Apple schränkt Pebble-Funktionen auf dem iPhone ein
(ericmigi.com)- Pebble plant zwar eine iOS-App, geht aber davon aus, dass es für Smartwatches von Drittanbietern auf dem iPhone schwierig ist, Funktionen auf dem Niveau der Apple Watch anzubieten
- Die zentralen Einschränkungen betreffen Funktionen, die das Smartwatch-Erlebnis prägen, etwa SMS- und iMessage-Versand, Antworten auf Benachrichtigungen sowie das Verwerfen, Stummschalten und Bearbeiten von Benachrichtigungen
- iOS hat keine Interprozesskommunikation (IPC) wie Android, wodurch sich Pebble nur schwer nahtlos mit anderen Apps verbinden lässt; früher waren pro App eigene BLE-Workarounds nötig
- Eine Sammelklage gegen Apple aus dem Jahr 2024 behauptet, dass die Bedingungen für Benachrichtigungen an Drittanbieter-Uhren und für carrierbasiertes Messaging seit iOS 13 strenger geworden seien
- Da 40 % der Nutzer von rePebble.com iPhone-Nutzer sind, wird eine iOS-App entwickelt; einige Funktionen könnten jedoch zuerst auf Android erscheinen und unter iOS weiterhin eingeschränkt bleiben
Einschränkungen für Smartwatches von Drittanbietern auf dem iPhone
- Schon seit Pebble v1 war es deutlich schwieriger, auf dem iPhone ein gutes Smartwatch-Erlebnis zu schaffen als auf Android; in den vergangenen acht Jahren scheint sich die Lage weiter verschlechtert zu haben
- Eine iOS-App ist geplant, doch Smartwatches von Drittanbietern wie Pebble können nicht alle Funktionen nutzen, auf die die Apple Watch Zugriff hat
- Die auf dem iPhone schwierigen oder unmöglichen Funktionen betreffen direkt das grundlegende Smartwatch-Erlebnis
- Es gibt keine Möglichkeit, von der Uhr aus SMS oder iMessages zu senden
- Man kann nicht auf Benachrichtigungen antworten oder Benachrichtigungsaktionen wie „als erledigt markieren“ ausführen
- Wenn Nutzer die iOS-App versehentlich schließen, kann die Uhr nicht mehr mit der App oder dem Internet kommunizieren
- Die Uhr kann nicht erkennen, ob der Nutzer gerade auf das iPhone schaut; daher vibriert sie und zeigt Benachrichtigungen an, selbst wenn der Nutzer das iPhone betrachtet
- Auch die Integration von Pebble mit anderen iOS-Apps ist strukturell schwierig
- iOS kennt kein Konzept von Interprozesskommunikation (IPC) wie Android
- Früher ließ Pebble Apps wie Strava das Pebble SDK integrieren und eine eigene BLE-Verbindung aufbauen, doch das war ein schwer testbarer, grober Workaround, den App-Entwickler nicht bevorzugten
- Die Verteilung über den App Store und die iOS-Richtlinien bremsen ebenfalls die Entwicklungsgeschwindigkeit
- Auf dem iPhone lassen sich Apps nicht einfach sideloaden, daher ist eine Verteilung über den App Store nötig
- Bei jedem Update besteht das Risiko, dass ein Apple-App-Reviewer es aus beliebigen Gründen blockiert
- Wegen der Regeln des iOS App Store ist es schwierig, Drittanbieter-Entwicklern von Watchfaces und Apps zu ermöglichen, Geld für ihre Arbeit zu verlangen
- Um eine JavaScript-Engine auf PebbleOS auszuführen, waren wegen der iOS-Einschränkungen mehrere Workarounds nötig
- Um Apples Beschränkung zu erfüllen, dass herunterladbarer Code nur JS sein darf, wurde ein Compiler in die Pebble-iPhone-App eingebaut; dieser Compiler selbst musste ebenfalls in JS geschrieben oder dorthin cross-kompiliert werden
- Wenn Pebble-Watch- und App-Entwickler die iOS-App als Relay zur Uhr verwenden, endet der „developer mode“ alle paar Minuten, was umständlich ist
Messaging-Workarounds und rechtliche Streitpunkte
- Früher schloss Pebble mit AT&T eine spezielle SMS-over-IP-Vereinbarung, um SMS von der Uhr aus versenden zu können
- Das Endnutzererlebnis war holprig, und über Pebble gesendete Nachrichten erschienen nicht in der Messages-App des iPhone
- Eine Sammelklage gegen Apple aus dem Jahr 2024 behauptet, Apples Einschränkungen seien strenger geworden
- Wegen einer in iOS 13 hinzugefügten Einschränkung müssen Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm mit vollständiger Inhaltsvorschau angezeigt werden, damit sie an Smartwatches von Drittanbietern gesendet werden können
- Apple habe nach Pebble verhindert, dass Smartwatch-Anbieter Messaging-Dienste mit Mobilfunkanbietern aushandeln; außerdem behaupte Apple, Nutzer müssten iMessage deaktivieren, um Verträge zwischen Drittanbieter-Smartwatch-Anbietern und Mobilfunkanbietern nutzen zu können
- Pebble ist der Ansicht, Apple führe Sicherheit, Datenschutz und ein besseres Erlebnis als Gründe an, nutze tatsächlich aber seine Marktmacht, um Nutzer in ein geschlossenes Ökosystem zu binden
- Dadurch nähmen Wettbewerb und Innovation ab, während Preise stiegen
- Auch das DOJ sehe dies ähnlich, und zudem laufe eine Sammelklage im Zusammenhang mit der Apple Watch
rePebbles Pläne für eine iOS-App und was Nutzer tun können
- Da 40 % der Nutzer von rePebble.com ein iPhone verwenden, ist eine iOS-App geplant
- Unter iOS könnten die Uhrfunktionen stets weniger weit entwickelt wirken als unter Android
- Da ein Großteil des Entwicklungsteams Android-Smartphones nutzt, sollen einige Funktionen zuerst in die Android-App kommen und danach der iOS-App hinzugefügt werden
- Wer sich wegen der iOS-Einschränkungen Sorgen macht, dem zufolge ist der Kauf eines Android-Smartphones die einfachste Lösung
- iPhone-Nutzern, die eine Pebble Watch wollen, wird empfohlen, sich öffentlich zu äußern oder zu Android zu wechseln
- Nutzer in den USA sollen ihre gewählten Vertreter wissen lassen, dass sie Gesetze wie den ACCESS Act und AICO unterstützen
- In Europa bedankt man sich bei den Abgeordneten, die den DMA verabschiedet haben; Pebble will gemäß DMA Article 6 eine Interoperabilitätsanfrage bei Apple einreichen und Interoperabilität mit den Apple-Watch-APIs verlangen
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