp ähnlich gehandelt
- Meta weist die FTC-Klage mit dem Argument zurück, sie passe nicht zur heutigen Wettbewerbssituation
- Meta-Sprecher Chris Sgro erklärte, dass Instagram, Facebook und WhatsApp mit dem chinesisch kontrollierten TikTok, YouTube, X, iMessage und anderen konkurrierten
- Dass die FTC Übernahmen erneut angreife, die sie vor mehr als zehn Jahren geprüft und genehmigt habe, sende die Botschaft, dass „kein Deal jemals wirklich endgültig ist“
- Regulierungsbehörden sollten amerikanische Innovation unterstützen und nicht US-Unternehmen zerschlagen, sodass China bei wichtigen Themen wie KI zusätzliche Vorteile erhalte
Der Weg von der Klage 2020 bis zum jetzigen Prozess
- Der Fall wurde erstmals im Dezember 2020 unter der ersten Trump-Regierung angestoßen
- Im Juni 2021 wies das Gericht die ursprüngliche Klage mit der Begründung ab, es fehle an ausreichenden Belegen für Metas Marktmacht
- Unter FTC-Chefin Lina Khan in der Biden-Regierung wurde der Fall im August 2021 erneut eingereicht und ausgeweitet
- Bundesrichter James Boasberg ließ das neu eingereichte Verfahren im Januar 2022 zu
- Boasberg lehnte auch Metas Antrag auf Abweisung im vergangenen Jahr ab, was zum jetzigen Prozess führte
- Der Prozess könnte mehr als acht Wochen dauern; mehrere hochrangige Zeugen sollen auftreten
- Mark Zuckerberg soll aussagen
- Laut Gerichtsunterlagen sollen auch die frühere COO Sheryl Sandberg, CTO Andrew Bosworth sowie frühere und aktuelle Führungskräfte von WhatsApp und Instagram aussagen
- Auch Vertreter von Snap, TikTok und Pinterest werden voraussichtlich aussagen
- Meta-CEO Mark Zuckerberg bemüht sich um ein engeres Verhältnis zu Präsident Trump, und auch Technologieunternehmen insgesamt sind Trump in dessen zweiter Amtszeit deutlich näher gerückt
- Sofern Trump die FTC jedoch nicht anweist, den gesamten Prozess zu stoppen, dürfte dieser Kurs Meta in dem Verfahren kaum helfen
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