Das Ende von Sierra, Teil 1: Die Übernahme
- Anfang 1996 erzielte Sierra On-Line dank des Erfolgs von
Phantasmagoria, das im Sommer erschienen war, weiterhin hohe Gewinne. Der Umsatz 1995 betrug 158,1 Millionen US-Dollar, der Gewinn 16 Millionen US-Dollar.
- Am 20. Februar 1996 kündigte Sierra die Fusion mit CUC International an. CUC war ein technologiegestütztes Einzelhandels- und Mitgliedschaftsunternehmen, das 40 Millionen Verbraucher weltweit mit verschiedenen Dienstleistungen versorgte.
- Die Sierra-Aktionäre sollten für jede Sierra-Aktie 1,225 Stammaktien von CUC erhalten; der Wert der Transaktion lag bei rund 1,06 Milliarden US-Dollar.
Was CUC International eigentlich war
- CUC wurde von Walter Forbes geführt, der nach seinem Abschluss an der Harvard Business School das Unternehmen 1973 gegründet hatte.
- Forbes verfolgte die Vision, traditionelle Einzelhändler durch digitale Läden zu ersetzen. Sein Unternehmen bezog Produktinformationen von Herstellern und stellte sie den Verbrauchern zur Verfügung; diese zahlten eine jährliche Mitgliedsgebühr und konnten Produkte zu günstigen Preisen kaufen.
- Tatsächlich betrieb CUC jedoch Offline-Einkaufsclubs und erzielte seine Gewinne vor allem durch Marketing an ältere Kunden.
Der Weg zur Übernahme durch Sierra
- Walter Forbes trat 1991 dem Vorstand von Sierra bei, was Sierra-Mitgründer Ken Williams als großen Erfolg betrachtete.
- Forbes zeigte Interesse an der Übernahme von Sierra, und Ken Williams akzeptierte das Angebot aus Erschöpfung und aus Verantwortungsgefühl gegenüber den Aktionären.
- Ken Williams empfahl den Sierra-Aktionären, das Übernahmeangebot anzunehmen, und Sierra wurde Teil von CUC.
Veränderungen nach der Übernahme
- Nach der Übernahme versuchte Sierra, in der Software-Sparte von CUC die Oberhand zu gewinnen, doch CUC übernahm noch ein weiteres Softwareunternehmen: Davidson & Associates.
- Davidson & Associates besaß Blizzard Entertainment, das deutlich erfolgreicher war als Sierra.
- Ken Williams verlor Sierras Unabhängigkeit, und im Wettbewerb mit Davidson geriet Sierra ins Hintertreffen.
Fazit
- Ken Williams räumte ein, dass der Verkauf von Sierra die schlechteste Entscheidung seiner Karriere gewesen sei. Persönlich erzielte er damit jedoch einen großen finanziellen Gewinn.
- Sierra verlor als Teil von CUC seine Unabhängigkeit, und die spätere Unternehmensführung folgte den Entscheidungen von CUC.
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