- Apple steht seit Langem in der Kritik, seine Innovationskraft verloren zu haben
- Mit Mac und iPhone hat das Unternehmen die Welt verändert, doch das iPhone ist inzwischen in eine Reifephase eingetreten und das Wachstum stagniert
- Auch spätere Produkte wie iPad, Watch und AirPods galten anfangs als innovativ, doch inzwischen hat sich ihr Wachstum verlangsamt
- Nur der Servicebereich wächst weiterhin stetig und erreichte 2024 $100bn
- Allerdings fehlt diesen Services die für Apple typische Differenzierung; sie ähneln eher einem Modell zur Abschöpfung der bestehenden Kundenbasis, etwa über TAC-Einnahmen von Google
Das Problem in Apples Umsatzstruktur
- Das iPhone macht mehr als die Hälfte von Apples Umsatz aus, dazu kommen weitere 30 % durch iPhone-basierte Upsell-Produkte wie Watch und AirPods
- Das bedeutet, dass 80 % von Apples Umsatz von der iPhone-Plattform abhängen
- Das wirkt eher wie ein Fokus auf Gewinnmaximierung als auf Wachstum
Apples gescheiterte neue Projekte
- Das Autoprojekt wurde anfangs als potenziell innovativ eingeschätzt, dann aber eingestellt, weil Apple zu dem Schluss kam, dass sich nichts grundlegend Neues daraus machen ließ
- Im xR-Bereich brachte Apple die Vision Pro auf den Markt, tatsächlich handelte es sich aber um ein unfertiges Übergangsgerät
- Zu teuer, zu schwer, und auch der Aufbau eines Entwickler-Ökosystems scheiterte, sodass der breite Markterfolg ausblieb
Der große Fehler bei Siri und der AI-Strategie
- Auf der WWDC 2024 weckte Apple mit der Vorstellung einer neuen Siri und seiner AI-Strategie große Erwartungen
- Siri wurde als Assistentin präsentiert, die auf Basis persönlicher Daten komplexe Fragen beantworten kann
- Später stellte sich jedoch heraus, dass diese Demo kein tatsächlich funktionierendes Produkt war, sondern ein „Mock-up“
- Auch der geplante Veröffentlichungstermin ist inzwischen unsicher und reicht von Ende 2025 bis 2027
Krise bei Apples Umsetzungsfähigkeit
- Apple war eigentlich dafür bekannt, angekündigte Funktionen pünktlich auszuliefern, doch der jüngste Trend sieht anders aus
- WWDC und Werbung vermittelten den Eindruck, die neue Siri sei bereits verfügbar, tatsächlich hatte sich aber nichts verändert
- Das erinnert an den frühen Fehlschlag von Apple Maps
- Intern kann das als Zeichen einer nachlassenden Umsetzungsfähigkeit gewertet werden
Wettbewerbsumfeld und Apples Stellung
- Wettbewerber, insbesondere chinesische OEMs, bringen schnell neue AI-Funktionen auf den Markt
- Es ist unwahrscheinlich, dass Apples „Apple Intelligence“ die iPhone-Nachfrage kurzfristig deutlich steigern wird
- Auch künftige Produkte wie AR-Brillen oder smarte Home-Geräte verlieren ohne Siri-AI-Technologie deutlich an Attraktivität
- Wenn Apple diese Technologie nicht schnell realisiert, könnten andere Unternehmen diese Position besetzen
Fazit: Die grundlegende Herausforderung für Apple
- Das Problem ist nicht nur, dass sich der Start von Siri verzögert
- Schwerwiegender ist, dass Apple intern offenbar fälschlich annahm, diese Technologie sei bereit, und sie dann groß ankündigte
- Das ist ein Signal dafür, dass die frühere Apple-typische Umsetzungsstärke bröckelt, Produkte sorgfältig vorzubereiten und erst im ausgereiften Zustand auf den Markt zu bringen
- Das deutet darauf hin, dass Apple womöglich nicht mehr das Unternehmen ist, das früher „fertige“ Produkte auslieferte
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